Falsch interpretierter Vers Nummer 9

"They question you concerning fighting in the sacred month. Say: Fighting therein is a great/grave (matter); but to prevent access to God, to deny Him, to prevent access to the Sacred Mosque, to expel its members and polytheism are worse than slaughter. Nor will they cease fighting you until they make you renegades from your religion. If any of you turn back and die in unbelief, your works will be lost and you will go to Hell. Surely those who believe and leave their homes to fight in God's Cause have the hope of God's Mercy." [Koran 2:217-218]]

Wieder wurde die Übersetzung verändert. Vor dem Betrachten der Interpretation sollten wir eine klarere Übersetzung zu Rate ziehen:

„Sie fragen dich nach dem Schutzmonat, danach, in ihm zu kämpfen. Sag: In ihm zu kämpfen ist schwerwiegend. Aber von Allahs Weg abzuhalten - und Ihn zu verleugnen -, und von der geschützten Gebetsstätte (abzuhalten) und deren Anwohner von ihr vertreiben, ist (noch) schwerwiegender bei Allah. Und Verfolgung ist schwerwiegender als Töten. Und sie werden nicht eher aufhören, gegen euch zu kämpfen, bis sie euch von eurer Religion abgekehrt haben - wenn sie (es) können. Wer aber unter euch sich von seiner Religion abkehrt und dann als Ungläubiger stirbt -, das sind diejenigen, deren Werke im Diesseits und im Jenseits hinfällig werden. Das sind Insassen des (Höllen)feuers. Ewig werden sie darin bleiben. Diejenigen (aber), die glauben, und diejenigen, die auswandern und sich auf Allahs Weg abmühen, sie hoffen auf Allahs Erbarmen. Allah ist Allvergebend und Barmherzig.“ [Koran 2:217-218]

Es ist ersichtlich, wie abträglich es für Islam-Hasser ist, eine Authentische und unverfälschte Übersetzung zu benutzen, da es ihre Täuschungsmethoden offenlegt. Der Zusammenhang dieses Verses bezieht sich auf eine Expedition einer Gruppe der Gefährten des Propheten Muhammad (Friede und Segen auf ihm) unter der Leitung von Abdullah bin Jahsh Asadi. Die Gefährten bemerkten eine Karawane der Quraysh. Da die Quraysh den Muslimen Krieg erklärt hatten, sie verfolgt, aus ihren Häusern vertrieben, ihr Eigentum gestohlen hatten und die Gefährten, die da waren, sahen, dass sie Vergeltung üben könnten. Sie töteten einen Mann aus der Karawane und nahmen zwei Männer gefangen. Als sie nach Madinah zurückkehrten missbilligte der Prophet ihre Attacke während des heiligen Monats. Doch Gott sandte diesen Vers herab, um die Muslime zu erinnern, dass ein Töten während des Schutzmonats zwar schlimm sei, die Verfolgung und Vertreibung von Menschen aus ihren Häusern wegen ihres Glaubens jedoch schlimmer. So macht der Vers klar, dass die Muslime im Angesicht der terroristischen Attacken der Polytheisten standhaft bleiben sollten und sich an Gott wenden sollten anstatt aufzugeben und von der Wahrheit abzulassen. Wie Sheikh Safiur Rahman Al-Mubarakpuri über Vers 2:217 schreibt:

Die Worte Allahs waren sehr klar und drückten aus, dass der Tumult, der von den Polytheisten ausgelöst wurde grundlos war. Die geheiligten, unverletzlichen Friedensrechte waren im langen Kampf gegen den Islam und der Verfolgung seiner Anhänger immer wieder verletzt worden. Die Gesundheit der Muslime, wie auch ihre Häuser, waren bereits geschändet worden und der Prophet (Friede und Segen auf ihm) war Ziel verschiedener Anschläge auf sein Leben… Kurz danach wurden die beiden Gefangenen freigelassen und Blutgeld (zur Wiedergutmachung) wurde an den Vater des Getöteten bezahlt. (vgl. für Details Zad Al-Ma´ad, 2/83-85, Ibn Hisham, 1/605; Rahmatul-lil´Alamin, 1/115. 2/468). (Almubarakpuri, Ar-Rahiq Al-Makhtun; Riyadh-Saudi Arabia, Darus-Salam Publikations, 1996; Seiten 205-206, Hervorhebungen durch den Übersetzer)

Falsch interpretierter Vers Nummer 10

„Und kämpft auf Allahs Weg und wisst, dass Allah Allhörend und Allwissend ist.“ [Koran 2:244]

“Those who believe fight in the cause of Allah, and the unbelievers Fight in the cause of Evil, so destroy such minions of the devil!” [Koran 4:76]

Vers 4:76 wird wie folgt übersetzt:

„Diejenigen, die glauben, kämpfen auf Allahs Weg, und diejenigen, die ungläubig sind, kämpfen auf dem Weg der falschen Götter. So kämpft gegen die Gefolgsleute des Satans! Gewiss, die List des Satans ist schwach.“[Koran 4:76]

Wir haben die Gründe bereits aufgezählt, aus denen es Muslimen erlaubt ist zu kämpfen in unserem Kommentar zu Vers 2:216, am Anfang des Artikels. Dr. Maher Hathout kommentiert den Vers 4:76, indem er sagt:

Dieser Vers ist mit den zwei vorhergehenden Versen verwandt (siehe 4:74-75), wo erwähnt wird, dass diejenige, die für die Sache Gottes kämpfen belohnt werden, egal ob sie siegreich sind oder verlieren. Das Kämpfen für die Sache Gottes schließt die Befreiung von Unterdrückten mit ein, womit hilflose Männer und Frauen gemeint sind, die sich nach Freiheit sehnen und dafür beten. Die Gläubigen kämpfen für die Sache Gottes und die Ungläubigen kämpfen für die Sache ihrer Götzenbilder. Ein Götzenbild mag konzeptuell verstanden werden. Zum Beispiel mag das Böse oder die Habgier figurativ als Götzenbild konzipiert sein. Die Gläubigen sollten all ihr Vertrauen in Gott den Allmächtigen und Mächtigen setzen und nicht die ungläubigen mit ihren böswilligen Plänen fürchten. Böswillige Pläne sind immer der Güte unterlegen. (Hathout, Jihad vs. Terrorism; US Multimedia Vera International, 2002, S.50)

Der Vers 2:244 klärt die Gläubigen auf, keine Grenzen zu überschreiten, denn sie müssen wissen, „dass Allah Allhörend und Allwissend ist.“ [Koran 2:244]. So ist sich ein wahrer Muslim bewusst, dass Gott zusieht, wenn er die Rechte Anderer verteidigt und überschreitet seine Grenzen nicht, wenn er Gerechtigkeit durchsetzt.

Falsch interpretierter Vers Nummer 11

„Kämpft gegen diejenigen, die nicht an Allah und nicht an den Jüngsten Tag glauben und nicht verbieten, was Allah und Sein Gesandter verboten haben, und nicht die Religion der Wahrheit befolgen - von denjenigen, denen die Schrift gegeben wurde -, bis sie den Tribut aus der Hand entrichten und gefügig sind!“ [Koran 9:29]

Einige Menschen meinen fälschlicherweise, dem Vers 9:29 entnehmen zu müssen, dass den Muslimen befohlen wird, Nicht-Muslime anzugreifen, bis sie Geld bezahlen. In Wahrheit aber ist eine solche Interpretation absolut falsch und widerspricht den authentischen islamischen Lehren. In seinem Kommentar zu diesem Vers schreibt Sheikh Jalal Abualrub:

Diese Ayat (Koranischen Verse) zeigen die Notwendigkeit, gegen die Leute der Schrift zu kämpfen, aber unter welchen Bedingungen? Wir haben vorher festgestellt, dass der islamische Staat keine Nicht-Muslime angreifen darf, die dem Islam nicht feindlich gesinnt sind, die keine Muslime unterdrücken oder versuchen, Muslime mit Gewalt von ihrer Religion abzubringen, sie aus ihren Ländern zu vertreiben, ihnen Krieg erklären oder Angriffe gegen den Islam vorzubereiten. Wenn eine dieser Bedingungen erfüllt ist, ist es den Muslimen erlaubt sich selbst zu verteidigen und ihre Religion zu verteidigen. Muslime dürfen keine Nicht-Muslime angreifen, die Friedensvereinbarungen mit ihnen getroffen haben oder welche, die unter dem Schutz des islamischen Staates leben. (Abualruf, Holy Wars, Crusades, Jihad)

Die folgende Fatwa [Rechtsgutachten] zeigt auf, dass Muslime keinen friedlichen nicht-muslimischen Staat angreifen können:

Frage: Ist es für einen islamischen Staat verpflichtend, ihren benachbarten nicht-muslimischen Staat anzugreifen und `Jizyah` von ihnen zu fordern? Sehen wir das in den Beispielen der rechtgeleiteten Kalifen, die gegen das römische und das persische Imperium kämpften, ohne dass von ihnen Aggression ausging?

Dies wird von Sheikh Hani al-Jubayr, Richter im Obersten Gericht in Jeddah, beantwortet:

Wenn das nicht-muslimische Land nicht das muslimische Land angreift, noch aufrüstet, um das Praktizieren und die Verbreitung des Islam zu unterbinden und auch keine Moscheen zerstört oder die muslimische Bevölkerung in ihrem Recht beschneidet, ihren Glauben zu leben und den Unglauben verächtlich zu machen, dann darf das muslimische Land dieses Land nicht angreifen. Jihad der militärischen Art war den Muslimen immer nur erlaubt, um ihre Religion zu verteidigen und um Unterdrückung von den Menschen abzuwenden.

Die Perser und Römer waren in der Tat dem Islam feindlich gesinnt und griffen die Muslime zuerst an.

Der Perserkönig Kroesus war so weit gegangen, seinem Kommandeur in Jemen zu befehlen, den Propheten (Friede und Segen auf ihm) zu töten. Die Römer mobilisierten ihre Streitkräfte, um gegen den Propheten ( Friede und Segen auf ihm) zu kämpfen und die Muslime trafen in den Schlachten von Mu´tah und Tabuk auf sie während der Lebzeiten des Propheten (Friede und Segen auf ihm).

Möge Allah (t) uns alle rechtleiten. Und Friede und Segen seien auf unserem Propheten Muhammad.

Die obengenannte Fatwa bezieht sich auf den historischen Kontext, in dem der Prophet Muhammad (Friede und Segen auf ihm) gegen andere Nationen kämpfte. Der Prophet Muhammad (Friede und Segen auf ihm) begann keine Auseinandersetzung mit irgendjemandem, bis er oder seine Gefolgsleute von allen attackiert wurden, die den neuen islamischen Staat vernichten wollten. Die ersten Feindlichkeiten zwischen den Muslimen und dem Römischen Weltreich begannen, als der Gesandte des Propheten Muhammad (Friede und Segen auf ihm) Al-Harith bin Umair Al-Azdi zum Stamm von Ghassan kam (einem Gouvernat des römischen Imperiums) und dort aufgehängt und enthauptet wurde (Al-Mubarakkpuri, Ar-Rahiq Al-Makhtum, S. 383). Die Tötung eines Diplomaten war ein offener Akt der Kriegserklärung und der Prophet Muhammad schickte eine bewaffnete Armee gegen diesen Stamm aus. Das Römische Reich schickte jedoch Truppen und im anschließenden Kampf, der als die Schlacht von Mu´tah bekannt wurde, wurden die Muslime geschlagen. Nach diesem Vorfall fanden weitere Kämpfe zwischen den Muslimen und dem Römischen Reich statt und die Muslime waren siegreich. Genauso wurden wie in der oben erwähnten Fatwa, die Streitigkeiten zwischen den Muslimen und den Persern nur dadurch begonnen, dass der Persische Herrscher Kroesus seinem Gouverneur in Jemen, Badham, anordnete, den Propheten Muhammad (Friede und Segen auf ihm) zu töten, obwohl diese Anschläge dadurch vereitelt wurden, dass letzterer den Islam annahm. Andere nicht-muslimische Gruppen, wie die in Medina begannen auch Streitigkeiten gegen den Islam und verletzten damit Friedensvereinbarungen, wie Scheikh Sayyid Sabiq schreibt:

Was den Kampf gegen die Juden (Leute der Schrift) betrifft, hatten sie einen Friedensvertrag mit dem Propheten (Friede und Segen auf ihm) geschlossen, nachdem er nach Medina ausgewandert war. Kurz danach brachen sie den Friedensvertrag und schlossen sich den Götzendienern und Heuchlern gegen die Muslime an. Sie kämpften auch in der Schlacht von Ahzab gegen die Muslime, dann offenbarte Allah… [hier zitiert er Vers 9:29] (Sayyid Sabiq, Fiqhu as-Sunnah, Band 3, S. 80)

Im Licht des historischen Kontext dieses Verses wird es klar, dass der Vers in Verbindung damit offenbart wurde, dass die Muslime angegriffen wurden. Wie Dr. Jamal Badawi aus dem Vers 9:29 und ähnlichen Versen schließt:

Alle dieser Verse beziehen sich ausnahmslos bei genauerer Betrachtung auf die Unterdrückung, unter der die Muslime zur Zeit des Propheten (Friede und Segen auf ihm), zu leiden hatten, entweder durch götzendienerische Araber, einige der jüdischen Stämme in Medina oder durch einige Christen.

Daher ist der Befehl zu kämpfen in Vers 9:29 auf die Nicht-Muslime bezogen, die von sich aus angreifen und nicht diejenigen, die in Frieden leben wollen. Der Vers zeigt einige Konditionen, die stattfanden, als er zur Zeit des Propheten Muhammad (Friede und Segen auf ihm) offenbart wurde. Sheikh Sayyid Sabiq schreibt dazu:

Aus dem hier Erwähnten geht hervor, dass der Islam nicht erlaubt, Streitigkeiten zu beginnen, außer 1. Angriffe abzuwehren, 2. Die Ausbreitung des Islam zu schützen und 3. Fitnah und Unterdrückung abzuwehren, um die Freiheit der Religion zu gewährleisten. In solchen Fällen wird das Kämpfen zur Notwendigkeit in der Religion und wird zu einem ihrer geheiligten Bestandteile. Dies wird als `Jihad` bezeichnet. (Sayyid Sabiq, Fiqhu as-Sunnah, Band 3, S.81)

Der Vers fährt damit fort, einige Angelegenheiten des islamischen Staates zu erwähnen, die sich auf die Regelungen für nicht-muslimische Bürger beziehen. Dr. Maher Hathout kommentiert diese Regelungen in Vers 9:29:

Religionsfreiheit ist ein essenzieller Aspekt im islamischen Staat. Eine der fünf Säulen des Islam ist die Zakah (Almosensteuer). Die Leute der Schrift (Christen und Juden) sind nicht verpflichtet, die islamische Zakah zu bezahlen, die vom Staat für soziale Angelegenheiten und Staatsangelegenheiten wie sie der Koran definiert (siehe 9:60) aufgewendet werden. Sie müssen aber andere Steuern bezahlen, um sich am Staatsbudget zu beteiligen. Wenn sie sich weigern, diese Steuern an den Staat zu bezahlen und gegen ihn rebellieren, so wird es eine Verpflichtung für den Staat, gegen sie vorzugehen, bis sie bereit sind, zu bezahlen. Das ist, was der Kalif Abu Bakr nach dem Tod des Propheten (Friede und Segen auf ihm) tat, als einige Leute nicht bereit waren, die Zakah zu bezahlen. (Hathout, Jihad vs. Terrorism; US Multimedia Vera International, 2002, S.53)

Der Vers erwähnt Jizyah, welche von einigen Menschen leider missverstanden wird. Wie jeder Staat verlangt die islamische Regierung Steuern von der Bevölkerung im Gegenzug für ihre Leistungen. Da Muslime Zakah bezahlen, wird von den Nicht-Muslimen gefordert die Jizyah zu bezahlen (für Mehr Information zum Thema Jizyah, siehe Jizyah im Islam und Jihyah und die Nicht-Muslimischen Minderheiten). Dr. Monqiz As-Saqqar schreibt zur Jizyah-Steuer:

Die Summe der Jizyah war niemals so groß, dass die Menschen sie nicht bezahlen konnten. Im Gegenteil, sie war immer durchdacht und gut zu leisten. Während der Lebzeiten des Propheten (Friede und Segen auf ihm) überschritt die Jizyah niemals einen Dinar jährlich und sie überschritt während der Regierungszeit der Umayyaden niemals vier Dinar.

Sheikh Abu´l-Hasan Al-Mawardi (gest. 1058 n.Chr) zeigt explizit, dass die Jizyah mit Rücksicht auf das durchschnittlichen Einkommen der Menschen festgelegt werden sollte und der Imam sollte die Höhe in Übereinstimmung mit den Führern der zu besteuernden Gruppen festlegen:

Die Fuqaha (Juristen) sind sich nicht einig in Bezug auf die Höhe der Jizyah. Abu Hanifah meint, dass diejenigen, die diese Steuer betrifft von drei verschiedenen Arten sind: Die Reichen, von denen 48 Dirham genommen werden, die Durchschnittsbürger, von denen 24 Dirham verlangt werden und die Armen, die 12 Dirham aufbringen müssen: Er schrieb diesbezüglich die minimalen und maximalen Abgaben fest und verbietet jede weitere Rechtsprechung für diejenigen, die für die Sammlung verantwortlich sind. Malik jedoch setzt den kleinst- und größtmöglichen Betrag nicht fest und meint, dass die Verantwortlichen diese kleinsten und größten Beträge selbst festlegen sollen. Was  Ash-Shafi´i betrifft, hält er einen Dinar für den kleinstmöglichen Betrag und es ist nicht erlaubt, ihn zu unterschreiten, während er das Maximum nicht festsetzt, da es vom Ijtihad (der Rechtsprechung) der Verantwortlichen abhängig ist: der Imam sollte auf jeden Fall versuchen, zwischen den vorgeschlagenen Beträgen abzuwägen oder zu einem Betrag zu kommen, der in Übereinstimmung mit der Meinung der Leute festgesetzt wird. Wenn seine Rechtsprechung eine Übereinstimmung für die Jazyah erzielt, die die Führer der zu Besteuernden zufrieden stellt, so wird dies für sie alle und ihre Nachfolger bindend, Generation nach Generation, und kein Führer kann im Nachhinein diese Höhe verändern, sei es eine Erhöhung oder eine Senkung. (Al-Mawardi, Al-Akham as-Sultaniyyah, Ta-Ha Publishers LTd. 1996, Seiten 209-210)

Die Gesetze des Islam verbieten den Muslimen, Nicht-Muslime zu unterdrücken, und gebietet ihnen, andere mit Gerechtigkeit und Mitgefühl zu behandeln. In der Tat verbot der Prophet Muhammad (Friede und Segen auf ihm) selbst den Muslimen, nicht-muslimische Bewohner eines islamischen Staates oder irgendeinen Nicht-Muslim zu verletzen, mit dem ein Friedensabkommen besteht. Er sagt,

„Wer einem Vertragspartner Unrecht tut, sein Recht verletzt, ihn überbelastet oder mit Gewalt etwas von ihm nimmt, dessen Ankläger werde ich am Tag des Gerichts sein.“ [Sunan Abi Dawud 170/3 Nr. 3052, Sunan an-Nasa´i 25/8 Nr. 2749 und überprüft von Al-Albani Nr. 2626]

In Schlussfolgerung dessen gebietet der Vers 9:29 den Muslimen, nur gegen diejenigen zu kämpfen, die sie von sich aus angreifen, wie durch den historischen Kontext gezeigt werden konnte. Die Muslime dürfen nur unter bestimmten Bedingungen kämpfen und ihnen wird befohlen, friedlich mit friedlichen nicht-muslimischen Nachbarn zusammenzuleben.

Eine ähnliche Überlieferung

Gottes Botschafter (Friede und Segen auf ihm) sagte: „Mir wurde befohlen die Menschen so lange zu bekämpfen bis sie sagen, Niemand hat das Recht angebetet zu werden außer Allah.“ [Bukhari, Band 4, Buch 52, Nummer 196]

Was diesen Hadith betrifft, wurde nur ein Teil davon zitiert und der gesamte Text liest sich wie folgt:

Und der Prophet (Friede und Segen auf ihm) sprach, „Mir wurde befohlen die Menschen so lange zu bekämpfen bis sie sagen, Niemand hat das Recht angebetet zu werden außer Allah und dass ich der Gesandte Allahs bin, bis sie das Gebet verrichten, die Zakah bezahlen, und wenn sie dies tun, so soll ihr Blut und Geld vor mir geschützt sein, außer ein islamisches Gesetz gebietet es, und ihr Gewinn wird bei Allah sein.“

Diese Erzählung erwähnt einige der Säulen des Islam, an denen die Muslime festhalten müssen. Das Kämpfen, das hier angeordnet wird, bezieht sich auf die Durchsetzung der Gesetze und Regelungen in einem islamischen Staat. Genau wie moderne Regierungen ihre Gesetzespolitik durchsetzen, macht es auch der islamische Staat. Diese Gesetzespolitik bezieht sich auf die Muslime, die ihre Zakah (Almosensteuer) bezahlen und die Gesetze in einem islamischen Staat aufrechterhalten. Diejenigen, die die Aussprüche des Propheten Muhammad (Friede und Segen auf ihm) am besten verstanden, waren seine Gefährten und wir können uns anschauen, wie sie die Aussprüche des Propheten Muhammad angewendet haben, um ein besseres Verständnis dafür zu bekommen. Man kann sehen, dass nach dem Tod des Propheten Muhammad (Friede und Segen auf ihm) viele Heuchler, die vorgegeben hatten, Muslime zu sein, begannen, sich abzuwenden und ihre religiösen Pflichten vernachlässigten. Ein Beispiel dafür war die Zakah (die Almosensteuer). Sie wollten die Befehle Gottes außer Acht lassen. Es geschah hierauf, dass Abu Bakr, der erste Kalif und Kalif dieser Zeit, diese Erzählung zitierte, um klar zu stellen, dass er nicht tolerant sein würde und dass er sie bekämpfen würde, bis sie einverstanden waren, den Islam im Ganzen zu praktizieren. Die Auseinandersetzungen, die daraus folgten, wurden als die Kämpfe von Riddah bekannt. Ähnlicherweise können wir beobachten, dass heutige Regierungen es nicht tolerieren würden, wenn ein Bürger nicht bereit wäre, die Steuern zu bezahlen, oder die Gesetze des Landes einzuhalten. Wenn jemand in einem Staat oder Land lebt, muss er die Regeln  beachten, um die Sicherheit und die Gesundheit der Gemeinschaft zu ermöglichen. Wir sollten beachten, dass die „Menschen“ oder „Leute“, von denen diese Erzählung spricht, sich nicht auf die gesamte Menschheit bezieht. Wie Sheikh Ahmed Ibn Taymiyah sagt:

„Es bezieht sich auf diejenigen, die einen Krieg beginnen, gegen die Allah uns erlaubt hat zu kämpfen. Es bezieht sich nicht auf diejenigen, die Abkommen mit uns haben, mit denen Allah uns gebietet, unseren Verträgen nachzukommen. „ [Majmu´ al-Fatawa 19/20]

Es ist klar, dass diese Erzählung nicht beinhaltet, den Islam den Nicht-Muslimen aufzuzwingen, da der Koran explizit sagt (in ungefährer deutscher Übersetzung):

„Es gibt keinen Zwang im Glauben…“ [Koran 2:256]

Wir haben uns mit dem Inhalt dieses Verses bereits in unserer Diskussion über Vers 9:5 auseinandergesetzt. Wenn man sie im Lichte des richtigen Kontextes betrachten, werden diese Verse und Erzählungen klar.

Falsch interpretierter Vers Nummer 12

„ […] so wird Allah Leute bringen, die Er liebt und die Ihn lieben, bescheiden gegenüber den Gläubigen, mächtig (auftretend) gegenüber den Ungläubigen, und die sich auf Allahs Weg abmühen und nicht den Tadel des Tadlers fürchten. Das ist Allahs Huld, die Er gewährt, wem Er will. Allah ist Allumfassend und Allwissend“ [Koran 5:54]

„Muhammad ist Allahs Gesandter. Und diejenigen, die mit ihm sind, sind den Ungläubigen gegenüber hart, zueinander aber barmherzig…“ [Koran 48:29]

Nicht-Muslime glauben, dass diese Verse den Muslimen befehlen, rau und grausam den Nicht-Muslimen gegenüber zu sein. Lassen sie uns zuerst den gesamten Vers betrachten:

„Muhammad ist Allahs Gesandter. Und diejenigen, die mit ihm sind, sind den Ungläubigen gegenüber hart, zueinander aber barmherzig. Du siehst sie sich verbeugen und niederwerfen, indem sie nach Huld von Allah und Wohlgefallen trachten. Ihr Merkmal steht auf ihren Gesichtern durch die Niederwerfung. Das ist ihr Gleichnis in der Tora. Und ihr Gleichnis im Evangelium ist das eines Getreidefeldes, das seine Triebe hervorbringt und dann stärker werden läßt, so daß sie verdicken und ebenmäßig auf ihren Halmen stehen, so daß es den Anbauern gefällt. (Dies,) damit Er die Ungläubigen durch sie ergrimmen lasse. Allah hat denjenigen von ihnen, die glauben und rechtschaffene Werke tun, Vergebung und großartigen Lohn versprochen.“ [Koran 48:29]

Das arabische Wort „Ashidda“ meint keine Rücksichtslosigkeit sondern Stärke und Beständigkeit. Mitleidlosigkeit ist eine nicht zu akzeptierende Übersetzung. Von den verschiedenen Übersetzern wird Ashidda wie folgt übersetzt [bei den Übersetzungen ins Englische]:

Pickthall: hart, Yusuf Ali: stark; Darybadi: ernst, streng; Khan Hilali: ernst; F. Malik: stark; Shakir: mit festem Herzen; Arberry: hart; Irving: strikt

Die Ungläubigen, auf die sich diese Verse beziehen, sind ebenfalls solche, die Muslime verfolgt und attackiert haben. Sheikh Fawzi Al-Athari sagte darüber folgendes:

Und ähnlicherweise behandeln wir die Ungläubigen, wenn sie uns gut behandeln und gut mit uns umgehen und auf eine gute Art und Weise, dann gehen wir gut mit ihnen und behandeln sie gut und auf eine gute Art und Weise.  Wenn aber ihr Betragen und ihr Verhalten schlecht sind [das heißt ungerecht und grausam], dann behandeln wir sie genau so, wie sie uns behandeln. Dies erlaubt die Gesetzgebung. Doch der Prophet (Friede und Segen auf ihm) hat in allen Erzählungen, die über sein Leben überliefert sind klar gemacht, dass eine gewisse Balance und Gerechtigkeit herrschen muss. Dies bezieht sich sowohl auf die Leute des Unglaubens, als auch auf die die Glauben haben.

Die Muslime wurden angewiesen, für ihre Religion gerade zu stehen, und sich selbst gegen die Verfolgung durch die Ungläubigen zu verteidigen. Wieder stellen wir bei der Betrachtung des historischen Kontextes fest, dass sich dies auf diejenigen bezieht, die die Muslime kontinuierlich angreifen. So finden diese Verse in Situationen Anwendung, die diesem historischen Kontext ähnlich sind. Da dieser Vers die Gefährten des Propheten Muhammad (Friede und Segen auf ihm) erwähnt und ihren Weg lobt, ist es angebracht, einige Überlieferungen über die Gefährten zu betrachten. Mus´ab bin Umair war ein bemerkenswerter Gefährte des Propheten Muhammad (Friede und Segen auf ihm). Er wurde nach Medina gesandt, um die Botschaft des Islam mit den dort lebenden Menschen zu teilen. Dabei gab es folgenden Vorfall:

Einmal saßen Mus´ab und Sad in der Nähe eines Brunnens in einer Obstplantage des Zafar-Klans. Bei ihnen waren einige neue Muslime und Menschen, die am Islam interessiert waren. Ein mächtiger Mann der Stadt, Usaid ibn Khudayr, kam und schwenkte seinen Speer. Er war sehr wütend. Sad ibn Zararah sah ihn und sagte zu Mus´ab: „Dies ist ein Stammesfürst. Möge Gott Glauben in sein Herz bringen.“ „Wenn er sich setzt, werde ich mit ihm sprechen,“ antwortete Mus´ab, und zeigte so die ganze Ruhe und das Taktgefühl eines guten Tages. Der ärgerliche Usaid beschimpfte Mus´ab und seinen Gast drohte ihnen. „Warum seid ihr beide zu uns gekommen, um die Schwachen unter uns korrupt zu machen? Haltet euch von uns fern, wenn ihr am Leben bleiben wollt. „Mus´ab lächelte warm und freundlich und sagte zu Usaid: „Möchtest du dich nicht setzen und zuhören? Wenn du zufrieden und glücklich mit unserer Mission bist, dann akzeptiere sie und wenn du sie nicht magst, werden wir aufhören, dir zu erzählen, was du nicht magst und diesen Ort verlassen.“ „Das ist eine gute Idee,“ sagte Usaid und setzte sich, wobei er seinen Speer in den Boden steckte. Mus´ab zwang ihn zu nichts. Er prangerte ihn nicht an. Er lud ihn nur ein, zuzuhören. Wenn er zufrieden sein würde, wäre dies gut. Wenn nicht, dann würde Mus´ab das Gebiet ohne Aufhebens verlassen und in ein anderes Gebiet gehen. Mus´ab begann, ihm über den Islam zu erzählen und trug ihm aus dem Koran vor. Noch bevor Usaid begann zu sprechen, konnte man an seinem Gesicht sehen, welches jetzt strahlend und erwartungsvoll war, dass Glaube in sein Herz eingetreten war. Er sagte: „Wie schön sind diese Worte und wie wahr! Was muss ein Mensch tun, um in diesen Glauben einzutreten?“ „Bade, reinige dich selbst und deine Kleidung. Dann sprich das Glaubensbekenntnis (Shahadah) und verrichte das Gebet.“ Usaid verließ die Versammlung und war eine kurze Zeit weg. Er kam zurück und bezeugte, dass es keinen Gott außer Allah gibt und dass Muhammad der Gesandte Allahs ist.

Ein anderes Beispiel ist das von Thumamah Ibn Uthal, der ein notorischer Krimineller war und viele muslimische Reisende getötet hat. Daher rief ihn der Prophet Muhammad (Friede und Segen auf ihm) als einen gesuchten Verbrecher aus, der gefangengenommen oder getötet werden sollte. Kurze Zeit darauf, als er auf Pilgerreise war, fassten ihn einige Muslime und brachten ihn zum Propheten Muhammad (Friede und Segen auf ihm). Der Prophet erkannte ihn, sperrte ihn in der Masjid (Moschee) ein, gab ihm Essen und ordnete sogar an, dass sein eigenes Kamel für ihn gemelkt werden sollte. Sie behandelten ihn eher wie einen Gast als wie einen Kriegsgefangenen! Der Prophet Muhammad (Friede und Segen auf ihm) fragte Thumamah, was er zu sagen hatte, worauf er antwortete „Wenn du jemanden zur Vergeltung töten willst, kannst du jemanden von edlem Blut haben, um ihn zu töten. Wenn du aufgrund deiner Großzügigkeit vergeben willst, werde ich dankbar sein. Wenn du Geld zur Wiedergutmachung möchtest werde ich dir geben, was immer du verlangst.“ Der Prophet Muhammad befreite ihn und erlaubt ihm, zu gehen. Am gleichen Tag kam Thumamah zurück und verkündete dem Propheten, dass er den Islam annahm. Daran erkennen wir, dass der Prophet Muhammad (Friede und Segen auf ihm) und seine Gefährten, den edelsten Charakter und die beste Einstellung gegenüber allen Leuten zeigten und das ist es, was so viele Menschen zum Islam brachte. Wie Gott im Koran sagt (in ungefährer deutscher Übersetzung):

„Durch Erbarmen von Allah bist du mild zu ihnen gewesen; wärst du aber schroff und hartherzig, so würden sie wahrlich rings um dich auseinandergelaufen. So verzeihe ihnen, bitte für sie um Vergebung und ziehe sie in den Angelegenheiten zu Rate. Und wenn du dich entschlossen hast, dann verlasse dich auf Allah! Gewiß, Allah liebt die sich (auf Ihn) Verlassenden.“ [Koran 3:159]

Der Prophet Muhammad (Friede und Segen auf ihm) wurde von Gott angewiesen, die Menschen zu den Lehren des Islam zu bringen durch den schönen Charakter, den die Muslime zeigen müssen. Der Prophet Muhammad (Friede und Segen auf ihm) gab diese Nachricht an andere weiter, indem er sagte:

Derjenige, der nicht gnädig zu anderen ist, wird nicht gnädig behandelt werden. [Muslim, Band 8, Buch 73, Nummer 42]

Und es gibt zahlreiche Beispiele, die man hier aufführen könnte, die die freundliche und liebende Natur des Propheten (Friede und Segen auf ihm) zeigen,

Abu Hurairah überlieferte: Ein ungläubiger Beduine urinierte in die Moschee und die Menschen wollten ihn schlagen. Allahs Gesandter (Friede und Segen auf ihm) ordnete an, ihn in Ruhe zu lassen, ihn zum Ende kommen zu lassen und einen Kübel oder Eimer (voll) mit Wasser über den Ort zu schütten, an dem er seinen Urin gelassen hatte. Der Prophet erklärte dem Beduinen ruhig, „Dies ist ein Ort der Anbetung. In ihm ist die Anbetung Gottes und das Lesen des Koran.“ Nachdem der Beduine gegangen war, sagte der Prophet (Friede und Segen auf ihm) zu seinen Gefährten, „Ihr wurdet geschickt, um die Dinge (für die Menschen) einfach zu machen und nicht, um sie ihnen schwer zu machen.“ [Muslim, Buch 2, Nummer 559 und Bukhari, Band 8, Buch 73, Nummer 149]

Diese Überlieferung allein ist genügend, um zu zeigen, dass der Islam nicht intolerant ist. Der Prophet Muhammad (Friede und Segen auf ihm) zeigte keinen Ärger oder Missgunst dem nicht-Muslim gegenüber, der auf den Platz der Anbetung der Muslime uriniert hatte! So lehrt der Islam Milde in allen Dingen. Wie der Prophet Muhammad (Friede und Segen auf ihm) sprach:

Wer auch immer keine Milde zeigt, ist allen Guten beraubt. [Muslim, Buch 32, Nummer 6270 & Abu Dawud, Buch 41 Nummer 4791]

Der Prophet Muhammad (Friede und Segen auf ihm) zeigte immer Toleranz und Mitgefühl in dem, wie er Menschen behandelte, auch Nicht-Muslimen gegenüber. Dr. M. Hamidullah erklärt die folgenden Punkte:

Als der Prophet Muhammad (Friede und Segen auf ihm) in Medina ansässig wurde, fand er dort komplette Anarchie und eine Region, die zuvor niemals einen Staat oder einen König gekannt hatten, der die Stämme in den internen Streitigkeiten vereint hätte. In nur wenigen Wochen schaffte er es, die Bewohner der Region unter eine Ordnung zu bringen. Er konstituierte einen Stadtstaat, in dem die Muslime, Juden, götzendienerischen Araber und ebenfalls vielleicht eine kleine Anzahl von Christen, alle in einen staatlichen Organismus eingegliedert wurden und soziale Verträge abschlossen. Das konstitutionelle Gesetz dieses ersten „muslimischen“ Staates, der aufgrund der Vielfältigkeit der Bevölkerungsgruppen eine Konföderation war, ist uns im Ganzen bekannt und wir lesen darüber nicht nur in Paragraph 25: „Den Muslimen ihre Religion und den Juden ihre Religion,“ oder „damit dort Wohlwollen und Gerechtigkeit herrscht,“ sondern auch die unerwartete Passage im selben Paragraphen 25: „Die Juden… sind eine Gemeinschaft (in Allianz) mit – laut Ibn Hisham und in der Version von Abu-´Ubayd, ein Teil der Gemeinschaft der Gläubigen (d.h. der Muslime).“ Die Tatsache, dass zur Zeit der Konstitution des Stadt-Staates die autonomen jüdischen Dörfer freiwillig der Konföderation beitraten und Muhammad (Friede und Segen auf ihm) als ihren Führer anerkannten zeigt unserer Meinung nach, dass die Nicht-Muslime ein Wahlrecht in der Wahl des Oberhauptes des muslimischen Staates hatten, zumindest soweit es das politische Leben des Landes betrifft. [Hamidullah, Introduction to Islam, Paragraphen 414-416]

Während der Lebzeiten des Propheten Muhammad (Friede und Segen auf ihm) gab es eine jüdische Synagoge in Medina und eine Schule, die als Bait Al-Midras bekannt war. Der Prophet Muhammad (Friede und Segen auf ihm) erhielt und beschützte beide von ihnen. Der Prophet Muhammad (Friede und Segen auf ihm) ehrte auch eine Gruppe von Christen von Najran aus Jemen, als sie seine Moschee in Madina besuchten. Der Prophet Muhammad (Friede und Segen auf ihm) diskutierte mit ihnen über den Glauben und sie beteten in der Moschee auf die christliche Art, während die Muslime in der islamischen Tradition beteten. Die Toleranz des Propheten Muhammad (Friede und Segen auf ihm) wird in folgender Überlieferung deutlich:

Einmal saß der Prophet  an einem Ort in Medina gemeinsam mit seinen Gefährten, als eine Beerdigungs-Prozession vorbeikam. Als er das sah, stand der Prophet (Friede und Segen auf ihm) auf. Einer seiner Gefährten bemerkte, dass es die Beerdigung eines Juden war. Der Prophet antwortete, „War er kein Mensch?“ [Bukhari, Muslim]

Wenn jeder Mensch auf dieser Welt die verschiedenen Ethnien und Kulturen mit diesen Augen sehen würde, würde die Welt in Frieden und Harmonie aufblühen. Der Prophet Muhammad (Friede und Segen auf ihm) setzte ein Beispiel für seine Gefährten, wie sie Nicht-Muslime mit Freundlichkeit und Respekt behandeln sollten. Dr. Farida Khanam zeigt auch die folgenden Punkte auf:

In der heutigen Welt können sich das Denken, die Geschmäcker, Neigungen, Vorlieben und Ablehnungen der Menschen nicht decken. Aus vielen Gründen entstehen Unterschiede in dieser Welt. Doch was ist die letztendliche Lösung dieses Problems? Die Lösung liegt in Toleranz, die im Arabischen als I´raz bezeichnet wird. Das Leben des Propheten (Friede und Segen auf ihm) diente als perfektes Beispiel für dieses Prinzip. Laut seiner Frau ´A´isha war „sein Charakter […] der Koran“. Das bedeutet, der Prophet (Friede und Segen auf ihm) formte sein eigenes Leben nach dem Ideal, das Anderen in Form des Koran gezeigt wird. Er schlug niemals einen Diener, eine Frau oder irgendjemand anderen. Er kämpfte selbstverständlich für das, was richtig war. Wenn er sich zwischen zwei Alternativen entscheiden musste, nahm er die einfacher, vorausgesetzt, sie beinhaltete keine Sünde. Niemand war vorsichtiger, Sünden zu vermeiden, als er. Er rächte sich niemals für etwas, was ihm selbst angetan worden war. Nur wenn die Befehle Gottes übergangen wurden, vergalt er die Sache auf dem Weg Gottes. Das war es, was dem Propheten (Friede und Segen auf ihm) allgemeinen Respekt einbrachte. In der frühen mekkanischen Zeit, als die Widersacher in ihrer Anzahl mehr waren als die Gefährten des Propheten, trug es sich oft zu, dass der Prophet, als er zum Beten aufstand, von seinen Gegnern gestört wurde, sie zu ihm kamen, ihm einflüsterten, und ihn schubsten, um ihn zu stören. Doch der Prophet zeigte niemals seinen Ärger über solche Taten. Er war immer für eine Politik der Toleranz und vermied Konfrontation… Als die Gegner sehr stark wurden, verließ der Prophet (Friede und Segen auf ihm) Mekka und ging nach Medina. Doch seine Gegner ließen ihn nicht in Frieden. Sie begannen Medina anzugreifen. Auf diese Art entstand ein Krieg zwischen den Muslimen und den Nicht-Muslimen. Da der Prophet Krieg um jeden Preis vermeiden wollte, versuchte er, Friedensvereinbarungen zwischen ihm und den Mekkanern zu etablieren. Nach seinen großen Anstrengungen, waren die Nicht-Muslime mit dem Abschluss eines 10-jährigen Friedensvertrages einverstanden, der in al-Hudaybiyah entworfen und unterzeichnet wurde. Während dieser al-Hudaybiyah-Vertrag bestand, unternahmen die Mekkaner eine Anzahl sehr provokativer Akte. Zum Beispiel beinhaltete der Vertrag den Namen des Propheten als „Muhammad, der Gesandte Gottes“. Sie bestanden darauf, dass der Ausdruck „Der Gesandte Gottes“ herausgenommen würde und einfach durch „Muhammad, Sohn des Abdullah“ ersetzt würde. Der Prophet (Friede und Segen auf ihm) akzeptierte ihre unbegründete Bedingung und löschte die Angabe mit eigenen Händen. Ähnlicherweise setzten sie die Bedingungen, dass sie Hand an jeden Muslim legen könnten und ihn zur Geisel nehmen könnten, doch wenn die Muslime irgendeinen Nicht-Muslim gefangen nahmen, müssten sie ihn freilassen. Der Prophet gab in diesem Punkt nach. Um Frieden in der Religion zu gewährleisten, akzeptierte der Prophet (Friede und Segen auf ihm) eine Anzahl solche ungerechtfertigter Klauseln, die die Feinde einbrachten. Auf diese Weise setzte er das Beispiel von Friede und Toleranz, die miteinander verbunden waren. Wenn wir Frieden wollen, müssen wir von Anderen eine Menge unangenehmer Dinge erdulden. Es gibt keine andere Möglichkeit, Frieden in einer Gesellschaft zu etablieren.

Der Prophet Muhammad (Friede und Segen auf ihm) baute auch Freundschaften zu Christen auf. Er hielt guten Kontakt zu dem christlichen König Negus von Abessinien während seines ganzen Lebens. Der Prophet Muhammad (Friede und Segen auf ihm) wählte auch Nicht-Muslime als Botschafter auf. Ein solches Beispiel war Amr ibn Umayyah Ad-Damri. Der Prophet Muhammad (Friede und Segen auf ihm) schickte eine Botschaft zu den Mönchen von Sankt Katherine auf dem Berg Sinai, indem er folgendes überbringen ließ:

„Dies ist eine Botschaft, geschrieben von Muhammad ibn Abdullah, als ein Vertrag an diejenigen, die das Christentum angenommen haben, weit und fern, wir stehen hinter ihnen. Wahrlich, ich verteidige sie durch mich selbst, die Diener, die Helfer und meine Gefolgsleute, denn die Christen sind meine Mitbürger; und bei Allah! Ich erhebe mich gegen alles, was sie unzufrieden macht. Ihnen gebührt keine Vertreibung. Noch dürfen ihre Richter ihrer Ämter enthoben werden, noch dürfen ihre Mönche aus ihren Klöstern vertrieben werden. Niemand darf ein Haus ihrer Religion zerstören, es beschädigen, oder jemanden aus ihnen in ein muslimisches Haus verschleppen. Sollte jemand dies begehen, so missachtet er Gottes Befehl und verweigert den Gehorsam Seinem Propheten gegenüber. Wahrlich, sie (die Christen) sind meine Verbündeten und sie haben meinen garantierten Freibrief gegen alles, was sie hassen. Niemand darf sie zur Reise zwingen oder sie zum Kampf verpflichten. Die Muslime kämpfen nicht gegen sie. Wenn eine Christin mit einem Muslim verheiratet wird, darf das nicht gegen ihren eigenen Wunsch geschehen. Sie darf nicht abgehalten werden, in ihre Kirche zu gehen, um zu beten. Ihre Kirchen müssen respektiert werden. Sie dürfen weder abgehalten werden, sie zu reparieren, noch darf die Heiligkeit für ihre Anhänger geleugnet werden. Niemand aus dieser Nation darf diesen Vertrag übergehen – bis zum Tage des Gerichts und dem Ende der Welt.“

Der Prophet Muhammad (Friede und Segen auf ihm) wies seinen Gefährten Mu´adh ibn Jabal an, indem er sagte:

Kein Jude darf gestört werden aufgrund seines jüdischen Glaubens.

Wir müssen auch die Lehren des Propheten Muhammad (Friede und Segen auf ihm) annehmen, was seine Lehren gegenüber der Nachbarn betrifft:

Abu Hurairah berichtete: Der Prophet (Friede und Segen auf ihm) sagte, „Bei Allah, er ist kein Gläubiger! Bei Allah, er ist kein Gläubiger! Bei Allah, er ist kein Gläubiger!“ Er wurde gefragt,“ Wer ist er, Oh Gesandter Allahs?“ Er sagte, „Einer, dessen Nachbar sich nicht sicher vor seiner Bosheit fühlt. [Bukhari und Muslim]

„Der, der an Gott und den Jüngsten Tag glaubt, soll seinen Gast ehren, soll seinem Nachbarn nicht schaden, soll Gutes sprechen oder schweigen.“ [Bukhari, Muslim]

Der Prophet Muhammad (Friede und Segen auf ihm) stellte auch insbesondere klar, dass ein nicht-Muslimischer Nachbar diese hervorragende Behandlung genießen sollte:

„Wer auch immer einen nicht-muslimischen Bürger eines islamischen Staates verletzt, verletzt damit mich und wer mich verletzt, handelt damit gegen den Willen Gottes.“ [Bukhari]

„Der, der einen nicht-muslimischen Bürger eines muslimischen Staates verletzt, ich bin sein Ankläger, und ich werde sein Ankläger am Tag des Jüngsten Gerichts sein.“ [Bukhari]

Es ist faszinierend, festzustellen, dass der Prophet Muhammad (Friede und Segen auf ihm) so lautstark Gottes Behandlung der Menschheit unterstützte, dass er sogar bereit war, auf der Seite der Nicht-Muslime gegen die Muslime, die seinen Lehren nicht folgten, zu stehen. Dies ist wahre Gerechtigkeit und dies ist, was zu dem Frieden und dem Erfolg führte, den der Islam in die Welt gebracht hat. Der herausragende Charakter des Propheten Muhammad (Friede und Segen auf ihm) wurde auch von vielen Nicht-Muslimischen Historikern verzeichnet so wie jeder, der sich mit seinem Leben detailliert auseinandergesetzt hat, den güldenen Charakter dieses Menschen bemerken wird. Washington Irving schreibt in seinem Buch „Mahomet and His Successors“:

In privaten Angelegenheiten war er gerecht. Er behandelte Freunde und Fremde, die Reichen und die Armen, die Mächtigen und die Schwachen mit Gleichheit und war von der Allgemeinheit für seine Umgänglichkeit geliebt, mit der er ihnen entgegen kam. Er hörte ihre Beschwerden an. (Irving, Mahomet and His Successors)

Um mehr darüber zu lesen, was Nicht-Muslime über ihm zu sagen haben, besuchen Sie:

http://prophet.dwih.info

Falsch interpretierter Vers Nummer 6

„Und tötet sie überall, wo ihr sie ausfindig macht…“ [Koran 2:191]

Ein klassisches und beliebtes Beispiel für das, was muslimische Gelehrte wie Dr. Jamal Badawi eine „ausschneiden und einfügen“-Betrachtungsweise nennen. Alles wird einfacher für Anti-Islamisten, wenn sie den Kontext außer Acht lassen. Die Lösung für einen Muslim ist einfach, den Vers zurück in seinen Kontext zu stellen.

„Und führt den bewaffneten Kampf fi-sabilillah gegen diejenigen, die gegen euch den bewaffneten Kampf führen, doch begeht keine Aggression! Denn gewiß, ALLAH liebt nicht die Aggressoren. Und tötet sie überall, wo ihr sie ausfindig macht, und vertreibt sie, von wo sie euch vertrieben haben. Und die Fitna ist härter als das Töten. Und führt gegen sie den bewaffneten Kampf nicht bei Almasdschidil- haram, bis sie gegen euch darin den bewaffneten Kampf aufnehmen. Und wenn sie den bewaffneten Kampf gegen euch aufnahmen, dann tötet sie. Solcherart ist die Vergeltung für die Kafir. Und wenn sie sich (der Aggression) enthalten, also gewiß, ALLAH ist allvergebend, allgnädig. Und führt gegen sie den bewaffneten Kampf, damit es keine Fitna gibt und der Din (nur) für ALLAH (praktiziert wird). Und wenn sie sich (der Aggression) enthalten, dann gibt es keine Aggression außer gegen die Unrecht-Begehenden. (Nichtbeachtung) des Haram-Monats ist gegen (Nichtbeachtung) eines Haram- Monats, denn bei den Hurumat gilt Qisas. Also wer gegen euch Aggression begeht, so seid ihm gegenüber genauso aggressiv, wie er gegen euch Aggression beging. Und handelt Taqwa gemäß ALLAH gegenüber und wisst, daß ALLAH gewiß mit den Muttaqi ist.“ [Koran 2: 190-194]

Wie oft wird im oben genannten Vers die Botschaft wiederholt, um sie klar zu machen? Diese Verse wurden offenbart, als die Muslime in Madinah unter konstanten Angriffen der Mekkaner litten. Ein Beispiel hierfür wäre, als die Mekkaner den Prophetengefährten Khubaib bin Adi öffentlich kreuzigten. Dies würde als „terroristische Aktivität“ im Sinne des modernen Wortgebrauchs verstanden. Was sagt also der Vers in diesem Kontext? „Und führt den bewaffneten Kampf fi-sabilillah gegen diejenigen, […]die gegen euch den bewaffneten Kampf führen“ – der Kontext dieses Verses bezieht sich auf diejenigen, die den Kampf gegen die Muslime beginnen. Und auch nach ihrem Angriff macht der Vers klar:

„Und wenn sie sich (der Aggression) enthalten, also gewiß, ALLAH ist allvergebend, allgnädig“ [Koran 2:192]

Und er stellt auch den Grund dar, aus dem die Muslime kämpfen:

„Und führt gegen sie den bewaffneten Kampf, damit es keine Fitna gibt und der Din (nur) für ALLAH (praktiziert wird)“ [Koran 2:193]

Es ist die Pflicht der Muslime, die Menschheit von Unterdrückung und Verfolgung zu befreien und Gerechtigkeit aufrecht zu erhalten. Die Muslime glauben, dass Gott uns hier auf die Erde gesetzt hat als Seine Abgesandten oder Repräsentanten. Daher ist es unsere Pflicht, das Gute zu gebieten und das Böse zu verbieten sowie Frieden und Gerechtigkeit im Land durchzusetzen. Dr. Maher Hathout schreibt im Folgenden über den Vers 2:190-194:

Diese Verse waren auf eine bestimmte Situation bezogen oder hypothetischer Weise darauf, dass sich die gleiche Situation noch einmal wiederholt…Historisch gesehen war es während der dreizehn Jahre der mekkanischen Periode verboten, gegen die Angreifer zurückzuschlagen. Nach der Auswanderung nach Medina und der Gründung des islamischen Staates befassten sich die Muslime mit der Verteidigung gegen die Angreifer und ihre Feinde. Die oben erwähnten Verse wurden herabgesandt, um ihnen zu erlauben, ihren neu geformten Staat zu schützen, indem sie sich selbst verteidigten gegen diejenigen, die sie angriffen. In jedem Fall verbietet der Koran Aggression. Die Verse erläutern, dass der Kampf nur zur Selbstverteidigung geeignet ist. Dennoch kann ein Muslim niemals unschuldige Männer, Frauen, Kinder, Kranke, Ältere Menschen, Mönche, Priester oder solche Menschen töten, die nicht kämpfen möchten. Der Muslim wird auch darauf hingewiesen, Pflanzen oder die Umwelt nicht zu zerstören.  (Hathout, Jihad vs. Terrorism; US Multimedia Vera International, 2002, S.49, Hervorhebungen durch den Übersetzer)

Der historische Kontext muss bei der Entwicklung und dem Verständnis von Koranversen immer berücksichtigt werden. Ohne die Umstände hinter der Herabsendung zu kennen, kann man die Verse nicht richtig verstehen. Sheikh Salman Al-Oadah schreibt über die grundlegenden Prinzipien des Jihad: Jihad kann niemals für weltlichen Gewinn, zur Eroberung, oder gar zur Rache gekämpft werden. Die Muslime dürfen nur kämpfen, um den Schutz für Leben, Eigentum und die Freiheit für die Menschen zu gewährleisten. Im Speziellen ihre Freiheit, Allah anzubeten, wenn diese Freiheit gewaltsam angegriffen wird. Ihnen ist niemals erlaubt, unschuldige Menschen anzugreifen, sogar wenn sie selbst von den Landsmännern dieser Unschuldigen angegriffen werden. Jeder Mensch, der gegen dieses bindende Prinzip des islamischen Gesetzes verstößt und Zivilisten ermordet, kämpft gegen den Islam und alles, wofür er steht. Es ist irrsinnig von ihnen, einen solchen Kampf als Jihad zu bezeichnen, einem Wort, das das Abmühen auf dem Weg des Islam bedeutet. Sie sind in der Tat Mörder im Licht des islamischen Gesetzes und sollten als solche behandelt werden.

Es gibt strikte und detaillierte Gesetze im Islam, denen ein jeder Muslim mit Bedacht folgen muss. Ein militärischer Jihad muss unter diesen Regelungen unternommen werden. Abdullah Yusuf Ali schreibt über Vers 2:190:

Krieg ist nur zur Selbstverteidigung erlaubt und unter ganz bestimmten Grenzen. Wenn er unternommen wird, dann muss er mit aller Schlagkraft durchgesetzt werden, jedoch nicht unbarmherzig, sondern nur um Frieden und die Freiheit, Gott zu dienen, wieder herzustellen. In jedem Fall dürfen bestimmte Grenzen nicht überschritten werden: Frauen, Kinder, alte und schwache Menschen sollten nicht belangt werden, noch Bäume oder Ernte beschädigt werden und der Frieden muss geschlossen werden, wenn der Feind es möchte. (Yusif Ali, The Holy Quran, Text, Translation and Commentary)

Hierauf wiederholt er nochmals die allgemeinen Prinzipien hinter dem Jihad in seinem Kommentar zum Vers 2:191:

Generell kann gesagt werden, dass der Islam die Religion des Friedens, des guten Willens, des gegenseitigen Verständnisses und des guten Glaubens ist. Er wird sich jedoch die falschen Taten nicht gefallen lassen und die Männer werden ihr Leben für die Verteidigung der Ehre, der Gerechtigkeit und für die Religion, die ihnen heilig ist, opfern. Ihr Ideal ist dasjenige einer heldenhaften Ehre zusammen mit selbstloser Milde und Zärtlichkeit, wie es auch für die Leben der Apostel galt. Sie glauben an Mut, Gehorsam, Disziplin, Pflicht und ein immerwährendes Abmühen in jeder Hinsicht auf ihre Kraft, Physe, Moral, ihren Intellekt und ihre Spiritualität, um Wahrheit und Gerechtigkeit zu begründen. (Yusuf Ali, The Holy Quran, Text, Translation and Commentary)

Dies ist der wahre Fokus hinter dem Jihad und die Muslime dürfen diesen Fokus niemals verlieren. Jihad hat nur den Zweck, Menschlichkeit zu fördern und den Unterdrückten Freiheit zu bringen. Daher müssen alle Taten auf einer Linie sein mit diesem Fokus und den strikten Regelungen, die den Jihad betreffen. Der Fokus ist das Verteidigen, nicht das Zerstören. Jemand der sich auf die Besserung und Förderung der Menschlichkeit beruft, wird feststellen, dass Zerstörung dies niemals erreichen kann. Abdul Majid Daryabadi schreibt ausführlich über Vers 2:190:

„Und kämpft auf Allahs Weg gegen diejenigen, die gegen euch kämpfen,…“[Koran 2:190]

Sie haben selbst die Missachtung der Waffenruhe unterzeichnet. Nachdem die Muslime unsagbare Verfolgung mit fast übermenschlichter Tapferkeit von den Händen der Götzendiener in Makkah über Jahre hinweg ertragen hatten, ist ihnen nun zum ersten Mal Vergeltung erlaubt. `Seit ganzen dreizehn Jahren waren die Muslime Opfer von gnadenloser Verfolgung in Makkah. Der Prophet [(Friede und Segen auf ihm)] und seine Anhänger flohen um ihr Leben nach Medina, doch die Feinde würden sie in ihrem Fluchtort nicht in Ruhe lassen. Sie kamen innerhalb eines Jahres, um sie zu attackieren und die ersten drei Schlachten wurden in der unmittelbaren Umgebung ausgetragen, was zeigen sollte, ob der Prophet Angreifer oder Verteidiger war`(Headley, The Original Church of Jesus Christ and Islam, S.155). Die Mekkaner hatten eine Waffenruhe unterzeichnet und waren die ersten, die sie brachen. Die Worte „kämpft gegen diejenigen, die gegen euch kämpfen“ zeigen deutlich erstens, dass die Muslime nicht die Angreifer waren und zweitens, dass diejenigen der Feinde, die nicht unmittelbar Kämpfer waren – Kinder, Frauen, Mönche, Einsiedler, Alte und Schwache, Versehrte oder Ähnliche, von den muslimischen Soldaten nichts zu befürchten hatten. Es war im Lichte dieses Ausdrucks göttlichen Eingreifens, dass der großartige Abu Bakr, der erste Kalif seine Truppen nach Syrien führte `nicht um die Toten zu schänden, noch um alte Männer, Frauen und Kinder zu töten, noch um Frucht-Bäume umzuschneiden oder Rinder zu töten, ohne dass sie Essen benötigten; und diese humanen Grundsätze dienten als Gesetze während der gesamten mohammedanischen Eroberungen.`(Bosworth Smith, Mohammad and Mohammedanism, S. 185). War es nicht der Islam, der, indem er Krieg gegen diejenigen ausrief, die Gottes Gesetze verletzen, die Seine wahrhaftige Autorität untergraben und die die Welt mit Gewalt und Ungerechtigkeit füllen, jegliche Einräumung unmöglich gemacht hat? War jemals ein Militärgesetz so ritterlich, so human und so gütig den Feinden gegenüber? `Der moralische Tonfall des Kalifen Abu Bakr, der sich in seinen Instruktionen an die Syrien-Armee zeigt war` wie ein christlicher Historiker sagt, ´so anders als die Prinzipien der römischen Regierung, dass es von den Menschen eine tiefe Achtung erhalten haben muss. So eine Proklamation, nach den Gerechtigkeitsvorstellungen der Juden und Christen und den Prinzipien der Toleranz, wie sie weder die römischen Eroberer noch die orthodoxen Bischöfe jemals zeigten, wurde als Regelung für ihre Handlungsweisen übernommen` (Finlay, Greece Under the Romans, Seiten 367-368). (Daryabadi, The Glorious Quran, Hervorhebungen durch den Übersetzer)

Muhammad Asad erklärt den Vers 2:190 im folgenden Abschnitt:

Diese und die folgenden Verse legen eindeutig fest, dass lediglich Selbstverteidigung (im weitesten Sinne des Wortes) den Krieg für Muslime legitim macht. Die meisten Kommentatoren stimmen überein, dass der Ausdruck „La ta´tadu“ in diesem Kontext „unternimm keine aggressiven Handlungen“ bedeutet; während al-Mu´tadin es als „diejenigen, die aggressive Handlungen unternehmen“ auffasst. Der defensive Charakter eines Kampfes „auf dem Wege Gottes“ – das heißt, beruhend auf den ethischen Prinzipien, die von Gott bestimmt wurden – ist, darüber hinaus selbst erklärend in Bezug auf „diejenigen, die Krieg gegen euch erklären“, und wurde noch genauer erklärt in 22:39 – „Erlaubnis (zum Kampf) ist denjenigen gegeben, die bekämpft werden“ – was nach allen bekannten Überlieferungen die früheste (und daher fundamentale) koranische Bezugnahme auf die Frage des Jihad oder des heiligen Krieges ist (siehe Hierzu Tabari und Ibn Kathir in ihren Kommentaren zu 22:39). Dass dieses frühe, fundamentale Prinzip der Selbstverteidigung als einzig mögliche Rechtfertigung eines Krieges im Koran überliefert ist, wird deutlich aus 60:8 sowie aus der Schlussfolgerung in 4:91, welche beide einer späteren Periode als dieser Vers zugeschrieben werden können. (Asad, The Message of the Quran, Hervorhebungen durch den Übersetzer)

Bezüglich Vers 2:191 schreibt er folgendes:

Im Anblick auf die vorhergehende Verordnung ist der Ausdruck „Tötet sie, wo immer ihr auf sie trefft“ ist nur in Bezug auf den historischen Kontext gültig, unter dem es stattfindet (Razi), mit dem Verständnis, dass „diejenigen, die gegen euch kämpfen“ die Angreifer und Unterdrücker sind (ein Befreiungskrieg, der ein Krieg „auf dem Wege Gottes“ ist). Die Übersetzung ist in diesem Kontext eine Fitnah, weil „Unterdrückung“ von der Anwendbarkeit dieses Terms auf jede Auseinandersetzung gerechtfertigt wird, die einen Mann auf Abwege führen kann und dazu bringen kann, seinen Glauben zu verlieren (cf. Lisan al-Arab). (sad, The Message of the Quran, Hervorhebungen durch den Übersetzer)

Dieser ausführliche Kommentar zu diesem Vers sollte jede Verwirrung und Missdeutung wiederlegen, die durch die falsche Interpretation der Verse entstanden ist.

Falsch interpretierter Vers Nummer 7

„Kehren sie sich jedoch ab, dann ergreift sie und tötet sie, wo immer ihr sie findet, und nehmt euch von ihnen weder Schutzherren noch Helfer“ [Koran 4:89]

Dieser Vers wurde wie der vorhergehende aus dem Kontext gerissen und missinterpretiert. Hier ist die gesamte Passage:

Was ist mit euch, daß ihr hinsichtlich der Heuchler (in) zwei Scharen (gespalten) seid, wo doch Allah sie wegen dessen, was sie verdient haben, umgekehrt hat? Wollt ihr denn rechtleiten, wen Allah in die Irre gehen läßt? Wen aber Allah in die Irre gehen läßt, für den wirst du keinen Weg finden. Sie möchten gern, daß ihr ungläubig werdet, wie sie ungläubig sind, so daß ihr (alle) gleich seiet. Nehmt euch daher von ihnen keine Vertrauten, bevor sie nicht auf Allahs Weg auswandern! Kehren sie sich jedoch ab, dann ergreift sie und tötet sie, wo immer ihr sie findet, und nehmt euch von ihnen weder Schutzherrn noch Helfer, außer denjenigen, die sich einem Volk anschließen, zwischen dem und euch ein Abkommen besteht, oder die zu euch gekommen sind, weil ihre Brüste beklommen sind, gegen euch zu kämpfen oder gegen ihr (eigenes) Volk zu kämpfen. Und wenn Allah gewollt hätte, hätte Er ihnen wahrlich Gewalt über euch gegeben, und dann hätten sie gegen euch wahrlich gekämpft. Wenn sie sich jedoch von euch fernhalten und dann nicht gegen euch kämpfen, sondern Frieden anbieten, so hat euch Allah keine Veranlassung gegeben, gegen sie (vorzugehen). Ihr werdet andere finden, die vor euch Sicherheit und vor ihrem (eigenen) Volk Sicherheit wollen. Jedesmal, wenn sie wieder der Versuchung ausgesetzt sind, werden sie in ihr zu Fall gebracht. Wenn sie sich nicht von euch fernhalten und euch nicht Frieden anbieten und nicht ihre Hände zurückhalten, dann ergreift sie und tötet sie, wo immer ihr auf sie trefft. Über jene haben Wir euch deutliche Gewalt verliehen.“ [Koran 4:88-91]

Auf die gleiche Art wie der erste Vers befiehlt auch dieser den Muslimen, jene zu bekämpfen, die andere unterdrücken oder verfolgen oder die Muslime angreifen. Und im Falle einer Schlacht gelten die gleichen Gesetze wie im Krieg und ein Muslim der die Grenzen überschreitet sollte sich auf die Strafe Gottes gefasst machen. Als Antwort auf eine Frage über die Verse 4:88-89 deutet Dr. Muzammil H. Siddiqi die Verse in ihrem gesamten Kontext und fragt folgendes:

Jetzt sagen Sie mir ehrlich, geben diese Verse irgendeine Erlaubnis irgendjemanden irgendwo zu töten? Diese Verse wurden von Gott dem Propheten Muhammad (Friede und Segen auf ihm) offenbart zu einer Zeit, als die Muslime von Nicht-Muslimen aus Makkah angegriffen wurden. Sie beängstigten die muslimische Gemeinschaft in Madinah. Man mag sagen, indem man den heutigen Jargon benutzt, dass dies terroristische Angriffe auf Madinah waren und in dieser Situation den Muslimen erlaubt wurde gegen die „Terroristen“ zurückzuschlagen. Diese Verse sind keine Erlaubnis zum „Terrorismus“, sondern eine Warnung für die „Terroristen“. Doch selbst bei diesen Warnungen kann man sehen, wie sehr Beschränkung und Vorsicht impliziert wird.

Es ist auch wichtig festzustellen, dass der Koran Mord klar verurteilt. Der Koran sagt über das Verbot des Mordes:

und tötet nicht die Seele, die Allah verboten hat (zu töten), außer aus einem rechtmäßigen Grund! Dies hat Er euch anbefohlen, auf daß ihr begreifen möget.“ [Koran 6:151]

„Und tötet nicht die Seele, die Allah verboten hat (zu töten), außer aus einem rechtmäßigen Grund. Wer ungerechterweise getötet wird, dessen nächstem Verwandten haben Wir Ermächtigung erteilt (, Recht einzufordern); doch soll er nicht maßlos im Töten sein, denn ihm wird gewiß geholfen.“ [Koran 17:33]

„Wer ein menschliches Wesen tötet, ohne (daß es) einen Mord (begangen) oder auf der Erde Unheil gestiftet (hat), so ist es, als ob er alle Menschen getötet hätte. Und wer es am Leben erhält, so ist es', als ob er alle Menschen am Leben erhält.“ [Koran 5:32]

Folglich stellt der Koran klar, dass Muslime keinen Angriff gegen andere unternehmen dürfen, ohne dass sie unmittelbar selbst angegriffen werden. Der Zusammenhang der gedeuteten Verse bezieht sich nur auf Situationen, wo die Angreifer Muslime töten. In diesem Fall haben sie das Recht, sich selbst und Andere zu verteidigen. Vor allem die Schwachen und Unterdrückten.

Falsch interpretierter Vers Nummer 8

„Tötet die Götzendiener, wo immer ihr sie findet“ [Koran 9:5]

Dieser Vers, der oft „Vers des Schwertes“ genannt wird wurde ähnlich der vorhergehenden Verse missinterpretiert. Zuerst sollten wir seinen Kontext betrachten:

„Wenn nun die Schutzmonate abgelaufen sind, dann tötet die Götzendiener, wo immer ihr sie findet, ergreift sie, belagert sie und lauert ihnen aus jedem Hinterhalt auf! Wenn sie aber bereuen, das Gebet verrichten und die Abgabe entrichten, dann laßt sie ihres Weges ziehen! Gewiß, Allah ist Allvergebend und Barmherzig. Und wenn jemand von den Götzendienern dich um Schutz bittet, dann gewähre ihm Schutz, bis er das Wort Allahs hört. Hierauf lasse ihn den Ort erreichen, wo er in Sicherheit ist. Dies, weil sie Leute sind, die nicht Bescheid wissen“ [Koran 9:5-6]

Nachdem wir diesen Vers im Kontext betrachtet haben analysieren wir ihn sorgfältig. Dr. Maher Hathout erklärt den historischen Kontext des Verses:

Dieser Vers wurde gegen Ende der Herabsendungsperiode gesandt und bezieht sich auf einen eingeschränkten Kontext. Feindschaften waren zur Seite gelegt für eine dreimonatige Zeitspanne, während der die Araber nicht wagten, Krieg zu führen. Der Prophet Muhammad [(Friede und Segen auf ihm)] war angehalten, diese Zeitspanne dazu zu benutzen, die Gegner dazu zu bewegen, sich den muslimischen Schlachtreihen anzuschließen oder, wenn sie es wählten, das Gebiet zu verlassen, das unter muslimischer Herrschaft stand. Doch wenn sie sich feindschaftlich verhalten hätten, würden die Muslime zurückschlagen, bis sie siegreich wären. Jeder sollte darauf hingewiesen werden, dass sogar in diesem Zusammenhang des Krieges die Verse die göttlichen Attribute der Gnade und der Vergebung erwähnen. Um Feindschaften möglichst gering zu halten, weist der Koran die Muslime an, jedem Asyl zu gewähren, sogar einem Feind, der Zuflucht begehrt. Asyl würde gemäß ritterlicher Tugenden gewährt. Der Person würde die Nachricht des Koran erklärt, doch sie würde nicht gezwungen werden, die Botschaft zu akzeptieren. Hiernach würde er oder sie mit Sicherheit und Rücksicht auf seine oder ihre Religion geleitet werden. (9:6). (Hathout, Jihad vs. Terrorism; US Multimedia Vera International, 2002, Seiten 52-53, Hervorhebungen durch den Übersetzer)

Hiernach bezieht sich der Vers erneut auf die Götzendiener, die das Kämpfen nach einer Zeit des Friedens fortsetzen. Er weist die Muslime deutlich darauf hin, jene zu beschützen, die Frieden wollen und keine Soldaten sind. Es ist ein spezifischer Vers mit spezifischen Regelungen und kann keinesfalls auf allgemeine Situationen bezogen werden. Der Befehl, der im Vers impliziert ist, kann nur auf den Fall einer Schlacht bezogen werden. Abdullah Yusuf Ali schreibt:

Die Betonung liegt auf dem ersten Satz: es gilt nur, wenn die vier Monate des Friedens vorüber sind und die andere Partei kein Zeichen zeigt, ihre verräterischen Handlungen zu unterlassen und kein Zeichen der rechten Handlungsweise, oder dass der kriegerische Staat zwischen Glauben und Unglauben unterscheidet. (Yusuf Ali, The Holy Quran, Text, Translation and Commentary, Hervorhebungen durch den Übersetzer)

Wenn die Götzendiener ihre Feindlichkeiten den Muslimen gegenüber nicht ablegten, würden sie bekämpft werden, vor allem wenn sie in einem islamischen Land oder Staat lebten. Dr. Zakir Naik schreibt diesen Vers betreffend:

Dieser Vers wird im Zusammenhang mit einer Schlacht verstanden. Wir wissen, dass Amerika sich einst im Krieg mit Vietnam befand. Stellen sie sich vor der Präsident von Amerika oder der General der amerikanischen Armee würde den amerikanischen Soldaten während des Krieges sagen: „Wo auch immer ihr einen Vietnamesen findet, tötet ihn.“ Heutzutage, wenn ich sage, dass der amerikanische Präsident gesagt habe „Wo auch immer ihr einen Vietnamesen findet, tötet ihn.“, ohne den Zusammenhang zu nennen, würde es sich anhören, als sei er ein Metzger. Doch wenn ich ihn im Kontext zitieren würde, dass er es während eines Krieges gesagt hat, dann wird es sehr logisch klingen, dass er versucht hat, die Moral der amerikanischen Soldaten während des Krieges aufzurichten. Ähnlich sagt in Surah Tawbah, Kapitel 9 im Vers 5 der Koran, „dann tötet die Götzendiener, wo immer ihr sie findet.“, während einer Schlacht, um die Moral der muslimischen Soldaten aufzurichten. Was der Koran den muslimischen Soldaten sagt ist, dass sie während der Schlacht nicht ängstlich sein sollen. Wo auch immer ihr die Feinde findet, tötet sie. Surah Tawbah Kapitel 9 Vers 6 gibt die Antwort auf die Allegorie, dass der Islam Gewalt, Brutalität und Blutvergießen verbietet. Dort steht:

„Und wenn jemand von den Götzendienern dich um Schutz bittet, dann gewähre ihm Schutz, bis er das Wort Allahs hört. Hierauf lasse ihn den Ort erreichen, wo er in Sicherheit ist. Dies, weil sie Leute sind, die nicht Bescheid wissen.“ [Koran 9:6]

Der Koran sagt nicht nur, dass einem Mushrik, der während der Schlacht um Asyl ansucht, Zuflucht garantiert werden sollte, sowie dass er zu einem sicheren Ort geleitet werden sollte. Im momentanen internationalen Szenario würde sogar ein freundlicher, friedensliebender Armeegeneral während der Schlacht feindliche Soldaten freilassen, wenn sie Frieden wollen. Doch welcher General würde seine Soldaten anweisen, dass wenn die feindlichen Soldaten während der Schlacht Frieden verlangen, sie nicht nur frei zu lassen, sondern sie sogar zu einem sicheren Ort zu geleiten? Genau das ist, was Allah im Koran verlangt, um Frieden in der Welt zu etablieren.

Dr. Naik stellt einige interessante Beobachtungen über diesen Vers an. In der Tat ist es bemerkenswert, wie Islam-Hasser Gottes grenzenlose Gnade übersehen, um dem Islam zu schaden. Gott hat den Menschen immer einen Weg aus dem Leid gegeben und hat das Kämpfen als letzten Ausweg zugelassen. Muslimische Gelehrte haben viele Kommentare zu diesen Koranversen geschrieben, in denen sie den historischen Zusammenhang so detailliert beschrieben haben, dass keine Missverständnisse mehr auftreten können. Wir haben Interpretationen von verschiedensten Kommentatoren zu diesen Versen aufgeführt und es ist nicht notwendig, das Ganze noch einmal zu wiederholen. Daher wird noch ein Kommentar aufgeführt, bevor wir uns weiteren Themen zuwenden. Professor Shahul Hamid schreibt über Vers 9:5:

Hierbei handelt es sich um einen Vers aus Surah At-Tawbah. Dieses Kapitel des Koran wurde offenbart, als die neu organisierte muslimische Gesellschaft in Madinah gezwungen war, sich selbst gegen die götzendienderischen Angreifer zu verteidigen. Die wichtigste Frage, die es hier zu stellen gibt ist, wie die Muslime jene behandeln sollen, die einen bestehenden Vertrag mutwillig brechen. Der erste Abschnitt in dem Vers bezieht sich auf einen lang-tradierten arabischen Brauch einer Zeitspanne der Warnung und des Wartens, die den Angreifern nach einer gewaltsamen Auseinandersetzung gegeben wird. Diese lautet, dass ihnen vier Monate Zeit gegeben wird, die verursachten Schäden zu reparieren oder Frieden zu schließen. Wenn jedoch nach dem Abwarten dieser vier verbotenen Monate nichts geschieht, was soll dann getan werden? Dies ist, was der angegebene Vers aussagt. Nach diesem Vers muss gekämpft werden, bis eines der beiden Geschehnisse eintritt: Entweder soll der Feind durch unnachgiebiges Kämpfen bezwungen werden. Dies ist was ausgedrückt wird durch {dann tötet die Götzendiener, wo immer ihr sie findet, ergreift sie, belagert sie und lauert ihnen aus jedem Hinterhalt auf!} oder sie sollen Buße tun, das Gebet verrichten und die Zakah bezahlen etc. Dies ist einer der Verse aus dem Koran, der gerne missinterpretiert wird, wenn er aus dem Kontext gerissen wird. Wir müssen verstehen, dass dieses Kämpfen gegen jene Leute gerichtet war, die den Propheten [(Friede und Segen auf ihm)] und seine Gefährten dazu gezwungen hatten, nicht nur ihre Heimatstädte, sondern auch ihr gesamtes Eigentum zu verlassen und von Makkah nach Madinah zu ziehen. Als die Muslime erst einmal zu einer Gemeinschaft organisiert wurden, in diesen gesetzeslosen Tagen, wurden die Regelungen, an die sich die Muslime zu halten hatten klar dargelegt, sogar im Falle des Krieges. Da der Islam ein verständliches System ist, kann keine menschliche Aktivität ausgelassen werden. Und da wir die Natur der Menschen kennen, können wir uns keine Situation vorstellen, wo der Krieg gänzlich außer Acht gelassen wird. Wie oben zu sehen ist, handelt es sich bei den obigen Ausdrücken nicht um ein individuelles Konzept sondern sie sind für den Falle einer Gesellschaft vorgesehen, die beginnt zu glühen und sich als Nation zu etablieren. Doch sogar hier sind die Normen klar: Das Kämpfen dient nur zur Selbstverteidigung oder zur Aufrechterhaltung von Gerechtigkeit; und immer ist das Kämpfen die letzte Option. Niemandem ist außerdem erlaubt, die Grenzen, die Gott aufgestellt hat, zu überschreiten.

Ibn al-´Arabi schreibt in seinem Kommentar zum Koran:

„Es ist hieraus klar, dass die Bedeutung dieses Verses ist, die Götzendiener zu töten, die dir den Krieg erklären.“ (Ahkam al-Quran 2/456, Hervorhebungen durch den Übersetzer)

Sheikh Sami al-Majid spricht in seiner Diskussion dieses Verses auch einige sehr interessante Punkte an:

Wenn wir uns die Verse in Surah al-Tawbah genauer anschauen, bevor wir zu dem diskutierten Vers kommen, wird der Zusammenhang des Verses klar. Denn einige Verse vorher sagt Allah:

„Eine Lossagung von Seiten Allahs und Seines Gesandten an diejenigen unter den Götzendienern, mit denen ihr einen Vertrag abgeschlossen habt. Nun zieht im Land vier Monate umher und wißt, daß ihr euch Allah nicht entziehen könnt, und daß Allah die Ungläubigen in Schande stürzt!“ [Koran 9:1-2]

In diesen Versen lesen wir, dass den Götzendienern eine viermonatige Amnestie gewährt wurde, mit der Bedingung, dass nach dem Ende dieser vier Monate die Kämpfe wieder aufgenommen würden. Jedoch macht der folgende Vers einige Ausnahmen über die Wiederaufnahme der Feindschaften. Er liest sich:

„Mit Ausnahme derer von den Götzendienern, mit denen ihr einen Vertrag abgeschlossen habt und die (es) euch (in) nichts haben fehlen lassen und niemandem gegen euch beigestanden haben. So erfüllt ihnen gegenüber ihren Vertrag bis zu der ihnen eingeräumten Frist! Wahrlich, Allah liebt die Gottesfürchtigen.“ [Koran 9:4]

Wenn Allah nun sagt: „Wenn nun die Schutzmonate abgelaufen sind, dann tötet die Götzendiener, wo immer ihr sie findet, ergreift sie, belagert sie und lauert ihnen aus jedem Hinterhalt auf!“, müssen wir wissen, dass dies nicht generell gilt, da der vorherige Vers klargemacht hat, dass es sich auf die götzendienerischen Araber bezieht, die sich gerade mit dem Propheten (Friede und Segen auf ihm) im Krieg befanden und die ihre Friedensverträge gebrochen hatten. Dies wird ein paar Verse später noch einmal bekräftigt, als Allah sagt:

„Wollt ihr nicht gegen Leute kämpfen, die ihre Eide gebrochen haben und vorhatten, den Gesandten zu vertreiben, wobei sie zuerst gegen euch (mit Feindseligkeiten) anfingen?“ [Koran 9:13]

Hiernach stellt der Kontext dieser Verse innerhalb der Surah klar, dass es sich auf diejenigen bezieht, die auf ihrer Feindschaft beharren und die Muslime angreifen und ist nur auf eine Schlacht anwendbar. Wir empfehlen jedem, Sheikh Sami Al-Majid´s ausführlichen Artikel zu lesen, der den englischen Titel `There is no Compulsion in Religion` trägt.

Aufhebung?

Die nächste Angelegenheit in diesem Vers befasst sich mit Aufhebung. Einige sagten, dass von diesem Vers 9:5 alle friedlichen Verse im Koran aufgehoben worden wären. Dies beruht auf einem Missverständnis einiger koranischer Konzepte. Im Koran gibt es Naskh und Takhsis. Naskh ist die Aufhebung einer Regelung durch eine Regelung, welche nach der anderen offenbart wurde. Naskh kommt in Angelegenheiten des islamischen Rechts vor. Takhsis bezieht sich im Gegensatz dazu auf Spezifizierung, wenn ein Vers die Anwendung eines anderen Verses einschränkt oder die Grenzen spezifiziert, die in dem anderen Vers angesprochen wurde. Sheikh Abu Ammar Yasir Qadhi schreibt:

Spezifikation bedeutet, dass ein Vers eine allgemeine Regelung in einem anderen Vers einschränkt oder abgrenzt, während Naskh bedeutet, dass der erste Vers im Ganzen aufhebt (d.h., dass er unter keinem Umstand und keiner Bedingung mehr angewendet wird). (Qadhi, An Introduction to the Sciences of the Quran; UK Al-Hidayah Publishing and Distribution, 1999, S. 233)

Sheikh Qadhi erklärt auch, dass es zu den Bedingungen für Naskh gehört, dass zwei sich widersprechende Regelungen auf die gleiche Situation und die gleichen Umstände bezogen sind und kein alternatives Verständnis für die Anwendung des Verses gegeben ist. Er meint:

Wenn eine der Regelungen sich auf einen Einzelfall beziehen kann und die andere Regelung auf einen anderen Fall, dann handelt es sich nicht um ein Beispiel für Naskh. (Qadhi, An Introduction to the Sciences of the Quran, UK Al-Hidayah Publishing and Distribution 1999, S.237)

Hieraus folgt, dass es sich bei dem Vers 9:5 nicht um ein Beispiel für Naskh handeln kann, da es nur eine Regelung für eine ganz bestimmte Situation und bestimmte Umstände handelt. Es gibt viel Verwirrung um einige Verse, die als Naskh bezeichnet wurden, da die frühen Muslime gewohnt waren, die Fälle des Takhsis auch als Naskh zu bezeichnen. Daher realisierten einige Muslime nicht, dass es sich in einigen Fällen, die von den frühen Muslimen als `Naskh` bezeichnet wurden, um Takhsis handelt. Das ist warum einige frühe muslimische Gelehrte, diesen Vers als `Naskh` bezeichnet haben. Man sollte festhalten, dass sie den Ausdruck Naskh benutzten, und sich dabei auf eine größere Bandbreite von Bedeutungen, also auch Takhsis, bezogen. Wie Dr. Jamal Badawi schreibt:

Jeder Fall von Naskh muss definitiv sein und darf nicht auf einer geringen Meinung oder auf Spekulation beruhen. Es muss beachtet werden, dass die frühen Muslime den Ausdruck Naskh auch für Takhsis benutzten, also für die Spezifizierung oder Eingrenzung einer Regelung und nicht nur auf deren Abschaffung.

Sheikh Abu Ammar Yasir Qadhi bezieht sich speziell auf die Missverständnisse bezüglich des Verses 9:5. Nach der Nennung der verschiedenen Meinungen kommt er zu dem Schluss:

Es wird aus diesen Beispielen und Kategorien ersichtlich, dass in Wirklichkeit die meisten dieser Verse im Endeffekt nicht als abgeschafft gelten können. Einige von ihnen beziehen sich auf Situationen, die sich von denen unterscheiden, für die sie herab gesandt wurden. Fast alle dieser `Mansukh` (abgeschafften) Verse, können immer noch angewandt werden, wenn eine Situation eintritt, die der Situation, in der der Vers herab gesandt wurde, gleicht. So hebt der `Vers des Schwertes` in Wirklichkeit nicht eine große Anzahl von Versen auf. Genau genommen kommt az-Zarqani zu dem Schluss, dass er keinen einzigen aufhebt! (Vgl. Az-Zarqani, V.2, Seiten 275-282) (Qadhi, An Introduction to the Sciences of the Quran; UK Al-Hidayah Publishing and Distribution, 1999, S. 254)

Sheikh Sami Al-Majid bezieht sich in seinem Artikel auf dieselbe Angelegenheit:

Einige Menschen, vor Allem einige zeitgenössische Nicht-Muslimische Kritiker des Islam, haben versucht zu zeigen, dass dieser Vers den Vers „Es gibt keinen Zwang im Glauben“ [Koran 2:256] abschafft. Sie argumentieren, dass die Allgemeinheit dieser Aussage beinhaltet, dass jeder Ungläubige, der den Islam nicht annimmt, bekämpft werden muss. Sie unterstützen ihre Behauptung, indem sie aufzeigen, dass dieser Vers einer der letzten ist, die über das Kämpfen offenbart wurden. Doch dieser Vers schafft auf keinen Fall das Prinzip des islamischen Gesetzes ab, dass es keinen Zwang im Glauben gibt. Es mag in seinen Ausdrücken generalisierend klingen, doch die Meinung ist auf bestimmte andere Verse des Korans bezogen, die auch mit einer Anzahl von entsprechend zur Sache gehörigen Hadith zusammenhängen.

Sheikh Jamal Al-Din Zarabozo beschäftigt sich auch mit dieser Angelegenheit in seinen Ausführungen über den Vers „Es gibt keinen Zwang im Glauben“ [Koran 2:256]. Er erwähnt die Meinung, dass dieser Vers abgeschafft wurde und sagt anschließend:

Al-Dausiri weist diese Meinung aus folgenden Gründen zurück: Ein Vers kann nicht einen anderen Vers ersetzen, außer er nimmt die gesamte Bedeutung des früheren Verses hinweg und es gibt keinen anderen Weg, die gegensätzlichen Bedeutungen der beiden Verse unter einen Hut zu bringen. (Zarabozo, There ist No Compulsion in Religion, Al-Bashir)

Dies war die Meinung der großen Gelehrten und Mufasirin (Korankommentatoren), sowohl von Klassischen als auch von Zeitgenössischen, wie Ash-Shanqiti oder Ibn Jarir At-Tabari. Sheikh Muhammad S. Al-Awa kommentiert diesen Punkt auch in seiner Ausführung über die Bestrafung für Abtrünnigkeit:

Zur gleichen Zeit lässt sich sagen, dass die Todesstrafe für Abtrünnigkeit, vor Allem, wenn sie  als Hadd (vorgeschriebene) Strafe gesehen wird, dem Koranischen Prinzip [Gesetz] in Surah 2 Vers 265 widerspricht, welche beginnt mit „Es gibt keinen Zwang im Glauben“. Ibn Hazm hat, um Kritiken zu vermeiden, beschrieben, dass dieser Vers abgeschafft worden war und dass ein Zwang nun in der Religion erlaubt sei; als Konsequenz daraus widerspricht laut ihm die Todesstrafe für Abtrünnigkeit nicht dem Koran (Vgl. Muhalla, Band XI, S. 195). Jedoch gilt diese Meinung als widerlegt, da Korangelehrte eine Liste der widerlegten Verse aufgestellt haben und dieser Vers nicht unter ihnen ist (vgl. Suyuti, Itqan, Band II, Seiten 22-24). Daher lässt sich mit der Enzyklopädie des Islam sagen dass „Im Koran wird Abtrünnigkeit nur mit einer Strafe in der nächsten Welt bestraft.“(vgl. Heffening, Encyclopedia of Islam, Band III, S. 736 unter „Murtadd“). (El-Awa, Punishment in Islamic Law, US American Trust Publications, 1993, S. 51, Hervorhebungen durch den Übersetzer)

Daher können wir, wenn wir die barmherzigen und geliebten Verse des Koran betrachten und die Meinung hören, dass sie von einem bestimmten Vers, der sich auf eine Schlacht bezieht, abgeschafft wurden, diese Meinung als unwahre Spekulation abtun. Friede und Gerechtigkeit sind fundamentale Grundlagen der Religion des Islam und können niemals aus ihr entfernt werden.

Fehlinterpretation des Koran

Einleitung

In der heutigen Zeit müssen wir feststellen, dass es für einige Menschen immer alltäglicher wird, Stellen aus dem Koran oder Aussprüche des Propheten Muhammad (Friede und Segen auf ihm) umzudeuten, um ihre verdrehte Darstellung des Islam als feindliche und gewaltbereite Religion zu unterstützen. Die meisten dieser Verse sind entweder falsch übersetzt, aus dem Kontext gerissen oder missverstanden aufgrund fehlenden Basiswissens. Beispielshalber wird Jihad als „heiliger Krieg“ missverstanden, und somit wird, was im Koran angepriesen wird, in ein schlechtes Licht gestellt. Jihad ist in Wahrheit aber ein positives und kein negatives Konzept und daher sollte sich ein jeder über den Jihad informieren, bevor er den Rest dieses Artikels liest. Eine Erklärung des Jihad ist in anderen Artikeln dieser Webseite zu finden. Dieser Artikel hat zur Aufgabe, Missverständnisse aus dem Weg zu räumen, die den Islam als gewalttätige und hasserfüllte Religion darstellen und auf die Missdeutung von Versen und Berichten zurückzuführen sind. Wie jeder feststellen wird, ist offensichtlich, dass der Islam nichts als Frieden, Harmonie und Toleranz der ganzen Menschheit gegenüber lehrt. Wir haben Verse und Erzählungen ausgewählt und bearbeitet, auf die Weise, wie sie von Islam-Hassern verbreitet werden, so dass die schlechte Übersetzung und andere irreführende Methoden der Islam-Hasser offengelegt werden.

Anmerkung der Übersetzer: Die im englischen Originaltext verwendeten Übertragungen der Bedeutung des Koran in die englische Sprache wurden nicht eins zu eins in diese deutsche Übersetzung übertragen. Die meisten der oben genannten Koranverse sind den Übertragungen ins Deutsche von Bubenheim & Elyas, aber auch von Abu Rida, Khoury und Zaidan.

Fehlinterpretierter Vers Nummer 1

„Vorgeschrieben ist euch zu kämpfen, obwohl es euch zuwider ist. Aber vielleicht ist euch etwas zuwider, während es gut für euch ist, und vielleicht ist euch etwas lieb, während es schlecht für euch ist. Allah weiß, ihr aber wisst nicht.“ [Koran 2:216]

Oft wird „kämpfen“ hier als Jihad übersetzt, was den ersten Übersetzungsfehler darstellt, denn der Koranvers benutzt nicht das Wort „Jihad“. Im Vers ist das Wort „Qital“ zu finden, welches sich auf physisches Kämpfen bezieht. Das Kämpfen ist den Muslimen vorgeschrieben, um sich selbst, die eigenen Rechte so wie die Rechte Anderer zu verteidigen. Die Pflicht, die eigenen Rechte körperlich zu verteidigen und Gerechtigkeit zu schaffen wird im oben genannten Artikel über den Jihad genauer erklärt. An dieser Stelle soll es ausreichend sein, einen Koranvers zu zitieren, der sich darauf bezieht:

„Was ist mit euch, dass ihr nicht auf Allahs Weg, und (zwar) für die Unterdrückten unter den Männern, Frauen und Kindern kämpft, die sagen: „Unser Herr, bringe uns aus dieser Stadt heraus, deren Bewohner ungerecht sind, und schaffe uns von Dir aus einen Schutzherrn, und schaffe uns von Dir aus einen Helfer.“ [Koran 4:75]

Es ist sicherlich eine Pflicht für alle Menschen, sich gegenseitig vor Unterdrückung und Ungerechtigkeit zu schützen. Dies ist, was der Islam lehrt. In seinem Kommentar zum Vers 2:216 schreibt Abdullah Yusuf Ali:

Im Namen der Wahrheit zu kämpfen ist eine der höchsten Formen von Wohltätigkeit. Was kann jemand opfern, das mehr wert ist, als das eigene Leben? Doch hier kommen wieder die Einschränkungen hinzu. Wenn einer nur ein Streithahn, eine aggressive Person oder ein prahlerischer Tyrann ist, verdient er den höchsten Tadel. (Yusif Ali, The Holy Quran, Text, Translation and Commentary)

Demzufolge ist der Kampf, den Gott im Koran vorschreibt, der Kampf Gerechtigkeit und Sicherheit im Land zu schaffen. Dies ist eine Pflicht für jedes menschliche Wesen. Wir alle hoffen auf Frieden, doch dabei müssen wir einsehen, dass ohne Gerechtigkeit, Freiheit, Rechte und Gleichheit, ein Frieden niemals bestehen kann. Ebenfalls zu Vers 2:216 schreibt Abdul Majid Daryabadi:

Krieg wird, wie oft richtig behauptet wird, von den Naturgesetzen bestraft – das betrifft die Ordnung des Einzelnen sowie die Ordnung der Gesellschaft – und er ist manchmal eine biologische Notwendigkeit. Der Islam, die ideale praktische Religion hat ihn erlaubt, jedoch nur im Fall der äußersten Notwendigkeit. (Daryabadi, The Glorious Quran, emphasis added)

Der Islam hat den Krieg als letzte Möglichkeit und in Fällen äußerster Notwendigkeit bestimmt, um unsere Rechte und die Anderer zu verteidigen. Das Bild gewinnt noch mehr an Klarheit, wenn wir den historischen Kontext der Offenbarung berücksichtigen. Abdullah Yusuf Ali fährt in seinem Kommentar fort, den historischen Kontext zu beleuchten, und schreibt über den Vers 2:217:

Die Intoleranz und Verfolgung durch die Götzendiener in Mekka verursachte ungeahnte Schwierigkeiten für den […] Botschafter des Islam (Friede und Segen auf ihm) und seine ersten Anhänger. Sie alle wurden in Demut und Geduld geprüft, während sie litten, bis der Gesandte (Friede und Segen auf ihm) ihnen erlaubte, die Waffen zur Verteidigung zu erheben… (Yusuf Ali, The Holy Quran, Text, Translation and Commentary)

Im Lichte des obigen Kommentars wird es offensichtlich, dass das Kämpfen unter den speziellen Bedingungen rücksichtsloser Verfolgung und Leids bestimmt wurde. Daher wird von den Muslimen gefordert, dass sie sich gegen Unterdrückung verteidigen und Gerechtigkeit schaffen. Sich davon fernzuhalten, Unterdrückten zu helfen, ist Feigheit. Abdul Majid Daryabadi erklärt auch den historischen Zusammenhang des Verses:

Verfolgt, gehasst, gefoltert, von Armut gequält, ins Exil geschickt und klein an Zahl, wie die Muslime damals waren, als die Verordnung für den Krieg offenbart wurde, war es natürlich, dass sie nicht sonderlich erfreut darüber waren, die Schwerter mit den mächtigen Streitkräften zu kreuzen, die sich für ihre Ausrottung verschworen hatten. Nichts außer Göttlicher Befehl konnte sie bewegen, auf das Schlachtfeld zu ziehen [um ihre Rechte zu verteidigen]. Und immer noch wird vom islamischen Jihad behauptet, dass er „vom Propheten erfunden wurde, um seine unzufriedenen Anhänger durch eine Möglichkeit für Plünderungen zufrieden zu stellen!“ (Margoliouth). So sehr liebt dieser europäische Gelehrte die Wahrheit! So wundervoll sind seine geschichtlichen Schriften! (Daryabadi, The Glorious Quran)

Dieser Kommentar zeigt, dass Muslime diesen Vers immer als Recht verstanden haben, die eigenen Rechte gegen unterdrückende Kräfte zu verteidigen, doch niemals um die Grenzen der Verteidigung zu überschreiten.

Fehlinterpretierter Vers Nummer 2

„Die (dem Dschihad) Fernbleibenden unter den Mumin - außer den Behinderten, sind nicht gleichzusetzen mit den fi-sabilillah Dschihad-Leistenden mit ihrem Vermögen und eigenem Leib. ALLAH gab den Dschihad-Leistenden mit ihrem Vermögen und eigenem Leib eine Stellung mehr als den (dem Dschihad) Fern-Bleibenden. Und beiden Gruppen hat ALLAH Gutes versprochen. Doch ALLAH begünstigte die Dschihad-Leistenden vor den (dem Dschihad) Fern- Bleibenden mit übergroßer Belohnung „ [Koran 4:95] (Zaidan)

Dies ist eine Übersetzung, die für Menschen, die sich mit dem Islam noch nicht viel auseinandergesetzt haben sehr schwer zu verstehen ist. In anderen Übersetzungen heißt es:

Khoury: „Nicht gleich sind diejenigen unter den Gläubigen, die daheim sitzen, ohne ein Gebrechen zu haben, und diejenigen, die sich auf dem Weg Gottes mit ihrem Vermögen und mit ihrer eigenen Person einsetzen. Gott bevorzugt diejenigen, die sich mit ihrem Vermögen und mit ihrer eigenen Person einsetzen, um eine ganze Stufe vor denen, die daheim sitzen. Einem jeden hat Gott das Beste versprochen. Doch hat Gott diejenigen, die sich einsetzen, vor denen, die daheim sitzen, bevorzugt mit einem großartigen Lohn,“ [Koran 4:95]

Bubenheim & Elyas: „Nicht gleich sind diejenigen unter den Gläubigen, die sitzen bleiben - außer denjenigen, die eine Schädigung haben -, den sich auf Allahs Weg mit ihrem Besitz und ihrer eigenen Person Abmühenden. Allah hat den sich mit ihrem Besitz und ihrer eigenen Person Abmühenden einen Vorzug gegeben vor denen, die sitzen bleiben. Aber allen hat Allah das Beste versprochen. Doch hat Allah die sich Abmühenden vor denen, die sitzen bleiben, mit großartigem Lohn bevorzugt,“ [Koran: 4:95]

Abu Rida: „Diejenigen unter den Gläubigen, die daheim bleiben ausgenommen die Gebrechlichen, und die, welche für Allahs Sache ihr Gut und Blut im Kampf einsetzen, sind nicht gleich. Allah hat die mit ihrem Gut und Blut Kämpfenden über die, die daheim bleiben, im Rang um eine Stufe erhöht. Jeden von beiden aber hat Allah Gutes verheißen; doch die Kämpfenden hat Allah vor den Daheimbleibenden durch großen Lohn ausgezeichnet“ [Koran 4:95]

Nun, da die gängigsten Übersetzungen1 einander gegenüberstehen, scheint die Quelle für die angegebenen Übersetzungen fraglich. Wörter wie „Jihadisten“, die man ebenfalls in Übersetzungen findet, sind reine Erfindungen der Medien, die keine wirkliche Bedeutung haben. Das Oxford American Dictionary definiert diesen Begriff:

Gebrauch: Diese eingedeutschte Wortform scheint nicht zwingend notwendig zu sein, da der arabische Term für „Kämpfer des heiligen Krieges“, Mujahid, auch die deutschen Pluralformen (Mujahidin, Mujahedin) bilden kann und neben dem Wort Jihadi existiert, was näher an die arabische Morphologie angelehnt ist. Jihadist ist der Ausdruck der von Anti-Arabisten oder Anti-Islamisten benutzt wird.

So wie Jihad im vorausgegangenen Artikel definiert wurde kann man einen Mujahid als jemanden verstehen, der um Gerechtigkeit kämpft und dabei vielleicht sogar sein eigenes Leben riskiert. Was sagen diese Verse folglich aus? Sie erhöhen den Status derjenigen, die tapfer sind und sich trauen, Angesichts der Unterdrückung für Gerechtigkeit und Wahrheit aufzustehen. Diese Verse erhöhen ihren Status denjenigen gegenüber, die sich feige davor verstecken, die Rechte der Anderen zu verteidigen, obwohl sie dazu fähig wären und keine Gebrechen sie davon abhalten. Folglich findet der Islam-Hasser keine Unterstützung für seine verdrehte Darstellung des Islam, auch nicht in diesen Versen. Im Gegenteil unterstützen diese Verse die Interpretation des Jihad als Kampf um den Willen Gottes, denn er erwähnt diejenigen, die Jihad durch das Spenden ihres

1Hierbei handelt es sich um die gängigsten deutschen Übersetzungen. Sie entsprechen nicht den in der englischen Vorlage aufgeführten Übertragungen in die englische Sprache und sind auch nicht so zahlreich wie diese.

Vermögens für einen guten Zweck unternehmen wie beispielshalber Menschenrechtsorganisationen. Muhammad Asad schreibt über diesen Vers:

Der Term Mujahid wird von dem Verb Jahada abgeleitet, was „er kämpfte“, „er bemühte sich“ oder „er setzte seine Kraft ein“ bedeutet, namentlich in einer guten Sache gegen das Böse.

Hieraus folgt, dass Jihad das „Kämpfen im Namen Gottes“ im weitesten Sinne des Ausdrucks beinhaltet: Man kann sagen, dass dies nicht nur den physischen Krieg (Qital) sondern jeden rechtschaffenen Kampf, auch im moralischen Sinne beinhaltet. (Asad, The Message of the Quran)

Falschinterpretierter Vers Nummer 3

„Among the Believers are men who have been true to their covenant with God and have gone out for Jihad (holy fighting). Some have completed their vow to extreme and have been martyred fighting and dying in His Cause, and some are waiting, prepared for death in battle.” [Koran 33:32]

Hier hat der Islam-Hasser einfach die Klammern aus der Übersetzung entfernt, so dass der Leser nicht zwischen den Ideen des Übersetzers und den Worten des Koran unterscheiden kann. Lassen sie uns eine Übersetzung zurate ziehen, die ohne Interpretationen auskommt:

„Unter den Gläubigen gibt es Männer, die das wahr gemacht haben, wozu sie sich Allah gegenüber verpflichteten. Unter ihnen gibt es manche, die ihr Gelübde erfüllt haben; und unter ihnen gibt es manche, die noch warten (müssen). Und sie haben keine Änderung vorgenommen;“ [Koran 33:23] (Bubenheim & Elyas)

Es ist auch offensichtlich, dass der Islam-Hasser zusätzliche Ideen in die Übersetzung mit eingebaut hat, die von anderen Übersetzern nicht unterstützt werden. „Kämpfen und sterben“, „sich auf den Tod auf dem Schlachtfeld vorbereiten“, sind nicht die Worte des Koran. Der Koran preist die frühen Gefährten, die in ihrem Glauben standhaft und ihrer Verpflichtung treu blieben. Dieser Vers spricht nicht über den Kampf oder überhaupt über den Jihad. Ibn Kathir schreibt in seiner Interpretation dieses Verses:

Als Allah erwähnt, wie die Heuchler ihr Versprechen gegenüber Ihm gebrochen haben, sie würden Ihm nicht dem Rücken zukehren, beschreibt er die Gläubigen, die an ihren Eiden und ihren Versprechen festhalten:

([Sie] blieben standhaft in ihrem Versprechen Allah gegenüber; von ihnen haben einige ihre Nahbah erfüllt;) Einige [der Koran-Kommentatoren] sagten: „Sie hatten ihre festgesetzte Zeit erreicht (d.h. den Tod).“ Al-Bukhari sagte, „Ihr Versprechen“, und er bezieht sich hierbei auf den Anfang der Ayah. (und einige von ihnen warten immer noch, aber sie haben sich nicht im Geringsten geändert.) bedeutet, dass sie niemals ihr Versprechen Allah gegenüber geändert oder gebrochen haben. [Tafsir Ibn Kathir]

Und Abdullah Yusuf Ali schreibt über den Vers 33:32:

Im Kampf für die Wahrheit waren (und sind) viele, die all ihren Besitz – ihre Rücklagen, ihr Wissen, ihren Einfluss und ihr Leben selbst – auf diesem Weg opferten und niemals schwankten. Wenn sie die Krone der Märtyrertums gewonnen haben, sind sie gesegnet… Andere Helden kämpften tapfer und lebten immer bereit, ihr Leben herzugeben. Beide Gruppen waren zuverlässig: Sie änderten niemals ihre Meinung und schwankten nie. (Yusuf Ali, The Holy Quran, Text, Translation and Commentary)

Ihr Eid ist ihr Versprechen dem Propheten Muhammad (Friede und Segen auf ihm) gegenüber, ihn zu beschützen und den Islam zu unterstützen. Einige Muslime hatten dies bereits erfüllt, indem sie gestorben waren, um ihren Glauben zu beschützen, während Andere immer bereit waren, das Gleiche zu tun. Das Verständnis dieses Verses kann verbessert werden, wenn wir die Worte Scheich Abdul Bari Ath-Thubaity´s betrachten, des Imams der Prophetenmoschee, welcher über den Vers 33:23 sagte:

Die Männer, über die wir hier sprechen sind nicht solche, die tief in den Abgrund weltlicher Gelüste gesunken sind, solche, die nicht hohe moralische Standards zum Ziel haben und sich nicht von ihrem Herrn abwenden. Sie sind nicht solche, die auf die physische Gestalt achten und deren Verstand leer von jeglichem Sinn ist; Denn solche Menschen sind sicherlich keine wahren Männer. Die wahren Männer, von denen wir sprechen, sind diejenigen, die Allah beschreibt wenn Er sagt:

„Die Diener des Allerbarmers sind diejenigen, die maßvoll auf der Erde umhergehen und die, wenn die Toren sie ansprechen, sagen: "Frieden!" Und diejenigen, die die Nacht verbringen, indem sie sich (im Gebet) vor ihrem Herrn niederwerfen und aufrecht stehen. Und diejenigen, die sagen: "Unser Herr, wende von uns die Strafe der Hölle ab." Ihre Strafe ist ja bedrängend; gewiß, sie ist böse als Aufenthaltsort und Bleibe. Und diejenigen, die, wenn sie ausgeben, weder maßlos noch knauserig sind, sondern den Mittelweg dazwischen (einhalten).“ [Koran 25:63-67]

Dies zeigt, was es wirklich heißt, das eigene Versprechen zu erfüllen. Es bezieht sich darauf, die eigenen islamischen Verpflichtungen mit Hingabe und Ehrlichkeit zu verrichten, höflich zu sprechen, sogar gegenüber den Nicht-Gläubigen, die roh und grob sind: Was die Märtyrer betrifft, wäre es weise, den Propheten Muhammad (Friede und Segen auf ihm) zu zitieren, von dem berichtet wird:

Gottes Botschafter sagte, „Fünf [Arten von Menschen] gelten als Märtyrer: Diejenigen, die durch die Pest sterben, die an einer Unterleibserkrankung sterben, die ertrinken oder unter einem einstürzenden Gebäude ums Leben kommen etc., und die Märtyrer auf Gottes Weg.“ [Bukhari #2829 Band 4, Buch 52, #82]

„Wer auch immer stirbt, um seine Religion zu verteidigen, ist ein Märtyrer; wer auch immer stirbt, um seinen Besitz zu verteidigen, ist ein Märtyrer; wer auch immer stirbt, um seine Familie zu beschützen, ist ein Märtyrer; und wer auch immer stirbt, um sein Blut (das heißt sein Leben) zu verteidigen, er ist ein Märtyrer.“ [At-Tirmidhi #1421, Abu Dawud 4772, An-Nasa´i #4100 und Ibn Majah #2580]

Diese Ahadith widerlegen das Missverständnis, dass das Märtyrertum im Islam sich nur auf denjenigen bezieht, der in einer Schlacht stirbt. Wie zu sehen ist, ist die größte Erscheinungsform des Jihad, wenn jemand bereit ist, sein eigenes Leben dem Willen Gottes halber zu opfern. Dies kann in jeder der in der obigen Erzählung aufgelisteten Formen passieren. Zu sterben, indem man auf physische Weise die Rechte Anderer verteidigt ist nur eine Form davon.

Falsch interpretierter Vers Nummer 4

“So, when you clash with the unbelieving Infidels in battle, smite their necks until you overpower them, killing and wounding many of them. At length, when you have thoroughly subdued them, bind them firmly, making (them) captives. Thereafter either generosity or ransom until the war lays down its burdens. Thus are you commanded by God to continue carrying out Jihad against the unbelieving infidels until they submit to Islam.” [Noble Quran 47:4]

 

Dies ist wieder eine schlechte Übersetzung, die gut zu einem Islam-Hasser passt. Lassen sie uns eine getreuere Übersetzung zurate ziehen, bevor wir den Vers analysieren:

 

Wenn ihr auf diejenigen, die ungläubig sind, (im Kampf) trefft, dann schlagt den Hals. Wenn ihr sie schließlich schwer niedergeschlagen habt, dann legt (ihnen) die Fesseln fest an. Danach (laßt sie) als Wohltat frei oder gegen Lösegeld, bis der Krieg seine Lasten ablegt. Dies (soll so sein)! Und wenn Allah wollte, würde Er sie wahrlich (allein) besiegen. Er will aber damit die einen von euch durch die anderen prüfen. Und denjenigen, die auf Allahs Weg getötet werden, wird Er ihre Werke nicht fehlgehen lassen;“ [Koran 47:4] (Bubenheim & Elyas)

Wie somit ersichtlich wurde sind in der schlechten Übersetzung einige schwerwiegende Fehler enthalten.

Der Vers erwähnt kein „Töten und Verletzen“.

„Thus are you commanded by God to continue carrying out Jihad against the unbelieving infidels until they submit to Islam.” Ist  zu dem Vers hinzugefügt und kann im Koran nirgends gefunden werden!

Im Vers wird das Wort Jihad nicht verwendet und es ist offensichtlich, dass der Kontext dieses Verses der Kampf ist. Wenn man sich im Kampf befindet, sollten die Verteidiger der Menschlichkeit die ungerechten Unterdrücker angreifen, bis sie unterworfen sind.

Professor Shahul Hamid kommentiert den Vers 47:4, indem er sagt:

Der Kontext dieses Verses war, als die Muslime gegen ihre Feinde um ihre Existenz kämpfen mussten. Nach dreizehn Jahren der Schwernis und Geduld mussten der Prophet (Friede und Segen auf ihm) und seine Gefährten ihre Heimatstatt Mekkah verlassen, um nach Medinah auszuwandern. Als die Menschen in Medinah ihn (Friede und Segen auf ihm) dort willkommen geheißen hatten und ihn als ihren Führer akzeptierten waren die Mekkaner darüber nicht glücklich. Sie wollten Muhammad und seine Religion auslöschen. So schickten sie eine Armee um den Islam zu entwurzeln. Diese entscheidende Schlacht fand in Badr statt. Es war kurz davor, dass Muhammad (Friede und Segen auf ihm) die Offenbarung von Gott erhielt zu kämpfen:

„Und kämpft auf Allahs Weg gegen diejenigen, die gegen euch kämpfen, doch übertretet nicht! Allah liebt nicht die Übertreter.“ [Koran 2:190]

Dies bedeutete, dass der Prophet (Friede und Segen auf ihm) und seine Gefährten den Kampf nur begannen, um sich gegen die Angreifer zu verteidigen. Dies war der Grund, warum das Kämpfen angeordnet wurde. Jedoch muss man wissen, dass wir, wenn wir einmal zu kämpfen begonnen haben, weiterkämpfen, um die Angreifer abzuwehren, so dass wir ohne Angst vor weiteren Bedrängungen und Invasionen leben können; so, dass wir in Frieden leben können; so dass Gerechtigkeit herrscht. Wichtig ist hierbei, dass Gott niemandem befiehlt, einen Kampf zu beginnen. Viel eher erlaubt er den Menschen zur Selbstverteidigung zu kämpfen oder für diejenigen, die ungerechterweise angegriffen werden.

Wieder zeigt der historische Kontext die Bedingung von Kampf und Krieg auf. Unter solchen Bedingungen versichert Gott den Gläubigen, dass Er bei ihnen ist und sie daher starken Glauben, Stärke und Tapferkeit im Kampf zeigen sollen und den Feind nicht fürchten. Wie Abdullah Yusuf Ali schreibt:

Wenn der Kampf (Jihad) einmal begonnen ist, führe ihn mit äußerster Schlagkraft aus… (Yusuf Ali, The Holy Quran, Text, Translation and Commentary)

Ebenso schreibt Dr. Maher Hathout:

Sicherlich, diese Verse sind in der Hitze einer Schlacht zutreffend, gegen die angreifende Streitmacht. (Hathout, Jihad vs. Terrorism; US Multimedia Vera International, 2002, S.49)

Die Muslime sollen den Feind bändigen, indem sie ihn gefangen nehmen und somit einen Verlust an Leben so klein wie möglich halten. Des Weiteren erwähnt dieser Vers, dass die Muslime ihre Feinde unterwerfen sollen „bis der Krieg seine Lasten ablegt“, d.h. bis der Feind aufhört zu kämpfen. Ähnlich diesem Vers ist der folgende:

„Und wenn sie sich dem Frieden zuneigen, dann neige auch du dich ihm zu und verlasse dich auf Allah! Gewiß, Er ist ja der Allhörende und Allwissende.“ [Koran 8:61]

Dieser Vers ist sehr spezifisch, dass er auf den Kontext der Schlacht beschränkt ist, und dass die Muslime nur kämpfen sollen, bis der Feind besiegt ist oder zum Friedensschluss bereit ist. Das heißt, sie sollen keine Grenzen überschreiten. Im Falle einer Schlacht leiten diese Verse die Muslime an, keine Grenzen zu überschreiten und den Feind nur zu bekämpfen, bis sie unterworfen sind oder den Kampf beenden.

Sheikh Muhammad Salih Al-Munajjid kommentiert die Behandlung von Gefangenen:

Wenn die Muslime sie gefangen nehmen und an einen Ort bringen, der für sie vorbereitet wurde, sollten sie sie nicht verletzen oder durch Schläge foltern, sollten ihnen nicht Essen und Wasser vorenthalten, sie nicht der Sonne oder der Kälte aussetzen, sie nicht mit Feuer verbrennen und auch keine Knebel und Binden über ihre Münder, Ohren und Augen legen und sie nicht wie Tiere in Käfige werfen. Eher sollten sie sie mit Freundlichkeit und Gnade behandeln, ihnen reichlich zu essen geben und sie auffordern, zum Islam zu kommen. Der Prophet (Friede und Segen auf ihm) pflegte den Muslimen anzuordnen, die Gefangenen gut zu behandeln, während die Römer und jene, die vor Ihnen waren wie die Assyrer und Pharaonen alle ihren Gefangenen normalerweise die Augen mit glühendem Eisen ausbrannten und sie bei lebendigem Leibe häuteten und ihre Haut den Hunden zum Fraße vorwarfen, so dass die Gefangenen den Tod dem Leben vorzogen.

Der Islam hat also klare Regeln und Regelungen für die Muslime vorgegeben, denen man im Falle eines Krieges folgen muss, der als letztes Mittel gebraucht wird.

Falsch interpretierter Vers Nummer 5

„Kein Grund zur Bedrängnis (wegen des Daheimbleibens) ist es für die Schwachen, für die Kranken und für diejenigen, die nichts finden, was sie ausgeben (können), wenn sie sich gegenüber Allah und Seinem Gesandten aufrichtig verhalten.“  [Koran 9:91]

[Das Daheimbleiben während des Jihad]. Einige Nicht-Muslime glauben, dass dieser Vers der Beweis ist, dass Jihad ein heiliger Krieg ist, denn wenn es keiner wäre, dann wären die Schwachen und Andere fähig, dabei zu sein. Dieser Vers wird fälschlicherweise benutzt, um jedes Konzept des nicht-militärischen Jihad zu verneinen. Zum Ersten haben wir bereits festgestellt, dass es viele Arten von Jihad gibt und dieser nicht rein spirituell oder rein physisch sein muss. Dies sind einige Beeinträchtigungen, die eine Person abhalten können, einen Jihad zu unternehmen. Alt oder schwach zu sein hält einen fern, am physischen Jihad teilzunehmen und das Gute aufrecht zu erhalten. Vom Schwachen kann nicht erwartet werden, als Soldat für Gerechtigkeit zu kämpfen, wie es diejenigen taten, die die Nazis im zweiten Weltkrieg bekämpften. Hinzu kommt, dass es eine andere Form des Jihad ist, Geld und Güter für die Armen und Bedürftigen zu spenden. Jemand, der solche Güter nicht hat, von dem kann nicht erwartet werden dies zu tun, wie der Vers erwähnt. Was einen Kranken betrifft wäre es ein Beispiel, wenn jemand eine Krankheit hat, bei der er nicht fähig ist, seine Bedürfnisse zu kontrollieren, kann er nicht an dem spirituellen Jihad teilnehmen, die eigenen Bedürfnisse zu kontrollieren, wie man es beim Fasten im Ramadan tut. Jemand, der sich mit dem islamischen Gesetz auseinandergesetzt hat, weiß bereits, dass Kranke nicht fassen müssen, was ein Beispiel für spirituellen Jihad ist. Die verschiedenen Formen des Jihad wurden im Islam detailliert beschrieben und sind den Muslimen wohlbekannt. Zum Beispiel schreibt Scheikh Muhammad Salih Al-Munajjid:

Jihad kann mit der Zunge (durch Aussprechen), oder mit Waffen (was Qital bzw. Kämpfen ist) oder mit Geld unternommen werden. Jede dieser Kategorien beinhaltet viele Unterkategorien.

Und Dr. Shahid Athar schreibt:

Das Wort „Jihad“ meint Kampf oder, um genau zu sein, ein Bemühen in der Sache Gottes. Jeder Kampf, der im täglichen Leben unternommen wird, um Gott gefällig zu sein, kann als Jihad betrachtet werden. Eine der höchsten Formen des Jihad ist, sich gegen einen Tyrann zu erheben und ein Wort der Wahrheit zu sprechen. Sich selbst von schlechten Taten fernzuhalten ist ebenfalls ein großer Jihad. Eine Form des Jihad ist es, zu den Waffen zu greifen, um den Islam oder ein muslimisches Land zu verteidigen, wenn der Islam angegriffen wird. Diese Art von Jihad muss von der religiösen Führungsschicht oder von einem muslimischen Staatsführer ausgerufen werden, der dem Koran und der Sunnah folgt.

Die weiteren Formen des Jihad werden detailliert im Artikel „Eine Erklärung des Jihad“ diskutiert.

Ein Leitfaden für Aktivisten

Lasst uns zunächst mit Grundlagen des Islams anfangen.

Hier sind einige wichtige Punkte zum Merken:

  • Als Muslime dürfen wir über nichts lügen, besonders nicht über unsere Religion.
  • Islam hat für alles, was er lehrt, einen Beweis. Unsere Quellen sind authentisch und original. Diese sind:

                 - Der Quran

                 -  Die Lehren Muhammads

Dies ist ein einzigartiger Teil des Islams, der in keiner anderen historischen Religion vorhanden ist.

Ihr solltet dies auch beachten während ihr mit anderen Menschen redet und ihre Fragen beantwortet, denn manchmal enthalten „Fragen“ Fehlinformationen. Wir müssen qualifizieren was es ist, was jemand gegen das sagt, was sie meinen.

Achte besonders beim Anbieten deiner Antworten darauf. Halte deine Antworten einfach und auf den Punkt. Wandere nicht von Thema zu Thema während du eine Frage beantwortest.

Ein anderer wichtiger Punkt ist, sich zu erinnern, dass Geduld ein wichtiger Teil des Charakters eines Muslims ist und dass du nicht wütend oder schockiert über das sein solltest, was die Menschen dir sagen oder über die Fragen die sie stellen. Wenn du spürst, dass es zu viel für dich ist, womit du nicht umgehen kannst, dann geh einfach fort.

Versuche auch nicht lustig oder sarkastisch zu sein. Dies ist ablenkend und nicht angemessen. Sehr oft  hören wir, während wir die Antwort geben, die Menschen etwas sagen wie, „Ich wusste das nicht.“ Oder sie sagen, „Dies ist eigentlich etwas Gutes.“ Wenn dies passiert, fragen wir sie, „Bist du bereit deine Position zu überdenken? Bist du darauf vorbereitet deinen Gott und deinen Herrn ohne Partnern anzubeten?“

Nach alledem ist dies nicht  der wirkliche Inhalt des Islams . Das wichtigste Thema ist die Anbetung des Allmächtigen Gott, ohne Partner und Gefährten oder „Götter“ neben dem Allmächtigen Gott.

Dawah ist ein Wort im Arabischen, das „einladen“ oder „anbieten zu teilen“ bedeutet. Dies ist ein sehr wichtiger Teil des Muslim-Seins und es kann zu manchen Zeiten schwierig sein. Jedoch ist es nicht unmöglich. Der Punkt ist, dass das Teilen des Islams ein einfaches Konzept ist. Die Schwierigkeit tritt ein, wenn du versuchst die Idee anderen zu vermitteln, besonders wenn sie schon prädisponiert sind an etwas anderes zu glauben und denken, dass der Islam etwas Schlechtes ist.

Beachte zu jeder Zeit, dass du auf einer besonderen Mission bist, die Botschaft der Einladung der Menschen zur Anbetung Allahs auf die Art und Weise, wie Er angebetet werden will, zu überbringen. Du musst sie dazu rufen, die Wahrheit zu erfahren und wie man dieser folgt. Du tust dies mit beidem, deinen freundlichen Worten und deinen ordnungsgemäßen Taten.

Deine Worte werden in Vorträgen, Predigten, Büchern, Videos und Dialogen benutzt. Diese Worte helfen den Menschen die Wahrheit des Islams zu verstehen.

Deine Handlungen werden von anderen durch dein Verhalten und deinen Manieren beobachtet. Du wirst zu einem Vorbild für das, wofür der Islam steht., worüber der Islam ist.

Beide Methoden (Dawah durch Worte und Handlungen) wurden vom Propheten (Friede und Segen seien auf ihm) zur Überbringung der Botschaft des Islams benutzt. Er war das perfekte Bespiel für das, wozu er die Menschen gerufen hat zu tun. Aishah, möge Allah mit ihr zufrieden sein, sagte, wenn du gerne eine lebendes Beispiel für den Quran sehen willst, dann schau einfach auf Muhammad, Friede sei auf ihm. Sein Leben war das beste Beispiel der edlen Lehren und Grundsätze, die aus dem Quran herausgesetzt sind.

Muslime sollten jeden ermahnen, indem sie einen sanften und einfachen Ansatz benutzen, um hungrige Seelen auf den Weg Allahs zu locken. Mit Sicherheit brauchen die Leute es heute mehr denn je, über den Islam zu erfahren und in der Lage zu sein dies auch zu praktizieren. Wir alle brauchen ein Beispiel, dem wir folgen können.

Eigentlich ist das Problem nicht so sehr die Menschen zur Botschaft des Islams zu rufen oder einzuladen, sondern viel mehr wie wir an diese Sache rangehen. Die Art und Weise wie wir uns präsentieren und die Botschaft ist das wichtigste und unglücklicherweise, etwas was viele Muslime heutzutage nicht beachten.

Einige haben das Image der Dawah durch die rigiden Methoden, Fehlern und Missverständnissen, die sie anwenden, ruiniert. Dies liefert einen sehr negativen Eindruck über den Islam und die Muslime allgemein. Betrachtet man die ganze Herabsetzung und den negativen Medien gegen den Islam und die Muslime, die in der heutigen Zeit geschehen, so ist es unerlässlich, dass wir mit Weisheit, freundlicher Einladung und logischen Diskussionen an unsere Dawah rangehen.

Ein Beispiel einer negativen Dawah ist das falsche Konzept , dass so viele Muslime heutzutage haben bezüglich des Debattierens mit den Christen über ihre Bibel. Dies ist überaus fehlerhaft und nicht ein Teil der Lehren des Qurans oder der Art und Weise Muhammads, Friede sei auf ihm. Während es eine Anzahl an Sachen gibt, die wir mit ihnen teilen können über das woran wir glauben, was ähnlich zu dem ist, was sie in ihrem Buch finden können, ist es nicht korrekt zu versuchen ihr Buch, ihren Glauben, noch ihre Verständnisse anzugreifen. Ein weiser Mann sagte einst, „Debatten erzeugen jede Menge Hitze, aber nicht sehr viel Licht.“ Lasse ab von der Idee des Debattierens und besuche keine Veranstaltungen, wo solche Arten von Aktivitäten stattfinden. Bete für die Muslime, dass sie aufwachen und die Gefahren von diesem als ein Werkzeug der Dawah erkennen, bevor es zu spät ist.

Eine weitere Sache, von der man sich fernhalten sollte, sind die so genannten „Wunder“ über den Quran und den Islam, die im Quran oder in der Sunnah des Propheten, Friede sei auf ihm, erwähnt werden. Ein Beispiel ist die Idee, dass einige Bäume in Deutschland, sich verbogen haben sollen um „Laa elaha illa lah, Muhammad Rasulullah“, zu buchstabieren. Dies ist nicht wahr. Das ist Bild ist ein Fälschung und jeder kann ganz leicht beweisen, dass dies nicht echt ist. Also wo würdest du sein, wenn du darauf beharrt hättest, dass dies ein „Beweis“ ist, dass der Islam die richtige Religion ist?

Weitere gefälschte „Wunder“ enthalten; ein Fisch auf dem „Allah“ geschrieben steht; ein Baum der sich Richtung Mekkah im Gebet verbeugt; ein Kürbis mit „Bismillah Rahman Raheem“ drauf.

Ein weiteres Gebiet, das man vermeiden sollte, ist die falsche Auffassung von dem „Wunder der Zahlen“ im Quran. Diese Geschichten sind viele und alle von ihnen sind falsch. Es gibt kein Wunder der „19“ im Quran; die Häufigkeit der Wörter „Tag“ und „Nacht“ ist nicht 365 mal (der muslimische Kalender hat sowieso 354 Tage); die Wörter „Engel“ und „Teufel“ erscheinen nicht in der selben Anzahl; und die ganzen mathematischen Gleichungen, die über die Erde und das Wasser erwähnt werden, sind bedeutungslos für jemanden, der versucht Allah und den Islam zu verstehen. Also bitte stoppt diese Propaganda und bringt diese Botschaften NICHT zu jedem aus eurer Liste weiter vorwärts.

Das ist nicht Dawah. Das ist eine Verschwendung von Zeit und Energie. Der Punkt ist, dass dies die Menschen sich von der Wahrheit abwenden lässt und die reine Botschaft des Islams zerstört.

Wenn wir mit Leuten über den Islam reden, sollten wir als erstes mit dem Wort selbst beginnen. Lasst die Menschen wissen, dass es einen Unterschied zwischen dem Wort „Islam“ und dem was einige Menschen tun, gibt.

„ISLAM“ – Erkläre ihnen, dass „Islam“ sowohl als Verb, als auch als Nomen, verstanden werden kann. Als ein Nomen, ist es die Religion, die von Allah für alle Menschen vor 1400 Jahren vervollständigt wurde. Die Botschaft kam mit Muhammad, Friede sei auf ihm, in der arabischen Sprache.

Als ein Verb, bedeutet das Wort „Islam“ die Hingabe, Unterwerfung, Gehorsam und Frieden in der Aufrichtigkeit zu Allah.

Als nächstes, erkläre ihnen, dass das Wort Muslim von dem Wort Islam selbst kommt. Und das Arabische benutzt eher eine Präfix  zu dem Verb, als einen Suffix, um denjenigen aufzuzeigen, der das Verb oder die Handlung ausübt. Also anstatt ein „islam-er“ zu sein, sind wir „Mu-islims“ (Muslim).

Erinnere dich: K.I.S.S (Keep It So Simple – Halte es so einfach)

Als nächstes könnt ihr logischerweise das Word „Allah“ analysieren und sie wissen lassen von was es kommt und wie es das perfekte Wort ist um  den Herrn der Welten, Dem Einzigen Schöpfer und Bewahrer des Universums, zu beschreiben und repräsentieren.

„Allah“ kommt vom Wortstamm „elah“ und die Pluralform lautet „awliha.“ Wenn der Artikel „der“ im arabischen vor „elah“ gesetzt wird, wird es zu „Al-lah.“ In diesem Zustand kann das Wort nicht mehr in den Plural gesetzt werden, noch kann es mit einem Geschlecht assoziiert werden. Das ist so, um zu sagen, dass „Allah“  also benutzt werden kann um die Bedeutung „Des Einen Einzigen, Der angebetet werden darf, niemals Plural, immer Singular und niemals Mann oder Frau“, zu repräsentieren.

„Quran“ ist ein weiteres Wort, das du ihnen erklären könntest. Lass sie verstehen, dass der Quran kein Buch ist und dass es eigentlich heute in den Herzen von über neun Millionen     (9, 000, 000) Muslimen auf der ganzen Welt, lebendig ist. Das ist ein wahres Wunder. Es gibt kein weiteres Buch wie dieses. Kein Buch kann mit ihm verglichen werden und keine andere große Religion hat heutzutage ihrer Urschrift in der originalen Sprache durch so viele Anhänger der Religion erhalten.

Beispielsweise könntest du die Person fragen, „Wusstest du? – Über NEUN MILLIONEN Muslime haben den ganzen Quran auswendig gelernt. 9,000,000  Muslime die heute leben, haben den ganzen Quran in der originalen arabischen Sprache auswendig gelernt. Aber überraschenderweise über 75% der Muslime sind keine Araber. In der Tat ist die größte Anzahl an Muslime in Indonesien. Und wusstest du? Dass jeder Muslim auf der Welt, über 1.5 Milliarden, hat etwas vom Quran auswendig gelernt und jeder von ihnen wünscht es sich ihn ganz auswendig zu lernen?

„Prophetentum“ im Islam ist auch ein Gebiet, dass die Menschen zu einem besseren Verständnis der Muslime und das, worüber der Islam wirklich ist, bringt. Lass sie wissen, wie sehr wir auch alle Propheten von Adam, über Abraham und Moses und David, Jesus und Muhammad, Friede sei auf sie alle, lieben und ehren und respektieren, wir sie nie anbeten. Als eine Tatsache, ist das der Punkt, wo die Menschen anfangen den falschen Weg zu gehen, indem sie etwas oder jemanden in der Schöpfung zu sehr preisen. Aller Preis und Anbetung gebührt Allah alleine.

Du könntest die Botschaften über Muhammad, Friede sei auf ihm, und Jesus, Friede sei auf ihm, aus der muslimischen Perspektive lesen und teilen.

„Menschenrechte“ ist worüber ich am liebsten rede. Und dann Rechte im Allgemeinen im Islam. Natürlich ist es Allah, der das erste und exklusivste Recht hat, das alleine angebetet zu werden, ohne jede Partner.

„Frauenrechte“ Ein Gebiet zum Diskutieren und von besonderem Interesse heutzutage sind die Rechte der Frauen. Auch könntest du erwähnen, dass heutzutage mehr Frauen zum Islam kommen und in größerer Anzahl als Männer, als jemals zuvor. Das ist die Tatsache.

Es gibt viele Gebiete um den Dialog zu eröffnen, aber behalte immer im Hinterkopf, dass die Botschaft ist, die Menschen aufzurufen Allah, Alleine ohne jede Partner anzubeten.

Mache die klare Unterscheidung zwischen dem, was der „Islam“ lehrt, und dem, was einige „Muslime“ tun. Fordere sie auf an einige schlechten Menschen in der Geschichte zu denken, die angeblich Christen waren, aber was sie taten, repräsentiert nicht die Christen oder Jesus.

„Islam“ ist nicht das was einige Muslime tun. Es ist was alle Muslime tun „sollten“.

Also im Allgemeinen musst du Freundlichkeit und Höflichkeit beim Präsentieren deiner Argumente annehmen. Allah Der Allmächtige spricht zu seinem Propheten, sagend:

  • „Rufe zum Weg deines Herrn mit Weisheit und schöner Ermahnung auf, und streite mit ihnen auf die beste Art. Wahrlich, dein Herr weiß am besten, wer von Seinem Wege abgeirrt ist; und Er kennt jene am besten, die rechtgeleitet sind.“ [Der edle Quran 16:125]
  • Es wurde berichtet, dass der Prophet (Friede und Segen seinen auf ihm) gesagt haben soll: „Wahrlich, Freundlichkeit fügt mehr Schönheit in die Atmosphäre hinzu, in der sie ruht.“

Eigentlich wird heutzutage nichts mehr gebraucht in der Dawah, als richtiges Wissen, Freundlichkeit und Weisheit. Der Grund dafür ist, den Aberglauben und die Lügen, die gegen den Islam verbreitet werden zu beseitigen. All dies braucht Weisheit, Geduld und Ausdauer, und solche höflichen Methoden erzielen schnelle Erfolge und haben einen rapiden Effekt auf die Zuhörer.

Denke an die Frau von Abu Sufyan, Hind und als sie zu Muhammad, Friede sein auf ihm, sagte, nachdem sie zum Islam kam: „Ich wollte niemanden auf der Welt mehr sehen, der zerstört wird, als dich und deine Familie. Aber jetzt sehe ich niemanden auf dieser Erde, der mehr geehrt ist, als du und deine Familie.“

Das ist ein deutliches Beispiel für den Effekt des Propheten auf die Herzen und Seelen der Menschen durch sein Verhalten und sein benehmen. Rufer zum Islam müssen seinem großen Beispiel folgen in ihrem Streben nach dem Teilen der Botschaft des Islams anstatt die Menschen zu verscheuchen.  

Denke immer an deine Zuhörer wer es ist, zu dem du sprichst. Wenn die Leute sich nicht mit der arabischen Sprache auskennen, dann brauchst du auch nicht Arabisch zu sprechen oder deine Zitate auf Arabisch zu machen und dann zu versuchen alles ins Englische zu übersetzen. Das ist dumm und könnte die Menschen sich wegdrehen lassen. Erinnere dich daran, alles auf ihrem Niveau zu halten und versuche nicht gehoben zu reden oder auf sie runter zu reden.