Alles Lob gebührt Allah, dem Erhabenen dem Hohen!

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Möge Allah euch die Wahrheit erkennen lassen und euch Al-Firdaus geben!

Macht Dua für uns für die Vergebung unserer Sünden.

Barakallahu fiekum

 


DANK

 

Alles Lob gebührt Allah, dem Erhabenen!

Friede und Segen auf Seinen Gesandte Muhammed und seiner Familie und seinen Gefährten insgesamt.
Wir möchten uns auf diesem Wege bei allen bedanken, die uns bei diesem Projekt geholfen haben. Bei unseren Übersetzern sowie unserem Korrektur-Team.

Möge Allah subhanehu wa t'ala euch reichlich dafür im Paradies belohnen und möge Er unsere Sünden vergeben und uns zu besseren Menschen machen!

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Barakallahu fiekum wa aleikum selam

Euer Die Wahrheit im Herzen - Team

 


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Terrorismus - Die Perspektive aus dem Islam

Übersetzt von Die Wahrheit im Herzen

 

Neuauflage der Fachzeitschrift der Internationalen Vereinigung der Muslime (Muslim World League Journal)
Jumad AI-Ula 1423 - Juli 2002

 Während der sechzehnten Tagung des Islamischen Fiqh-Rates, die zwischen dem 21. und 27. Shawwal 1422 n. H. (5-10 Januar 2002) stattfand, wurde mit Nachdruck die Tatsache betont, dass Extremismus, Gewalt und Terrorismus in keiner Weise mit Islam in Verbindung stehen. Es handelt sich bei ihnen in Wahrheit um Gewaltakte, die gefährliche Konsequenzen mit sich ziehen und die eine Aggression und Ungerechtigkeit gegen jedes Individuum darstellen.

Jeder, der die beiden Quellen der Scharia (islamisches Recht), d.h. das Buch Allahs (den Koran) und die Sunnah (Überlieferungen) des Propheten (Allahs Segen und Friede auf ihm), aufmerksam studiert, wird entdecken, dass diese inhaltlich frei von jedweder Form von Extremismus, Gewalttaten oder Terrorismus sind, welche die Aggression gegen andere ohne einen gerechten Grund implizieren.

Um also eine islamische Definition von Terrorismus vorzubringen, welche die Sicht aller Muslime wiederspiegelt, um die friedvolle Natur des Islams faktisch klarzustellen und die Gefahr hervorzuheben, die besteht, wenn man Islam mit Extremismus und Terrorismus assoziiert, gibt der Islamische Fiqh-Rat, sowohl für die Muslime, als auch für den Rest der Welt, die folgende Definition von Terrorismus und der Einstellung des Islams diesem gegenüber.

 

Definition des Terrorismus

Terrorismus ist ein abscheulicher Angriff ausgeführt von Individuen, Gruppen oder Staaten gegenüber Menschen (seiner Religion, Leben, Intellekt, Eigentum und Ehre). Es beinhaltet aller Formen der Bedrohung, des Leids, der Tötung ohne einfachen Grund und alles verbundene mit jeder Form des Raubes, wodurch Gehwege unsicher gemacht werden, Banditentum, jede Art der Gewalt oder Bedrohung beabsichtig um ein Kriminelles Schema individuell oder gemeinschaftlich durchzuführen, als auch das in Schrecken setzen und Beängstigung von Menschen indem man ihnen weh tut oder deren Leben, Freiheit, Sicherheit entblößt oder Zustände von Gewalt; es kann also die Form von zufügendem Schaden an der Außenwelt oder in öffentlichen oder Privaten Dienstprogrammen oder das Entblößen von nationalen oder natürlichen Quellen zur Gefahr führen.

All diese sind Offenbarungen des Unheils auf Erden, welche von Allah als Ausführung von Muslimen verboten worden ist. Allah sagt im Quran:

„Und sucht keinen Anlass für das Unheil auf Erden, Allah liebt nicht jene die Unheil stiften…“ (28:77)

 Zudem hat Allah nicht nur abschreckende Bestrafung gegenüber Terror, Aggressionen und Korruption verordnet, doch deutet er solche Handlungen als gleichbedeutende Art des Wagens der Kriegsführung gegenüber Allah und seinem Gesandten

 Allah sagt im Quran:

 „Die Bestrafung gegenüber jenen die es wagen gegen Allah und seinen Gesandtem zu kriegen und dem Streben mit Macht und Haupt um Unheil auf Erden zu führen ist Hinrichtung, Kruziferen oder das Abschneiden der Hände und Füße von entgegengesetzten Seiten oder Ausweisung von dem Land. Das ist ihr Pein auf dieser Welt und eine große Bestrafung erhalten sie im Jenseits.“ (5:33)

 Offensichtlich, in Betrachtung der Enormität von solch Handlungen der Aggressionen, welches von der Scharia (Islamisches Recht) als eine Art des Krieges gegenüber des Rechts und der Kreaturen Gottes, gibt es keine strengeren Bestrafungen irgendwo in Gesetzen die von Menschen entworfen sind.

 Gemäß des Islamischen Rechts Rates, ist Staatsterror die größte Gefahr für die Sicherheit und den Frieden auf der Welt und deshalb ist, dass dagegen Auflehnen gleichbedeutend als Abwehr und Streben im Namen Allahs.

 

Das Heilmittel für Extremismus und Terror im Islam

 Im Bezug darauf den Terrorismus zu Bekämpfen und die Gesellschaft vor den schändlichen Konsequenzen zu schützen ist der Islam ein Pionier. Durch klare Grenzen, welche nicht zu überschritten sind, drängt der Islam darauf das Menschliche Leben, Ehre, Eigentum, Religion und Intellekt zu schützen.

Allah sagt im Quran:

 „Sag. Die Dinge die mir mein Herr verboten hat sind; beschämende Taten, ob öffentlich oder geheim; Sünden und Übertretungen gegen die Wahrheit oder Begründung“. Und:“ Wenn er sich umdreht, ist seine Absicht Unheil auf der gesamten Erde zu verteilen und die Zerstörung von Feldfrüchten und Nachkommenschaft. Aber Allah liebt kein Unheil. Wenn ihm gesagt wird „Fürchtet Allah“ ist er geführt von Arroganz für mehr Kriminalität. Genug für ihn ist Hölle – ein schlechtes Bett für ihn um darauf zu liegen.“ (7:33 & 2:205 – 206)

 Des Weiteren hat der Islam seinen Anhängern geboten sich von jeglichen Dingen fernzuhalten was innerhalb der Menschen für Aufruhr sorgen kann und warnt zugleich vor den negativen Konsequenzen.

 Allah sagt im Quran:

 „Und fürchtet Aufruhr oder Unterdrückung, welches nicht nur diejenigen von euch beeinflusst die falschen tun. Und wisset Allah ist streng in seiner Bestrafung.“ (8:25)

 Im Islam ist das Individuum und die Gesellschaft ermahnt nicht nur die Linie der Dämpfung abzuschleppen aber auch Extremismus und religiöse Intoleranz zu entfernen welches sicherlich die Zerstörung der Menschheit bedeuten.

 Der Prophet (Frieden sei auf ihm) sagte in einem Report von den Imamen Ahmad und Al-Nissaie:

 „Achtung vor der Übertreibung im Bezug auf die Religion. Für diejenigen, die vor euch da waren, wurden durch religiösen Übermaß zerstört worden.“

 Der Islam spricht auch das Problem der bösen Tendenzen an welche passend zum Führen des Übermaßes, Bedrohung, Beängstigung und Tötung ohne einen Grund leitet.

 Der Prophet (Frieden sei auf ihm) sagt:

 „Ein Moslem darf nicht einen anderen Moslem erschrecken“.

Und:

„Wer auch immer einen eisernen Stab gegen seinen Bruder richtet, den werden die Engel verfluchen bis er aufhört, auch wenn er (das Opfer) sein leiblicher Bruder ist (von der Seite der Mutter und des Vaters).“ (Salih Muslim)

Mit Betrachtung der Dhimmis (Nicht Muslime die unter dem Schutz der Muslime leben), besagt der Islam, dass sie gerecht behandelt werden müssen. Dies gab ihnen Sicherheit in der muslimischen Welt und verbat Blutgeld und Sühne für das Töten einer von jenen.

 Allah sagt:

 „Wenn er zu Menschen gehörte mit denen er einen Bündnisvertrag hatte, so soll Blutgeld seiner Familie gezahlt werden und ein Gläubiger Sklave soll befreit werden." (Quran 4:92)

Vielmehr, in Übereinstimmung mit der Aussage des Propheten (Friede sei auf Ihm), verbietet der Islam das Ermorden eines Dhimmi, die in der muslimischen Welt leben.

 „Wer auch immer eine Person die in einem Beschützungsvertrag steht tötet, wird niemals den Duft des Paradieses riechen.“ (Ibn Majah)

 Vor allem verbietet der Islam seinen Anhängern nicht wohltätig gegenüber jenen zu sein die sie nicht bekämpfen oder sie von ihren Häusern verbreiten.

 Allah sagt im Quran:

 „Allah verbietet dir nicht, in Betracht jenen die dich weder wegen deines Glaubens bekämpfen, noch dich aus deinen Häusern jagen, mit ihnen freundlich und gerecht umzugehen. Für Allah liebt jene die gerecht sind.“ (60:8)

Und:

„Und lass nicht den Hass von anderen dich fehlleiten und von der Gerechtigkeit abkommen. Sei Gerecht: das kommt nach der Frömmigkeit: und fürchte Allah. Für Allah er ist mit all dem wohl vertraut was ihr tut." (5:8)

 In Betrachtung des vorgehenden, will der Islamische Rechts Rat auch öffentlich machen, dass das Verbrechen des Nehmens eines Menschenlebens, gleichzustellen ist wie wenn man alle Menschen umbringt, was auch immer der Glauben des Ermordeten und des Mörders ist; und dass Bestrafungen und Vergeltungen alleinig Privileg des Herrschers und nicht die von Individuen oder Gruppen ist.

 

Dschihad und Terrorismus sind nicht dasselbe

Im Islam ist Dschihad dafür vorgesehen, das Recht aufrecht zu erhalten, Ungerechtigkeit abzuwehren und Gerechtigkeit, Frieden und Sicherheit sowie jene Barmherzigkeit mit welcher der Prophet (Allahs Segen und Friede auf ihm) gesandt worden ist, um die Menschheit aus der Dunkelheit ins Licht zu führen zu etablieren. Genauer gesagt ist der Dschihad dazu bestimmt, alle Formen des Terrorismus zu eliminieren und das Heimatland vor Belagerung, Plünderung und Kolonialismus zu schützen.

Der Dschihad wird gegen jene eingesetzt, die andere darin unterstützen, Menschen aus ihren Heimen zu vertreiben, sowie gegen jene, die ihren Vertrag gebrochen haben. Dschihad ist dazu gedacht, jene Versuchungen fernzuhalten, die Muslime dazu verleiten könnten, vom Glauben abzufallen oder jene Hindernisse zu überwinden, die sie in ihrer Freiheit einschränken, auf friedliche Weise zu ihrer Religion einzuladen.

Allah sagt:

„Allah verbietet euch nicht, gegen jene, die euch nicht des Glaubens wegen bekämpft haben und euch nicht aus euren Häusern vertrieben haben, gütig zu sein und redlich mit ihnen zu verfahren; wahrlich, Allah liebt die Gerechten.“

Und:

„Doch Allah verbietet euch, mit denen, die euch des Glaubens wegen bekämpft haben und euch aus euren Häusern vertrieben und (anderen) geholfen haben, euch zu vertreiben, Freundschaft zu schließen. Und wer mit ihnen Freundschaft schließt - das sind die Missetäter.“ (Quran 60:8-9)

Der Islam hat eindeutige Regeln und Vorschriften, welche die Tötung all jener verbieten, die sich nicht am Kampf beteiligen. Sie verbieten ebenso die Tötung unschuldiger, wie z.B. Frauen, Kinder und Greise sowie die Verfolgung von Flüchtlingen, die Tötung jener, die sich ergeben. Der Islam verbietet außerdem, Gefangene zu verletzen, die Körper der Toten zu verstümmeln oder jene Anlagen und Gebäude zu zerstören, die nicht unmittelbar mit dem Kampf in Verbindung stehen. Demnach ist es unlogisch jene Gewalt, die von Eindringlingen und Tyrannen, welche die Menschenwürde verletzen, Heiligtümer beschmutzen und Reichtümer plündern, ausgeht, gleichzusetzen mit dem Recht auf gesetzmäßige Selbstverteidigung, das von Menschen, die unterdrückt werden, in Anspruch genommen wird, um ihr gesetzliches Recht auf Selbstbestimmung zu erhalten.

Im Rückblick auf das Gesagte, möchte der Islamische Fiqh-Rat alle Nationen, Völker und Organisationen dieser Welt auf die Notwendigkeit hinweisen, einen Unterschied zu machen, zwischen gesetzmäßigem Dschihad gegen Aggression oder Unterdrückung, der dazu bestimmt ist, Wahrheit und Gerechtigkeit herzustellen, und jenem Gewaltakt, der darauf abzielt, ein Land zu belagern, staatliche Souveränität zu missbrauchen oder die zivile Bevölkerung einzuschüchtern und sie zu Flüchtlingen zu machen.

 

 

Was sagt der Islam über Terrorismus?
Übersetzt von Die Wahrheit im Herzen

 

Islam ist eine Religion der Barmherzigkeit und verbietet Terrorismus.

Gott sagt im Koran: Allah verbietet euch nicht, gegenüber denjenigen, die nicht gegen euch der Religion wegen gekämpft und euch nicht aus euren Wohnstätten vertrieben haben, gütig zu sein und sie gerecht zu behandeln. Gewiss, Allah liebt die Gerechten. (Koran, 60:8)

Der Prophet Muhammed hatte den Soldaten verboten, Frauen und Kinder zu töten (1) und gab ihnen den Rat: {… Betrügt nicht, seid nicht maßlos, tötet nicht ein neugeborenes Kind. (2)}. Und er sagte ebenfalls: {Wer auch immer einen Menschen tötet, der mit den Muslimen einen Vertrag abgeschlossen hat, soll nicht den Duft vom Paradies riechen, obwohl sein Duft über eine Spanne/Distanz von vierzig Jahren wahrgenommen werde kann. (3)}

Der Prophet Muhammed hat ebenfalls das Bestrafen mittels Feuer verboten. (4)

Er hat einst Mord als zweites aus der Gruppe der großen Sünden aufgelistet (5), und er warnte uns, dass am Jüngsten Tag, {Die ersten Fälle, die zwischen Leuten am Tag des Gerichts/Jüngsten Tag zu entscheiden sind, werden diejenigen des Blutvergießens sein (6)} (7)

Muslime werden sogar ermutigt gütig zu Tieren zu sein, und es wird ihnen verboten Tiere zu verletzen bzw. zu quälen. Einst sagte der Prophet Muhammed: {Eine Frau wurde bestraft, weil sie eine Katze gefangen hielt das Tier starb. Aufgrund dieser Tat, wurde der Frau die Strafe der Hölle zuteil. Während die Frau die Katze gefangen hielt, gab sie der Katze weder etwas zu essen noch zu trinken noch gab sie der Katze die Freiheit, sich von den Kerbtieren der Erde zu ernähren. (8) }

Er sagte auch, dass ein Mann einem sehr durstigen Hund etwas zu trinken gab, für diese Tat vergab ihm Gott alle seine Sünden. Der Prophet wurde gefragt: „ Oh, Allahs Gesandter, werden wir für die Güte gegenüber Tieren belohnt?“ Er antwortete: „ Es gibt Belohnung für die Güte gegenüber jedes Lebewesen (Tier oder Mensch).} (9)


Zusätzlich wird Muslimen befohlen, wenn sie ein Tier für den Verzehr töten, dann sollen sie das auf eine Art und Weise vollziehen, welche das kleinste Maß des Schreckens und des möglichen Leidens verursacht. Der Prophet Muhammed sagte:{Wenn ihr ein Tier schlachtet, so tut dies auf beste Weise. Man sollte sein Messer schärfen, um das Leiden des Tieres zu reduzieren.} (10)

Angesichts dieser und anderen Islamischen Texte wird eindeutig ersichtlich, dass das Einjagen von Terror in den Herzen von wehrlosen Bürgern, die gesamte Zerstörung von Gebäuden und Grundeigentümern, die Bombardierung und das Verstümmeln von unschuldigen Männern, Frauen, und Kindern allesamt verbotene und abscheuliche Taten gemäß dem Islam und den Muslimen sind. Muslime folgen einer Religion des Friedens, der Gnade, und der Vergebung, und die riesengroße Mehrheit hat nichts mit den gewaltsamen Ereignissen zu tun, die einige mit dem Islam und den Muslimen in Verbindung bringen. Wenn ein einzelner Muslim eine Tat des Terrorismus begehen sollte, würde diese Person schuldig sein, die Gesetze des Islams zu verletzen.

Fußnoten:

Anker (1) Erzählt in Sahih Muslim, #1744, und Sahih Al-Buchari, #3015.

Anker (2)) Erzählt in Sahih Muslim, #1731, und Al-Tirmizi, #1408.

Anker (3) Erzählt in Sahih Al-Buchari, #3166, und Ibn Majah, #2686.

Anker (4) Erzählt in Abu-Dawood, #2675.

Anker (5) Erzählt in Sahih Al-Buchari, #6871, und Sahih Muslim, #88.

Anker (6) Darunter sind Töten und Verletzen zu verstehen.

Anker (7) Erzählt in Sahih Muslim, #1678, und Sahih Al-Buchari, #6533.

Anker (8) Erzählt in Sahih Muslim, #2422, und Sahih Al-Buchari, #2365.

Anker (9). Erzählt in Sahih Muslim, #2244, und Sahih Al-Buchari, #2466.

Anker (10) Erzählt in Sahih Muslim, #1955, und Al-Tirmizi, #1409

 

 

© Die Wahrheit im Herzen

Falsch interpretierter Vers Nummer 15

„O ihr, die ihr glaubt, nehmt euch nicht die Juden und die Christen zu Freunden. Sie sind untereinander Freunde. Wer von euch sie zu Freunden nimmt, gehört zu ihnen. Gott leitet ungerechte Leute gewiß nicht recht.“ [Koran 5:51]

Zuerst ist festzustellen, dass im obigen Vers das Wort Awliya oft fälschlicherweise als Freunde übersetzt wird (Awliya ist der Plural und Wali ist der Singular. Das Konzept ist Walah). Als Resultat daraus haben viele Menschen das falsche Verständnis, dass dieser Vers den Muslimen befiehlt, sich von den Nicht-Muslimen zu distanzieren und Freundschaft mit ihnen zu vermeiden. Das ist von der Wahrheit weit entfernt, wie wir feststellen werden, wenn wir das Wort Awliya genauer betrachten. Der Koran sagt (in ungefährer deutscher Übersetzung):

„Als zwei Teil(gruppen) von euch vorhatten, aufzugeben, wo doch Allah ihr Schutzherr (Wali) ist. Und auf Allah sollen sich die Gläubigen verlassen.“ [Koran 3:122]

Dieser Vers zeigt dass ein Wali jemand ist, auf den Vertrauen gesetzt wird, dass er beschützt, da der Koran immer Gott als Beschützer, als Wali, der Rechtschaffenen bezeichnet. Dr. Sa´id Ismail Sieny schließt seine Diskussion über Walah ab, indem er schreibt:

Wie wir oben festgestellt haben ist die Wurzel des Wortes „al-Walah“ nicht auf Liebe, Beistand, etc. zurückzuführen sondern die ursprüngliche Bedeutung geht auf Schutzherrschaft zurück. (Sieny, The Relationship Between Muslims and Non-Muslims; Toronto, Al-Attique Bublishers Inc., 2000, S.102, Hervorhebungen durch den Übersetzer)

Dr. Muzammil Siddiqi schreibt: In dem zitierten Vers wird das Wort “Awliya” benutzt. Es ist ein Plural, dessen Singular „Wali“ ist. Die korrekte Beschreibung des Wortes „Wali“ ist nicht „Freund“, sondern es ist jemand, der einem sehr nahe steht, mit dem eine intime Beziehung unterhalten wird. Es wird auch als „Wächter, Beschützer, Patron, Lord und Meister“ übersetzt. Im Koran wird das Wort für Gott benutzt wie in

„Allah ist der Schutzherr derjenigen, die glauben. Er bringt sie aus den Finsternissen heraus ins Licht.“ [Koran 2:257]

Es gibt zahlreiche weitere Referenzen im Koran, die diese Bedeutung zeigen. Das gleiche Wort wird im Koran auch für menschliche Wesen benutzt wie in

„Wer ungerechterweise getötet wird, dessen nächstem Verwandten (Wali) haben Wir Ermächtigung erteilt (, Recht einzufordern);“ [Koran 17;33]

Es wird klar, dass das Wort Awliya sich nicht nur auf Freundschaft bezieht, da es vielfältigere Bedeutungen enthält, Abhängigkeit und Schutzherrschaft eingeschlossen. Daher ist  dies eine bessere Übersetzung des Verses:

„O die ihr glaubt, nehmt nicht die Juden und die Christen zu Schutzherren! Sie sind einer des anderen Schutzherren. Und wer von euch sie zu Schutzherren nimmt, der gehört zu ihnen. Gewiß, Allah leitet das ungerechte Volk nicht recht.“ [Koran 5:51]

Demnach verbietet der vorliegende Vers die Freundschaft mit Nicht-Muslimen keineswegs. Dr. Muzammil Siddiqi schreibt:

Der Koran sagt nicht, dass Muslime und Nicht-Muslime keine Freunde sein können, noch verbietet er den Muslimen, die Nicht-Muslime freundlich zu behandeln. Es gibt zahlreiche Nicht-Muslime, die mit einzelnen Muslimen oder der muslimischen Gemeinschaft gut befreundet sind. Es gibt auch viele gute Muslime, die ihren Glauben wahrhaft und ehrlich leben und gleichzeitig vielen Nicht-Muslimen gegenüber freundlich sind. Der Islam lehrt uns, dass wir allen Menschen gegenüber freundlich sein sollen. Der Islam lehrt uns, dass wir sogar unsere Feinde mit Gerechtigkeit und Fairness behandeln sollen. Allah sagt im Koran (in ungefährer deutscher Übersetzung) am Anfang der gleichen Surah Al-Ma´idah:

„O die ihr glaubt, seid Wahrer (der Sache) Allahs als Zeugen für die Gerechtigkeit. Und der Haß, den ihr gegen (bestimmte) Leute hegt, soll euch ja nicht dazu bringen, daß ihr nicht gerecht handelt. Handelt gerecht. Das kommt der Gottesfurcht näher. Und fürchtet Allah. Gewiß, Allah ist Kundig dessen, was ihr tut.“ [Koran 5:8]

An einer anderen Stelle im Koran sagt Allah Der Allmächtige (in ungefährer deutscher Übersetzung):

„Allah verbietet euch nicht, gegenüber denjenigen, die nicht gegen euch der Religion wegen gekämpft und euch nicht aus euren Wohnstätten vertrieben haben, gütig zu sein und sie gerecht zu behandeln. Gewiß, Allah liebt die Gerechten. Er verbietet euch nur, diejenigen, die gegen euch der Religion wegen gekämpft und euch aus euren Wohnstätten vertrieben und zu eurer Vertreibung Beistand geleistet haben, zu Schutzherren zu nehmen. Diejenigen, die sie zu Schutzherren nehmen, das sind die Ungerechten.“ [Koran 60:8-9]

Noch dazu hat Allah Der Allmächtige den Propheten Muhammad (Friede und Segen auf ihm) als eine „Gnade“ für die Welten beschrieben. Er war ein Zeichen von Allahs Gnade für Alle, für Muslime, wie auch für nicht-Muslime. In seiner Freundlichkeit und der fairen Behandlung machte er keinen Unterschied zwischen Gläubigen und nicht-Gläubigen. Er war gerecht zu den Götzendienern in Mekka und bekämpfte sie nur, wenn sie ihn bekämpften. Er schloss Verträge mit den Juden von Medina und achtete die Verträge, bis sie sie brachen. Von ihm (Friede und Segen auf ihm) wird berichtet, dass er die Christen von Nijran freundlich in seiner Moschee in Medina aufgenommen hat. Sie stritten mit ihm über den Islam, doch er antwortete ihnen mit Ehre und Respekt. Es gibt zahlreiche Beispiele aus seinem Leben, die zeigen, dass er zu allen Menschen äußerst freundlich war.

Wie Muhammad Asad schreibt:

Was die Bedeutung des „Bündnisses“ betrifft, auf die hier Bezug genommen wird, siehe 3:28 und im Spezifischen 4:139 und die dazugehörigen Bemerkungen, die den Bezug zum Mangel eines Gläubigen an moralischer Identität erklären, wenn er die Lebensweise von Nicht-Muslimen imitiert oder in koranischer Terminologie sich mit selbigen „verbündet“. Wie in 60:7-9 ausführlich erklärt wurde (wie auch im Vers 57 der gleichen Surah), beinhaltet diese „moralische Allianz“ mit nicht-Muslimen nicht, dass keine normalen, freundschaftlichen Beziehungen mit ihnen geschlossen werden sollen, wozu Muslime gerne mehr als bereit sind. Es sollte im Gedächtnis behalten werden, dass der Ausdruck „Wali“ verschiedene Bedeutungen trägt: „Bündnispartner“, „Freund“, „Helfer“, „Beschützer“ und so weiter. Die Wahl des entsprechenden Terms und bei Zeiten auch eine Kombination zweier hängt stets vom Kontext ab. (Asad, The Message of the Koran, Hervorhebungen durch den Übersetzer)

Der zweite Punkt, der festzuhalten ist, ist, dass dieser Vers keine generelle Aussage trifft. Die Regelung ist spezifisch und muss in einem Kontext, ähnlich dem historischen, angewendet werden. Sheikh Yusuf Al-Qaradawi schrieb ausführlich über dieses Thema als Antwort auf eine ähnliche Fragestellung:

[Die Antwort hierauf ist, dass] diese Verse nicht bedingungslos auf jeden Juden, Christen oder Nicht-Muslim angewendet werden können. Sie so zu verstehen wiederspricht den Hinweisen im Koran, Warmherzigkeit und Freundlichkeit zu den guten, friedensliebenden Menschen jeder Religion zu sein, so wie den Versen, die Heirat mit den Frauen der Leute des Buches erlauben. Allah sagt (in ungefährer deutscher Übersetzung) in Bezug auf Heirat:

„und Er hat Zuneigung und Barmherzigkeit zwischen euch gesetzt.“ [Koran 30:21]

Der Vers, der die Christen betrifft lautet in ungefährer deutscher Übersetzung:

„Und du wirst ganz gewiß finden, daß diejenigen, die den Gläubigen in Freundschaft am nächsten stehen, die sind, die sagen: "Wir sind Christen."“ [Koran 5:82]

Der oben zitierte Vers [5:51] wurde in Verbindung mit den Menschen herabgesandt, die dem Islam feindlich gegenüberstanden und den Muslimen den Krieg erklärten. Dementsprechend ist es den Muslimen nicht erlaubt, sie zu unterstützen oder ihnen Hilfe zu leisten – also ihr Verbündeter zu sein – noch, ihnen Geheimnisse anzuvertrauen, die die eigene Religion oder die Gemeinschaft betreffen. Dieser Punkt wird in anderen Versen erklärt, in denen Allah Der Allmächtige (in ungefährer deutscher Übersetzung) sagt:

 „Sie scheuen keine Mühe, euch zu verwirren, und möchten gern, daß ihr in Bedrängnis geratet. Schon wurde aus ihren Mündern Haß offenkundig, aber was ihre Brüste verborgen halten, ist (noch) schwerwiegender. Wir haben euch die Zeichen bereits klargemacht, wenn ihr begreifen wollt. Da habt ihr sie doch geliebt, während sie euch nicht lieben,…“ [Koran 3:118-119]

Diese Ayah wirft Licht auf den Charakter solcher Leute, die große Feindschaft und Hass gegen die Muslime in ihren Herzen tragen und deren Zungen einige Effekte solcher Feindschaft ausdrücken. (Al-Qaradawi, Al-Halal Wal Haram Fil Islam; US American Trust Publications, 1994, S.340, Hervorhebungen durch den Übersetzer)

Wie Sheikh Qaradawi erwähnte kann der Vers 5:11 nicht als Verbot der Freundschaft aufgefasst werden, da der Koran muslimischen Männern eine Heirat mit Frauen von den Leuten des Buches erlaubt (in ungefährer deutscher Übersetzung):

„Und die Speise derjenigen, denen die Schrift gegeben wurde, ist euch erlaubt, und eure Speise ist ihnen erlaubt. Und die Ehrbaren von den gläubigen Frauen und die ehrbaren Frauen von denjenigen, denen vor euch die Schrift gegeben wurde,“ [Koran 5:5]

Hierzu beschreibt der Koran die Beziehung der Ehe als eine Beziehung in tiefster Liebe:

„Und es gehört zu Seinen Zeichen, daß Er euch aus euch selbst Gattinnen erschaffen hat, damit ihr bei ihnen Ruhe findet; und Er hat Zuneigung und Barmherzigkeit zwischen euch gesetzt. Darin sind wahrlich Zeichen für Leute, die nachdenken.“ [Koran 30:21]

Der Koran sagt auch (in ungefährer deutscher Übersetzung):

„Allah verbietet euch nicht, gegenüber denjenigen, die nicht gegen euch der Religion wegen gekämpft und euch nicht aus euren Wohnstätten vertrieben haben, gütig zu sein und sie gerecht zu behandeln. Gewiß, Allah liebt die Gerechten. Er verbietet euch nur, diejenigen, die gegen euch der Religion wegen gekämpft und euch aus euren Wohnstätten vertrieben und zu eurer Vertreibung Beistand geleistet haben, zu Schutzherren zu nehmen. Diejenigen, die sie zu Schutzherren nehmen, das sind die Ungerechten.“ [Koran 60:8-9]

Das Wort „gütig sein“ ist das arabische Wort „Birr“, welches hier verwendet wird und es wird auch verwendet um die Beziehung eines Muslimen mit seinen Eltern, die im Islam als meist geheiligte Blutsverwandtschaft gilt, zu beschreiben. Hier werden Muslime klar angewiesen, mit friedlichen Nicht-Muslimen in einer friedlichen und freundlichen Art umzugehen. Der dritte Punkt ist, dass die einzelnen Gruppen, auf die in diesem Vers Bezug genommen wird, die sind, die dem Islam feindlich gegenüberstehen und keineswegs alle Juden und Christen im Generellen. Was den historischen Kontext betrifft wurde dieser Vers während der Zeit offenbart, als die Muslime aus vielen Richtungen angegriffen wurden. Auch vom christlich-römischen Imperium und den Juden von Medina. Die Muslime hatten ursprünglich einen Pakt mit den Juden von Medina geschlossen, doch sie wurden zweimal betrogen. So wies der Koran in diesem Kontext die Gläubigen an, vorsichtig im Umgang mit solchen Feinden zu sein, die dem Islam gegenüberstehen und ihnen nicht als Schutzherren zu vertrauen. Jasser Auda schreibt:

Er [der Vers] wurde unter bestimmten historischen Umständen offenbart, in denen Krieg zwischen dem jungen islamischen Staat und den Gegnern an vier verschiedenen Fronten herrschte: die Römer, die Perser, die Götzendiener Arabiens und die Juden von Medina. So ist der historische Zusammenhang der Offenbarung dieses Verses in einer Situation des Krieges zwischen den Muslimen und den Leuten des Buches (Juden, vor allem in Medina und Christen, durch einen römischen Kreuzzug). Damals war es den Muslimen in der Tat nicht erlaubt, Freundschaften mit den Feinden zu schließen, die sie bekämpften und sie vom Angesicht der Erde auslöschen wollten. Einige Muslime sagen, dass dieser Vers, da er diesen historischen Kontext hat, Teil der Geschichte ist und nicht länger Anwendung findet. Dies ist nicht richtig! Es ist wahr, dass hinter dem Vers eine Geschichte steckt, doch dies bedeutet nicht, dass er nicht länger relevant ist. Er hat große Relevanz, doch nur in einer Situation, die dem historischen Zusammenhang gleich kommt. So sollen Muslime heutzutage keine Freundschaften mit Juden oder Christen (oder Anhängern zahlreicher anderer Religionen) schließen, wenn diese versuchen, Muslime zu töten, sie aus ihren Häusern zu vertreiben etc.

Der koranische Vers ist anzuwenden in einem Kontext, der dem historischen Kontext gleicht. Ein Muslim kann keinen Juden, Christen oder irgendwen zum Beschützer nehmen, wenn sie der Religion und ihren Lehren feindlich gegenüberstehen. Die Muslime werden hingewiesen, einander zu vertrauen, um Unterstützung zu erhalten. Dr. Muzammil Siddiqi schreibt:

Es ist offensichtlich, dass die Juden Juden als Schutzherren nehmen und Christen nehmen Christen als Schutzherren. Warum sollen also die Muslime nicht Muslime als Beschützer nehmen, um ihre eigenen Leute zu unterstützen. Dieser Vers leitet uns nicht an, gegen die Juden oder Christen zu sein, sondern er zeigt uns, dass wir auf unsere eigenen Leute Acht geben sollen und einander unterstützen. In seinem Tafsir (Koranexegese) hat Imam Ibn Kathir festgehalten, dass einige Gelehrte sagen, dass dieser Vers (z.B. der, auf den hier Bezug genommen wird) nach der Schlacht von Uhud offenbart wurde, als die Muslime einen Rückschlag erlitten hatten. Zu dieser Zeit sagte ein Muslim aus Medina, „Ich werde mit den Juden leben, dann werde ich sicher sein im Falle eines weiteren Angriffs auf Medina.“ Eine andere Person sagte, „Ich werde mit den Christen leben, dann werde ich sicher sein im Falle eines weiteren Angriffs auf Medina.“ So sandte Allah diesen Vers herab, indem er die Gläubigen erinnerte, dass sie nicht nach dem Schutz durch Andere streben sollten, sondern sich gegenseitig beschützen sollen. [Siehe Ibn Kathir, Al-Tafsir, Band 2, S.68]

Die Gruppen, die den Muslimen als Schutzherren untersagt sind werden im Koran beschrieben (in ungefährer deutscher Übersetzung):

„O die ihr glaubt, nehmt nicht Meine Feinde und eure Feinde zu Schutzherren, indem ihr ihnen Zuneigung entgegenbringt, wo sie doch das verleugnen, was von der Wahrheit zu euch gekommen ist, und den Gesandten und euch selbst vertreiben, weil ihr an Allah, euren Herrn, glaubt. (Nehmt sie nicht zu Schutzherren), wenn ihr wirklich ausgezogen seid zum Abmühen auf Meinem Weg und im Trachten nach Meiner Zufriedenheit. (Tut das nicht, indem) ihr ihnen heimlich Zuneigung zeigt, wo Ich doch besser weiß, was ihr verbergt und was ihr offenlegt. Und wer von euch das tut, der ist fürwahr vom rechten Weg abgeirrt. Wenn sie auf euch treffen, sind sie euch feind und strecken gegen euch ihre Hände und ihre Zungen zum Bösen aus. Sie möchten gern, ihr würdet ungläubig.“ [Koran 60:1-2]

So verbietet der Koran, diejenigen als Schutzherren zu nehmen, die Muslime aus ihren Häusern vertreiben und sie betrügen und angreifen, sobald sie die Möglichkeit dazu haben. Diejenigen, die vor dem muslimischen Glauben keinen Respekt haben und die wollen, dass die Muslime ihren Glauben verlassen, können nicht als Beschützer genommen werden. Dies ist die korrekte Interpretation, die auf dem Kontext des Verses beruht. Um zum Abschluss zu kommen zitieren wir noch einmal Dr. Muzammil Siddiqi:

Den Muslimen ist es gestattet, Nicht-Muslime als Freunde zu haben, solange sie ihren eigenen Glauben behalten und den Islam unverfälscht und fest leben. Diejenigen, die aufzeigen, dass es einem muslimischen Mann erlaubt ist, eine jüdische oder christliche Frau zu heiraten, haben recht. Es ist offensichtlich, dass man jemanden liebt, mit dem einen Liebe und Freundschaft verbinden. Wenn Freundschaft zwischen Muslimen und Juden oder Christen verboten wäre, warum würde der Islam dann einem Muslim erlauben, eine jüdische oder christliche Frau zu heiraten? Es ist die Pflicht eines Muslims, die Muslime zu beschützen. Sie sollten niemanden beschützen, der gegen ihren Glauben ist oder diesen sogar bekämpft, auch wenn sie Väter und Brüder sind. Allah sagt (in ungefährer deutscher Übersetzung):

„O die ihr glaubt, nehmt nicht eure Väter und eure Brüder zu Schutzherren', wenn sie den Unglauben mehr lieben als den Glauben! Wer von euch sie zu Vertrauten nimmt, das sind die Ungerechten.“ [Koran 9:23]

Auf ähnliche Weise weist der Koran die Muslime an, dass sie niemals Nicht-Muslime gegen andere Muslime unterstützen sollen. Wenn Muslime Nicht-Muslimen Unrecht tun, dann ist es sehr wohl die Pflicht der Muslime, den Nicht-Muslimen zu helfen und sie aus der Unterdrückung zu befreien. Der Prophet (Friede und Segen auf ihm) sagte, dass er selbst einen Dhimmi, der unter Muslimen lebt verteidigen würde, wenn ihm die Muslime Unrecht antun. Doch der Islam lehrt auch, dass Muslime nicht die Schutzherrschaft von Nicht-Muslimen gegen andere Muslime suchen sollen. Sie sollten versuchen, ihre Probleme unter sich zu lösen.

Der Islam ist eine Religion des Friedens und des Mitgefühls. Daher verlangt er von seinen Anhängern, andere Menschen auf die bestmögliche Weise zu behandeln. Der Vers 5:51 bezieht sich nicht auf Freundschaft, sondern auf Schutzherrschaft und der historische Kontext zeigt, dass dieser Vers den Muslimen untersagt, die Schutzherrschaft und Allianz mit denen zu suchen, die dem islamischen Glauben feindlich gegenüberstehen. Er bezieht sich nicht auf alle Nicht-Muslime, wie die Gelehrten des Islam klar gemacht haben.

Schlussfolgerung

Der Islam ist eine Religion der Gnade und Gerechtigkeit. Er ruft alle Menschen zur Verehrung des Einen Gottes, Der uns alle erschaffen hat.

Was einige Menschen fälschlicherweise als Islam darstellen wurde als völlig entgegengesetzt zu den Werten und Gesetzen des Islam entlarvt. Die Erzählungen und Verse, die in diesem Artikel erklärt wurden, werden oft von denjenigen missinterpretiert, die den Islam schlecht machen möchten und Hass unter seinen Anhängern sähen wollen. Indem sie das tun folgen sie den Fußstapfen der historischen Tyrannen, die ethnische Säuberung verfolgten, indem sie eine Gruppe als böse darstellten.

Dies war die Methode der Nazis, die millionen von Juden abschlachteten, indem sie sie als Christen-Mörder abstempelten. Die Geschichte wiederholt sich und es ist schade, dass die Menschen nicht aus vergangenen Gräueltaten lernen.

Heutzutage erfahren die Muslime den gleichen Hass, da die Leute den Angriffen  dem Islam gegenüber toleranter werden. Die einzige Möglichkeit, dies zu ändern ist Bildung. Jeder muss sich danach bemühen, die Wahrheit über eine missverstandene Religion zu verbreiten. Der Islam ist nicht der Feind. Hass, Intoleranz und Ignoranz sind die Feinde der Menschheit.

Möge Allah uns beschützen!

 

Falsch interpretierter Vers Nummer 13

Ich werde in die Herzen derer, die ungläubig sind, Schrecken einjagen. So schlagt oberhalb der Nacken und schlagt von ihnen jeden Finger!" Dies dafür, daß sie Allah und Seinem Gesandten entgegenwirkten. [Koran 8:12-13]

Dies ist ein weiterer Vers, der gewöhnlicherweise aus dem Kontext gerissen wird. Sowohl aus dem historischen Kontext als auch aus dem Kontext des Verses selbst im Koran. Lassen sie uns zuerst den gesamten Vers betrachten:

„Als dein Herr den Engeln eingab: "Gewiß, Ich bin mit euch. So festigt diejenigen, die glauben! Ich werde in die Herzen derer, die ungläubig sind, Schrecken einjagen. So schlagt oberhalb der Nacken und schlagt von ihnen jeden Finger!" Dies dafür, daß sie Allah und Seinem Gesandten entgegenwirkten. Wer Allah und Seinem Gesandten entgegenwirkt, - gewiß, Allah ist streng im Bestrafen.“ [Koran 8:12-13]

In Dies ist der Kontext des Verses Im Koran. Der historische Kontext ist der, dass der Vers in der Schlacht von Badr offenbart wurde, einer Schlacht, in der die Götzendiener von Mekka über 200 Meilen reisten, um die Muslime in Medina zugrunde zu richten. Die Götzendiener von Mekka hatten eine Armee von etwa 1000 Mann, während die Muslime nur 300 an der Zahl waren. Der Prophet Muhammad (Friede und Segen auf ihm) und seine Anhänger hatten während der 13 Jahre in der Stadt Mekka unter harten Verfolgungen und Folter gelitten. Nachdem sie von Mekka in die sichere Stadt Medina geflohen waren, bemerkten sie, dass sie nun erneut bedroht waren. Abul ´Ala Maududi beschreibt die Situation, die zur Schlacht von Badr geführt hat, seit Beginn der Zeit, als die Muslime nach Medina kamen:

Im ersten Jahr der Hijrah wurden vier Expeditionen [von den Muslimen zu den Quraysh] gesandt. Diese waren die Expedizion unter Hamzah, die unter Ubaydah bin Harith, die Expedition unter Sa´ad bin Abi Waqqas und die Al-Awaba´ Expedition unter dem Propheten selbst. Im ersten Monat des zweiten Jahres wurden zwei weitere Exkursionen auf demselben Weg unternommen. Diese wurden als Buwat Expedition und Zawal Ushairah Expedition bekannt. Zwei Dinge, diese Expeditionen betreffend sind nennenswert. Zum Ersten wurde in keiner von ihnen Blut vergossen oder Karawanen geplündert. Dies zeigt, dass das wahre Ziel dieser Expeditionen war, den Quraysh zu zeigen, worum es ging. Zum Zweiten wurde kein einziger der Einwohner Medinas vom Propheten (Friede und Segen auf ihm) zu diesen Exkursionen geschickt. Alle Gruppen bestanden nur aus den Immigranten aus Mekka, so, dass der Konflikt zwischen den Leuten der Quraysh selbst bleiben sollte und nicht durch die Einbindung anderer Klans ausgeweitet. Auf der anderen Seite wollten die Quraysh von Mekka andere in den Konflikt mit hineinziehen. Als sie Gruppen in Richtung al-Madina sandten, schreckten sie nicht davor zurück, zu plündern. Zum Beispiel plünderte eine Expedition unter der Führung von Kurz bin Jabir al-Fihrl den Viehbestand von den Bewohnern  Medinas in der unmittelbaren Umgebung der Stadt, um zu zeigen, was ihre wirklichen Beweggründe waren. Dies war die Situation, als im Monat Sha´aban im Jahre 2 nach der Hijrah (Februar oder März 623 n.Chr) eine große Karawane der Quraysh, die Gold im Wert von 50 000 Dollar mit sich führte, geschützt von nur 30 oder 40 Mann auf ihrem Weg von Syrien nach Mekka das Territorium erreicht, in dem sie von Medina aus leicht angegriffen hätten werden können. Da die Karawane Gold im Wert von Tausenden Pfund mit sich führte und nur leicht bewacht war, fürchtete Abu Sufyan, der dafür verantwortlich war aufgrund seiner früheren Erfahrungen einen Angriff der Muslime. Daher sandte er, sobald er das gefährliche Territorium erreicht hatte einen Kamelreiter mit einem verzweifelten Hilferuf nach Mekka. Als der Kamelreiter Mekka erreichte, folgte er einem alten arabischen Brauch, indem er die Ohren seines Kamels aufriss, seine Nase aufschnitt und seinen Sattel umwarf. Daraufhin zerriss er seine Kleidung vorne und hinten und begann so laut er konnte zu schreien, „Oh Leute der Quraysh, helft, eure Karawane zu beschützen, die unter Abu Sufyan aus Syrien eintrifft, weil Muhammad und seine Gefolgsleute hinter ihr her sind; sonst werdet ihr eure Güter nicht erhalten. Lauft, kommt zu Hilfe!“ Das löste viel Aufregung und Ärger in ganz Mekka aus und alle großen Führer der Quraysh rüsteten sich zum Krieg. Eine Armee aus 600 bewaffneten Soldaten und 100 voll gerüsteten Reitern zogen aus zum Kampf. Sie wollten nicht nur die Karawane retten, sondern auch ein für alle Mal der neuen Bedrohung durch die Muslime, die sich in Medina zusammengeschlossen hatten, ein Ende setzen. Sie wollten diese aufsteigende Macht brechen und die Klans in der Umgebung der Handelsroute so einschüchtern, dass sie absolut sicher für den zukünftigen Handel wird…Der Prophet und die Gläubigen hatten das Verhängnis dieser schwierigen Stunde begriffen und die Lebensgefahr, die davon ausging. Daher marschierten sie direkt in Richtung Süd-Westen, woher die Armee der Quraysh kam. Dies ist ein klarer Beweis, dass sie von Anfang an ausgerückt waren, um gegen die Armee zu kämpfen und nicht, um die Karawane zu plündern. Denn wenn sie die Karawane ausrauben hätten wollen, wären sie gegen Nord-Westen und nicht in südwestliche Richtung gezogen. [Maududi, Tafhim Al-Quran, Hervorhebungen durch den Übersetzer]

Die Mekkaner waren nicht zufrieden damit, dass sie die Muslime aus Mekka vertrieben hatten und wollten, dass sie aus der Umgebung aller Haupt-Handelsrouten vertrieben werden. So unterstützte Gott die Muslime und ließ sie wissen, dass Gott Gerechtigkeit herstellen würde, die über die Unterdrückung herrschen sollte. Er sagte ihnen, dass sie sich nicht fürchten sollten, auf Gottes weg zu kämpfen, sondern dass es der Feind sei, der sich vor Gottes Vergeltung für ihre Unterdrückung und Ungerechtigkeit fürchten sollte. Gott wies auch die ENGEL an, die Gläubigen zu unterstützen und die Ungläubigen zu besiegen. Dies war KEIN Befehl an die Muslime. Sheikh Safiur Rahman Al-Mubarakpuri beschreibt die Situation während der Schlacht von Badr wie folgt:

[Die Mekkaner] waren zu verärgert und wütend und trafen auf die Muslime, um sie ein für alle Mal auszulöschen. Die Muslime jedoch, nachdem sie ihren Herrn angefleht hatten, sie zu beschützen, wurden dazu gebracht, ihre Stellung zu halten und einen defensiven Schlachtplan zu entwickeln, der erfolgreich genug war, schwere Verluste durch die Angreifer zu vermeiden. Der Prophet (Friede und Segen auf ihm) betete unablässig, durchgehend und Tag und Nacht um die Unterstützung seines Herrn. Als die Bedrohung zu heftig wurde, begann er den Herrn anzuflehen, indem er sagte: „Oh Allah! Wenn diese Gruppe (von Muslimen) heute geschlagen wird, dann wist Du nicht länger angebetet werden.“… Sofort kam die Antwort von Allah, Der Engel vom Himmel herab sandte, um dem Propheten (Friede und Segen auf ihm) und seinen Gefährten zu helfen und sie zu unterstützen. Der edle Koran merkt an:

„Als dein Herr den Engeln eingab: "Gewiß, Ich bin mit euch. So festigt diejenigen, die glauben! Ich werde in die Herzen derer, die ungläubig sind, Schrecken einjagen.“ [Koran 8:12]

(Al-Mubarakpuri, Ar-Rahiq Al-Makhtum; Riyadh-Saudi Arabia, Dar-us-Salam Publikations, 1996, Seiten 219-220)

Auch hier fanden alle vorher erwähnten Gesetze des Jihad Anwendung und den Muslimen wurde befohlen:

„Und wenn sie sich dem Frieden zuneigen, dann neige auch du dich ihm zu und verlasse dich auf Allah! Gewiß, Er ist ja der Allhörende und Allwissende.“ [Koran 8:61]

Es besteht ein großer Unterschied zu glauben, dass unterdrückende Ungläubige von unsichtbaren Engeln bestraft werden und darin, an eine Bestrafung im nächsten Leben zu glauben. Das Wort `Terror`, (Ru´b), das in diesem Vers Verwendung findet, wird im Folgenden unter `Falsch interpretierter Vers Nummer 15` diskutiert.

Falsch interpretierter Vers Nummer 14

„Der Lohn derjenigen, die Krieg führen gegen Allah und Seinen Gesandten und sich bemühen, auf der Erde Unheil zu stiften, ist indessen (der), daß sie allesamt getötet oder gekreuzigt werden, oder daß ihnen Hände und Füße wechselseitig abgehackt werden, oder daß sie aus dem Land verbannt werden. Das ist für sie eine Schande im Diesseits, und im Jenseits gibt es für sie gewaltige Strafe,“ [Koran 5:33]

Der Kontext dieses Verses wird alle negativen Vorurteile gegen den Islam aufklären. Man kann nicht den Vers 5:33 zitierten, ohne den Vers 5:32 (Verbot des Mordes) und den Vers 5:34 (Anweisung zum Vergeben) dazu zu nennen. Lassen Sie uns den Vers im richtigen Kontext betrachten:

„Wer ein menschliches Wesen tötet, ohne (daß es) einen Mord (begangen) oder auf der Erde Unheil gestiftet (hat), so ist es, als ob er alle Menschen getötet hätte. Und wer es am Leben erhält, so ist es, als ob er alle Menschen am Leben erhält. Unsere Gesandten sind bereits mit klaren Beweisen zu ihnen gekommen. Danach aber sind viele von ihnen wahrlich maßlos auf der Erde geblieben. Der Lohn derjenigen, die Krieg führen gegen Allah und Seinen Gesandten und sich bemühen, auf der Erde Unheil zu stiften, ist indessen (der), daß sie allesamt getötet oder gekreuzigt werden, oder daß ihnen Hände und Füße wechselseitig abgehackt werden, oder daß sie aus dem Land verbannt werden. Das ist für sie eine Schande im Diesseits, und im Jenseits gibt es für sie gewaltige Strafe,- außer denjenigen, die bereuen, bevor ihr Macht über sie habt. So wisset, daß Allah Allvergebend und Barmherzig ist.“ [Koran 5:32-34]

Hier gibt es einige Punkte festzuhalten. Der Erste ist die Schwere der Anschuldigung. Dies ist die Strafe für DIEJENIGEN, DIE KRIEG FÜHREN gegen den Propheten Gottes und Böses und Zerstörung verbreiten. In modernen Terminologien würde das als „Terrorismus“ bezeichnet werden. Dies ist die Strafe für ein schweres Vergehen, daher die Schwere der Bestrafung. Wie Muhammad Asad über diesen Vers schreibt:

Das hier zu findende Partizip al-Musrifun beinhaltet ihre „ununterbrochenen Exzesse“ (z.B. Verbrechen) und wird am besten übersetzt mit „sie begehen sie andauernd“. In Anbetracht der vorhergehenden Passagen beziehen sich diese „Exzesse“ offensichtlich auf Verbrechen und Gewalt und im Speziellen auf das gnadenlose Töten von Menschen. (Asad, The Message of the Quran)

Es ist äußerst erschreckend, wie viele Islam-Hasser diesen Vers unter der Bezeichnung von „Aufhetzung der Muslime zum Töten und zur Kriegserklärung“ ansiedeln, während der Vers nichts von alledem befiehlt! In Wahrheit steht er direkt nach einem Vers, der das Töten verbietet das Töten eines einzigen Individuums mit der Abschlachtung der ganzen Menschheit gleich setzt. Der Koran beschreibt die Schwere des Verbrechens gezielt, bevor er die Strafe beschreibt. Das Verbrechen des Mordes und das Begehen terroristischer Handlungen wird im Islam als solch schweres Vergehen geahndet, dass eine schwere Vergeltung beschrieben wird. Krieg gegen Gottes Propheten (Friede und Segen auf ihm) ist gleichbedeutend, mit dem Schöpfer Selbst Krieg zu führen. Es ist ironisch, dass Islam-Hasser diesen Vers verwenden, um ihre Meinung zu rechtfertigen, der Islam rufe zum Terrorismus auf, während muslimische Gelehrte diesen Vers immer benutzt haben, um zu zeigen, dass der Islam Terrorismus entschieden ablehnt. So schreibt zum Beispiel der Islamische Rat für Fiqh von Saudi-Arabien über diesen Vers:

Offensichtlich gibt es angesichts der Schwere solcher aggressiver Handlungen, die in der Shari´ah (dem islamischen Gesetz) als ein Akt des Krieges gegen die Gesetze und die Geschöpfe Gottes verstanden werden, keine schwereren Bestrafungen irgendwo in Menschen-gemachten Gesetzen (Islamic Fiqh Council of Saudi Arabia, Terrorism – Islam´s viewpoint, Muslim World Leage Journal, Jumad al-Ula 1423/Juli 2002 n.Chr)

Ist es zweckmäßig, jemanden über eine spezifische Strafe zu informieren, ohne ihm zu sagen, was das Verbrechen dazu ist? Dies ist genau was die Feinde des Islam tun, um die Leute glauben zu machen, der Islam sei eine gewalttätige Religion. Sie zitieren nur den Vers 5:33 ohne die Verse 5:32 und 5:34, was uns zu unserem nächsten Punkt bringt. Gott hat vielfältige Strafen in diesem Vers beschrieben, indem er das Wort „oder“ dazwischen benutzt, was verschiedene Alternativen impliziert. Die Strafe hängt von den Umständen und der Schwere des Verbrechens ab. Wie Muhammad F. Malik in seiner Übersetzung über diesen Vers schreibt:

The punishment for those who wage war against Allah and His Messenger and strive to create mischief in the land is death or crucifixion or the cutting off their hands and feet from opposite sides or exile from the land (based on the gravity of there offence)… (Malik, Al-Quran: Guidance for Mankind)

Ebenso kommentiert Abdullah Yusuf Ali:

Für das doppelte Verbrechen von Landesverrat und Gottesverrat als offensichtliche Verbrechen werden vier Alternativen für Bestrafung erwähnt, jede davon bei den entsprechenden Umständen… mit der Ausnahme, dass Folterungen wie „Hängen, Strecken und Vierteilen“ im englischen Gesetz, Blenden, und das Aussetzen des Opfers unter der tropischen Sonne, was in Arabien praktiziert wurde, und alle derartigen Strafen abgesetzt wurden. In jedem Fall wurde ehrliche Reue, bevor es zu spät war, als Grund für Gnade erkannt. (Yusuf Ali, The English Translation of the Holy Quran, Hervorhebungen durch den Übersetzer)

In der Tat zeigt der darauffolgende Vers, dass diese Strafe bei denen, die bereuen, keine Anwendung findet. Dies ist um klar zu machen, dass Gott Allvergebend, Allbarmherzig ist. Gottes grenzenlose Gnade wird wahrhaft klar, wenn man bedenkt, dass Gott gewillt ist, diese grausamen Akte des Terrors, die harte Strafen verdienen, zu vergeben, solange der Verbrecher ehrlich vor Allah bereut und nach seiner Vergebung und wahren Rechtleitung strebt. Die muslimischen Gelehrten haben erwähnt, dass immer wenn Allah uns vor einer Strafe warnt, er uns gleichzeitig einen Ausweg zeigt, um die Strafe zu vermeiden. Viele muslimische Juristen zitieren diesen Vers auch im Falle der Bestrafung für Hirabah (bewaffnete Raubüberfälle oder Straßenräuberei). Unter solchen Umständen, je nach der Schwere der Schuld, wird eine Strafe festgesetzt. Wenn Mord begangen wurde, wird Exekution als Strafe vorgeschrieben. Den Umständen entsprechend können die Richter eine geringere Strafe wählen. Die Verbannung, die der Vers erwähnt, wurde von einigen Rechtsschulen als Gefängnisstrafe aufgefasst. Die Strafe durch Kreuzigung wurde im Vers zwar erwähnt, doch viele muslimische Gelehrte stellten fest, dass sie nie zuvor von der Beschreibung dieser Strafe gehört hatten. In der Tat antwortete Imam Malik, der Gründer der malikitischen Rechtsschule, als er über Kreuzigung befragt wurde, dass er nicht von einem einzigen Fall gehört habe, in dem Kreuzigung als Strafe für bewaffneten Raubüberfall beschrieben wurde. (Siehe Al-Mudawwanah, Band XV Seite 99). Im Lichte dieser Tatsache sagte Sheikh Muhammad S. Al-Awa:

Diese Beobachtung Maliks gibt mir den Eindruck, dass diese Strafe nur beschrieben wurde, um den potenziellen Kriminellen abzuschrecken. (El-Awa, Punishment in Islamic Law; US American Trust Publications, 1993, S.11, Hervorhebungen durch den Übersetzer)

Scheikh Muhammad S. Al-Awa schreibt zu dem Argument, dass solche Strafen barbarisch sind:

Sheikh Muhammad Abu Zahra erklärt in seinem oben erwähnten Buch [Al-Jarima wal- ´Uquba, Seiten 6-11] das Ziel sowohl des islamischen Gesetzes als auch des geheiligten jüdischen Gesetzes, das in der Thora enthalten ist, einerseits öffentliche Sicherheit und Frieden für die Gemeinschaft zu erlangen und andererseits die kriminelle Minderheit zu bestrafen. Dementsprechend wurden die notwendigen Mittel für das Erreichen dieses Vorhabens sowohl in der Thora als auch im Koran beschrieben. Die zweite Frage betrifft das Gesetz der Vergebung für bereuende Verbrecher und ob Hirabah aufgrund dieses Gesetzes mit dem Tod bestraft werden sollte. Um diese Frage zu beantworten sollte man sich erneut ins Gedächtnis rufen, dass diese Strafe, und in der Tat alle Hudud-Strafen im islamischen Rechtssystem hauptsächlich dazu Erwähnung finden, um die Gesellschaft vor Verbrechen zu bewahren. Um dieses Ziel zu erreichen macht es das islamische Gesetz, das Strafe für Kriminelle vorschreibt gleichzeitig möglich, dass sie verschont werden, wenn sie das Ausmaß ihrer Taten begreifen und Besserung geloben. Dies widerspricht nicht der vorherigen Aussage Abu Zahras. Während Bestrafung zurückgehalten werden kann, müssen alle Verletzungen und Schäden, die aus der Tat des Verbrechers folgen, berücksichtigt werden. Auf diese Weise verliert die Gesellschaft nichts. Im Gegenteil, sie gewinnt ein neues Mitglied, der, wenn er nicht die Chance zur Reue bekommen hätte, immer als Gesetzesloser gegolten hätte. (El-Awa, Punishment in Islamic Law; US American Trust Publication, 1993, S.13, Hervorhebungen durch den Übersetzer)

Für weitere Informationen zum Islamischen Strafrecht sei auf den hervorragenden Artikel „Crime and Punishment in Islam (Verbrechen und Strafen im Islam) verwiesen. Andere Gelehrte erklären die islamischen Strafen und stellen vergleiche an. Sheikh Abdul Majid Daryabadi schreibt folgendes über den Vers 5:33:

Es mögen einige dieser Strafen manchen übersensiblen westlichen Lesern als „barbarisch“ erscheinen und ihn an „Streckung und Vierteilung“, einer englischen Strafmaßnehme des 18. Jahrhunderts erinnern, das auf diejenigen angewendet wurde, die des Hochverrats am König oder der Regierung schuldig befunden wurden. Der Schuldige wurde normalerweise mit einem Schlitten zum Hinrichtungsplatz gezogen. Dort wurde er am Nacken an einem Gerüst aufgehängt, aufgeschnitten und ausgeweidet, während er noch am Leben war. Dann wurde sein Kopf von seinem Körper abgetrennt und sein Körper in vier Teile geteilt. Mit dem Beruf ihres Glaubens als Hochverräter verurteilt erlitten viele Katholiken in England und Irland diesen Tod. `Während der Regentschaft von Henry III und Edward I gibt es zahlreiche Hinweise darauf, dass der Tod die gängige Bestrafung für Verbrechen waren; und dies blieb als Landesgesetz für Hochverrat und für alle Verbrechen bestehen mit Ausnahme von Bagatelldiebstählen bis ins Jahr 1826 bestehen´ (Stephen, History of the Chriminal Law of England, Seite 458). Im heutigen englischen Gesetz gilt Räuberei als gewalttätiger Diebstahl; diese Schuld verjährt das ganze Leben lang nicht und ein Mann kann zusätzlich dazu einmal gepeitscht werden. Die Elemente dieser Gesetzgebung sind grundsätzlich im amerikanischen Gesetz die Selben (EBr. XIX S.346)  (Daryabadi, The Glorious Quran, Hervorhebungen durch den Übersetzer)

Im Licht der oben genannten Punkte können wir alle Meinungen, dass dieser Vers Gewalt und Krieg unterstützt klar als gegenstandslos zurückweisen. Der textliche Kontext , der historische Kontext, der gesetzliche Zusammenhang und eine vergleichende Analyse dieses Verses zeigen alle, dass er Gerechtigkeit im Gegenzug für schwere Verbrechen zeigt und keinesfalls die Lügen von Islam-Hassern unterstützt.

Eine ähnliche Überlieferung

Einige Bürger des Stammes von ´Uraina kamen nach Medina und das Klima lag ihnen nicht. So erlaubte Allahs Gesandter (Friede und Segen auf ihm) ihnen, zu der Herde von Kamelen (gespendet als Zakah) zu gehen und deren Milch und Urin (als Medizin) zu trinken, doch sie töteten den Hirten und stahlen alle Kamele. So sandte Allahs Gesandter (Friede und Segen auf ihm) (Männer), um sie zu verfolgen und zu fangen und sie wurden zu ihm gebracht. Er ließ ihre Hände und Füße abschneiden, ihre Augen wurden mit erhitzten Eisen geblendet und sie wurden im Harra (einem steinigen Ort in Medina) bei spitzen Steinen ausgesetzt. [Bukhari, Band 2, Buch 24, Nummer 577]

Diese Erzählung wird oft  zitiert, um den Propheten Muhammad (Friede und Segen auf ihm) als jemanden darzustellen, der außerordentlich grausame und barbarische Strafen verhängte. Lassen Sie uns die Erzählung genauer und in Zusammenhang mit Erzählungen des selben Ereignisses betrachten. Die Erzählung beinhaltet folgendes:

  • Einige Leute vom Stamm der Urayna (oder Ukil) kamen nach Medina, nachdem sie den Islam angenommen hatten
  • Sie bekamen aufgrund des Klimas eine Krankheit, für welche die Araber normalerweise die Milch und den Urin von Kamelen als Medizin einnahmen
  • Der Prophet Muhammad (Friede und Segen auf ihm) erlaubt ihnen, zur Kamelherde zu gehen, damit sie ihre Medizin bekamen
  • Nach ihrer Genesung töteten sie den Hirten und brachten alle Kamele weg
  • Der Prophet Muhammad (Friede und Segen auf ihm) befahl, ihre Hände und Füße abzuschneiden, ließ sie mit heißen Eisenstäben blenden und in der Wüste aussetzen

Es ist klar, dass der Prophet Muhammad (Friede und Segen auf ihm) das Abhacken der Hände und der Füße in Übereinstimmung mit dem islamischen Gesetz, das Hirabah (bewaffneten Raub) betrifft. Was in dieser Überlieferung nicht auftaucht, ist der Grund für ihre Blendung mit erhitztem Eisen. Dies wird in anderen Erzählungen erwähnt, in denen berichtet wird, dass sie das Gleiche mit dem Hirten, den sie getötet hatten, getan hatten. Wie Sheikh Abdul Khaliq Hasan Ash-Sharif über diese Erzählung schreibt:

Es sollte klar gesagt werden, dass diese Leute, die zum Propheten (Friede und Segen auf ihm) kamen, Muslime waren und dass sie krank waren. Der Prophet wies sie an, zu der Kamelherde zu gehen und deren Milch und Urin (als Medizin) zu trinken. Sobald sie wieder gesund wurden, töteten sie den Hirten des Propheten (Friede und Segen auf ihm) und brachten alle Kamele weg, die als Sadaqah (Armenspende) gedacht waren: Als der Prophet (Friede und Segen auf ihm) dies erfuhr, verkündete er die Strafe für Hirabah für sie. Hirabah meint das Töten von Menschen und das Rauben ihres Geldes oder die Vergewaltigung ihrer Frauen von einer bewaffneten Gruppe von Menschen. Die Strafe für Hirabah wird im Koran festgelegt. Allah sagt (in ungefährer deutscher Übersetzung):

„Der Lohn derjenigen, die Krieg führen gegen Allah und Seinen Gesandten und sich bemühen, auf der Erde Unheil zu stiften, ist indessen (der), daß sie allesamt getötet oder gekreuzigt werden, oder daß ihnen Hände und Füße wechselseitig abgehackt werden, oder daß sie aus dem Land verbannt werden. Das ist für sie eine Schande im Diesseits, und im Jenseits gibt es für sie gewaltige Strafe,“ [Koran 5:33]

Was das Ausbrennen ihrer Augen betrifft ordnete der Prophet (Friede und Segen auf ihm) an, die Augen der Leute von ´Ukl oder ´Uraina mit Eisen auszubrennen, weil sie den Schäfer getötet hatten und seine Augen mit Eisen ausgebrannt hatten. Imam Ibn Hajar erwähnte die verschiedenen Meinungen der Gelehrten und er sagte, „Das Töten, das stattgefunden hatte (laut des oben erwähnten Hadithes) war eine Vergeltungsmaßnahme und Allah Der Allmächtige sagt (in ungefährer deutscher Übersetzung):

„Wenn jemand gegen euch übertritt, dann geht (auch ihr) in gleichem Maß gegen ihn vor, wie er gegen euch übertreten hat.“ [Koran 2:194]

Alles in Allem ist es nicht möglich, diese Geschichte als Beweis dafür zu verwenden, dass Folter im Islam erlaubt ist, da der Prophet (Friede und Segen auf ihm) die Strafe für Hirabah auf sie anwendete und dies nicht zur persönlichen Vergeltung tat.

Ebenso schreibt Moiz Amjad:

Es gibt in der oben erwähnten Überlieferung nur eine Stelle, die Fragen beim Leser aufwirft. Es scheint außergewöhnlich, dass, nachdem die Strafe, die im Koran für Verbrechen gegen die Gemeinschaft festgeschrieben ist, Anwendung fand, der Prophet (Friede und Segen auf ihm) anordnete, sie zu blenden. Die meisten der Erzählungen beantworteten diese Frage nicht. Jedoch gibt es eine Erzählung, berichtet von Ibn Al-Jarud´s Al-Muntaqa, in der von Anas berichtet wird, der auch den Grund für diese Bestrafung erklärte. Der Gefährte des Propheten (Friede und Segen auf ihm) sagte demnach:

Der Prophet (Friede und Segen auf ihm) brannte ihre Augen aus, da sie die Augen des Schäfers ausgebrannt hatten (Band 1, S.216)

Diese Erklärung stellt die Tatsache dass der Prophet (Friede und Segen auf ihm) das Blenden der Schuldigen in Übereinstimmung mit der koranischen Anweisung von Qisas (Al-Baqarah 2: 178, Al-Ma´idah 5:45) angeordnet hatte, um den Mord und die verursachten physischen Verletzungen an jemandem zu bestrafen. In Hinsicht auf die vorhergehende Erklärung finde ich keinen Grund, den Vorfall, über den in der vorliegenden Erzählung gesprochen wird für unauthentisch zu halten.

Sheikh Muhammad al-Qannas, ein Professor an der Al-Imam Universität (Riyadh, Saudi Arabien) setzt die Erzählung in Perspektive, indem er die Ansichten der verschiedenen muslimischen Gelehrten darstellt:

Der oben erwähnte Hadith wird in Sahih al-Bukhari (6802) und in Sahih Muslim (1672) erzählt. Er liest sich wie folgt:

Einige Leute die (zum Stamm) der ´Uraynah gehörten, kamen zum Propheten (Friede und Segen auf ihm) nach Medina, doch das Klima setzte ihnen zu. So sagte der Prophet (Friede und Segen auf ihm) zu ihnen: Wenn ihr möchtet, könnt ihr zu den Kamelen gehen, die Teil der Almosen sind und ihre Milch und ihren Urin trinken. So taten sie und fühlten sich wieder besser. Dann fielen sie über die Hirten her, töteten sie, wurden Abtrünnige vom Islam und brachten die Kamele des Propheten (Friede und Segen auf ihm) weg. Die Neuigkeiten erreichten den Gesandten Allahs (Friede und Segen auf ihm) und er sandte (Leute) ihnen hinterher. Sie wurden (gebracht) und ihm übergeben. Er ordnete an, ihre Hände abzuhacken und ihre Füße und ließ ihre Augen herausnehmen und warf sie auf steinigen Boden, so dass sie starben.

Die Gelehrten sind sich über diese Bestrafung nicht einig:

Einige sagten: Diese Bestrafung war eine Rache für ihr Handeln und der Prophet (Friede und Segen auf ihm) bestrafte sie auf dieselbe Art, wie sie die Hirten getötet hatten. Es findet in Sahih Muslim Erwähnung

„Der Prophet (Friede und Segen auf ihm) ließ ihre Augen entfernen, weil sie die Augen der Hirten entfernt hatten.“ [Muslim]

Die Menschen, die die militärische Karriere des Propheten (Friede und Segen auf ihm) untersucht hatten sagten: Sie zerstückelten die Hirten. Ibn al-Qayyim sagte: „Es lässt sich aus der Geschichte des al-´Araniyin- Stammes entnehmen, dass der Verbrecher auf dieselbe Art bestraft wird, wie das, was er jemandem angetan hat. Wenn sie die Augen der Hirten ausgebrannt hatten, dann brannte er ihre Augen aus.“ [Zad al-Ma´ad: (3/286)]

Andere Gelehrte sagen, dass was in dem Hadith erwähnt wird, wiederrufen wurde, da Verstümmelung verboten ist.

Was in diesem Hadith passiert ist, wurde wiederrufen. Dies wurde von al-Bukhari übernommen. Er erzählte von Qatadah: „Es wurde uns über den Propheten (Friede und Segen auf ihm) berichtet, danach bestärkte der Prophet (Friede und Segen auf ihm) die Wohltätigkeit und verbat die Verstümmelung.“ [Sahih al-Bukhari (1492)]

Es wurde von Qatadah über Muhammad b. Sirin berichtet, dass dies stattgefunden hatte, bevor die Regelung über Strafen herab gesandt wurde [Sahih al-Bukhari (5686)]

Al-Hazimi sagte: „Dieser Hadith wurde abgeschafft“ und er schrieb ein Kapitel „Verstümmelung und seine Abschaffung“. Er sagte: „Eine Gruppe von Leuten haben die Meinung, dass diese Regelungen am Anfang festgemacht worden waren und dann abgeschafft wurden, als Allah herab sandte (in ungefährer deutscher Übersetzung):

„Der Lohn derjenigen, die Krieg führen gegen Allah und Seinen Gesandten…“ [Koran 5:33]

[Al-I´tibar fi al-Nashikh wa al-Mansukh, S.196]

Es könnte sein, dass diese schwere Bestrafung anfangs stattfand, weil der Prophet (Friede und Segen auf ihm) wusste, dass einige der rauen und wilden Beduinen, die in der Umgebung Medinas lebten, nicht davor zurückschrecken würden, andere anzugreifen, bis sie von solch schweren Bestrafungen hörten. Die Wüstenbeduinen, die in der umliegenden Wildnis lebten waren kriegerische Stämme, die an die schwierigen Bedingungen gewohnt waren und Drangsale und Schikane verursachten. Allah sagt (in ungefährer deutscher Übersetzung):

„Die Wüstenaraber sind mehr ungläubig und heuchlerischer, und es paßt eher zu ihnen, daß sie die Grenzen dessen, was Allah auf Seinen Gesandten (als Offenbarung) herabgesandt hat, nicht kennen. Und Allah ist Allwissend und Allweise.“ [Koran 9:97]

Daher bestrafte der Prophet Muhammad (Friede und Segen auf ihm) sie nicht mehr, als sie den Kamelhirten und der Muslimischen Gemeinschaft angetan hatten. Er sandte damit auch eine aussagekräftige Nachricht an die Wüstenstämme, die oft benachbarte Dörfer und Stämme angriffen und überfielen. Diese Bestrafung wurde für die Sicherheit der muslimischen Gemeinschaft durchgeführt, die in sehr gefährlichen Zeiten lebten und kein formales Gesetzessystem hatten, um mit den Arabischen Stämmen umzugehen. Die Situation ist mit der heutigen Zeit nicht zu vergleichen, da heute die Regierungen viel Einfluss und Kontrolle über ihre Territorien haben. In Arabien aber herrschte eine Stammes-Anarchie. Sheikh Muhammad ´Ata Al Sid Ahmad schreibt:

Als die Verbrecher von ´Urainah die muslimische Gemeinschaft betrogen, die ihnen mit all der Liebe und dem Respekt begegnet waren, indem sie den Kamelhirten folterten und töteten und mit den Kamelen als Beute flohen, stellte der Prophet (Friede und Segen auf ihm) alle seine Kräfte auf, nahm sie fest und behandelte sie auf die strengste Weise, die das Gesetz zuließ. (Al-Sid, Islamic Criminal Law: The Hudud; Malaysia, Eagle Trading Sdn. Bhd., 1995, S.132)

Es sollte auch beachtet werden, dass viele von denen, die die islamischen Strafen kritisieren, selbst an ein Leben nach dem Tod glauben, in dem die Menschen für ihre Verbrechen bestraft werden, oft mit einer ewigen Folter in der Hölle. Eine ewige Folterung ist viel strenger, als jede vorübergehende Bestrafung, die in diesem Leben erfahren wird. Die Bestrafungen, die im Islam beschrieben werden, sind dazu gedacht, den Schuldigen von seiner Sünde rein zu waschen, damit er vor einer viel schlimmeren Strafe im nächsten Leben bewahrt wird. Es scheint, dass jemand, wenn er seine Strafe ins nächste Leben verschiebt, der unterbewusste Glauben besteht, dass diese Strafe nicht so „real“ ist und daher eine ewige Folter in der Hölle die Leute nicht so sehr beschäftigt, wie eine schmerzhafte Strafe im Hier und Jetzt. Ein solches Denken ist aber völlig falsch.

Einige Schreiber haben auch behauptet, dass die Strafe, die die Ukil bzw. Urayna erfahren haben wegen ihrem Abfall [vom Islam] war. Dies wird jedoch vom Text des Hadith sowie durch Übereinstimmung aller muslimischer Juristen klar zurückgewiesen. Sheikh Muhammad S. Al-Awa erklärt dies ebenso:

Auf der anderen Seite ist die herrschende Meinung unter den muslimischen Juristen, dass der Fall dieser Gruppe von ´Ukal und Urayna ein Fall von Hirabah (bewaffneter Räuberei) war und es war dieses Verbrechen, für das sie bestraft wurden. (Siehe Tabari, Tafsir, Band VI, Seiten 132-146, Ibn al-Qayyim, Zad al-Ma´ad, Band III, S. 78; Ibn Hajar, Fath Al-Bari, kritisiert Bukhari´s Sichtweise). Der Text selbst zeigt dies sehr klar. (El-Awa, Punishment in Islamic Law; US American Trust Publications, 1993, S.51)

Abschließend lässt sich sagen, dass diese Erzählung sich auf einen Fall von Hirabah (bewaffneter Räuberei) bezieht, in dem der Prophet Muhammad (Friede und Segen auf ihm) die Gesetze von Qisas (Vergeltung) anwendete und die Verbrecher genau so bestraft wurden, wie das, was sie den Hirten angetan hatten. Der Prophet (Friede und Segen auf ihm) überschritt diese Grenze in all der beschriebenen Bestrafung nicht, sondern reinigte die Bestraften eher, so dass ihre Bestrafung im nächsten Leben verhindert würde.