Falsch interpretierter Vers Nummer 9

"They question you concerning fighting in the sacred month. Say: Fighting therein is a great/grave (matter); but to prevent access to God, to deny Him, to prevent access to the Sacred Mosque, to expel its members and polytheism are worse than slaughter. Nor will they cease fighting you until they make you renegades from your religion. If any of you turn back and die in unbelief, your works will be lost and you will go to Hell. Surely those who believe and leave their homes to fight in God's Cause have the hope of God's Mercy." [Koran 2:217-218]]

Wieder wurde die Übersetzung verändert. Vor dem Betrachten der Interpretation sollten wir eine klarere Übersetzung zu Rate ziehen:

„Sie fragen dich nach dem Schutzmonat, danach, in ihm zu kämpfen. Sag: In ihm zu kämpfen ist schwerwiegend. Aber von Allahs Weg abzuhalten - und Ihn zu verleugnen -, und von der geschützten Gebetsstätte (abzuhalten) und deren Anwohner von ihr vertreiben, ist (noch) schwerwiegender bei Allah. Und Verfolgung ist schwerwiegender als Töten. Und sie werden nicht eher aufhören, gegen euch zu kämpfen, bis sie euch von eurer Religion abgekehrt haben - wenn sie (es) können. Wer aber unter euch sich von seiner Religion abkehrt und dann als Ungläubiger stirbt -, das sind diejenigen, deren Werke im Diesseits und im Jenseits hinfällig werden. Das sind Insassen des (Höllen)feuers. Ewig werden sie darin bleiben. Diejenigen (aber), die glauben, und diejenigen, die auswandern und sich auf Allahs Weg abmühen, sie hoffen auf Allahs Erbarmen. Allah ist Allvergebend und Barmherzig.“ [Koran 2:217-218]

Es ist ersichtlich, wie abträglich es für Islam-Hasser ist, eine Authentische und unverfälschte Übersetzung zu benutzen, da es ihre Täuschungsmethoden offenlegt. Der Zusammenhang dieses Verses bezieht sich auf eine Expedition einer Gruppe der Gefährten des Propheten Muhammad (Friede und Segen auf ihm) unter der Leitung von Abdullah bin Jahsh Asadi. Die Gefährten bemerkten eine Karawane der Quraysh. Da die Quraysh den Muslimen Krieg erklärt hatten, sie verfolgt, aus ihren Häusern vertrieben, ihr Eigentum gestohlen hatten und die Gefährten, die da waren, sahen, dass sie Vergeltung üben könnten. Sie töteten einen Mann aus der Karawane und nahmen zwei Männer gefangen. Als sie nach Madinah zurückkehrten missbilligte der Prophet ihre Attacke während des heiligen Monats. Doch Gott sandte diesen Vers herab, um die Muslime zu erinnern, dass ein Töten während des Schutzmonats zwar schlimm sei, die Verfolgung und Vertreibung von Menschen aus ihren Häusern wegen ihres Glaubens jedoch schlimmer. So macht der Vers klar, dass die Muslime im Angesicht der terroristischen Attacken der Polytheisten standhaft bleiben sollten und sich an Gott wenden sollten anstatt aufzugeben und von der Wahrheit abzulassen. Wie Sheikh Safiur Rahman Al-Mubarakpuri über Vers 2:217 schreibt:

Die Worte Allahs waren sehr klar und drückten aus, dass der Tumult, der von den Polytheisten ausgelöst wurde grundlos war. Die geheiligten, unverletzlichen Friedensrechte waren im langen Kampf gegen den Islam und der Verfolgung seiner Anhänger immer wieder verletzt worden. Die Gesundheit der Muslime, wie auch ihre Häuser, waren bereits geschändet worden und der Prophet (Friede und Segen auf ihm) war Ziel verschiedener Anschläge auf sein Leben… Kurz danach wurden die beiden Gefangenen freigelassen und Blutgeld (zur Wiedergutmachung) wurde an den Vater des Getöteten bezahlt. (vgl. für Details Zad Al-Ma´ad, 2/83-85, Ibn Hisham, 1/605; Rahmatul-lil´Alamin, 1/115. 2/468). (Almubarakpuri, Ar-Rahiq Al-Makhtun; Riyadh-Saudi Arabia, Darus-Salam Publikations, 1996; Seiten 205-206, Hervorhebungen durch den Übersetzer)

Falsch interpretierter Vers Nummer 10

„Und kämpft auf Allahs Weg und wisst, dass Allah Allhörend und Allwissend ist.“ [Koran 2:244]

“Those who believe fight in the cause of Allah, and the unbelievers Fight in the cause of Evil, so destroy such minions of the devil!” [Koran 4:76]

Vers 4:76 wird wie folgt übersetzt:

„Diejenigen, die glauben, kämpfen auf Allahs Weg, und diejenigen, die ungläubig sind, kämpfen auf dem Weg der falschen Götter. So kämpft gegen die Gefolgsleute des Satans! Gewiss, die List des Satans ist schwach.“[Koran 4:76]

Wir haben die Gründe bereits aufgezählt, aus denen es Muslimen erlaubt ist zu kämpfen in unserem Kommentar zu Vers 2:216, am Anfang des Artikels. Dr. Maher Hathout kommentiert den Vers 4:76, indem er sagt:

Dieser Vers ist mit den zwei vorhergehenden Versen verwandt (siehe 4:74-75), wo erwähnt wird, dass diejenige, die für die Sache Gottes kämpfen belohnt werden, egal ob sie siegreich sind oder verlieren. Das Kämpfen für die Sache Gottes schließt die Befreiung von Unterdrückten mit ein, womit hilflose Männer und Frauen gemeint sind, die sich nach Freiheit sehnen und dafür beten. Die Gläubigen kämpfen für die Sache Gottes und die Ungläubigen kämpfen für die Sache ihrer Götzenbilder. Ein Götzenbild mag konzeptuell verstanden werden. Zum Beispiel mag das Böse oder die Habgier figurativ als Götzenbild konzipiert sein. Die Gläubigen sollten all ihr Vertrauen in Gott den Allmächtigen und Mächtigen setzen und nicht die ungläubigen mit ihren böswilligen Plänen fürchten. Böswillige Pläne sind immer der Güte unterlegen. (Hathout, Jihad vs. Terrorism; US Multimedia Vera International, 2002, S.50)

Der Vers 2:244 klärt die Gläubigen auf, keine Grenzen zu überschreiten, denn sie müssen wissen, „dass Allah Allhörend und Allwissend ist.“ [Koran 2:244]. So ist sich ein wahrer Muslim bewusst, dass Gott zusieht, wenn er die Rechte Anderer verteidigt und überschreitet seine Grenzen nicht, wenn er Gerechtigkeit durchsetzt.

Falsch interpretierter Vers Nummer 11

„Kämpft gegen diejenigen, die nicht an Allah und nicht an den Jüngsten Tag glauben und nicht verbieten, was Allah und Sein Gesandter verboten haben, und nicht die Religion der Wahrheit befolgen - von denjenigen, denen die Schrift gegeben wurde -, bis sie den Tribut aus der Hand entrichten und gefügig sind!“ [Koran 9:29]

Einige Menschen meinen fälschlicherweise, dem Vers 9:29 entnehmen zu müssen, dass den Muslimen befohlen wird, Nicht-Muslime anzugreifen, bis sie Geld bezahlen. In Wahrheit aber ist eine solche Interpretation absolut falsch und widerspricht den authentischen islamischen Lehren. In seinem Kommentar zu diesem Vers schreibt Sheikh Jalal Abualrub:

Diese Ayat (Koranischen Verse) zeigen die Notwendigkeit, gegen die Leute der Schrift zu kämpfen, aber unter welchen Bedingungen? Wir haben vorher festgestellt, dass der islamische Staat keine Nicht-Muslime angreifen darf, die dem Islam nicht feindlich gesinnt sind, die keine Muslime unterdrücken oder versuchen, Muslime mit Gewalt von ihrer Religion abzubringen, sie aus ihren Ländern zu vertreiben, ihnen Krieg erklären oder Angriffe gegen den Islam vorzubereiten. Wenn eine dieser Bedingungen erfüllt ist, ist es den Muslimen erlaubt sich selbst zu verteidigen und ihre Religion zu verteidigen. Muslime dürfen keine Nicht-Muslime angreifen, die Friedensvereinbarungen mit ihnen getroffen haben oder welche, die unter dem Schutz des islamischen Staates leben. (Abualruf, Holy Wars, Crusades, Jihad)

Die folgende Fatwa [Rechtsgutachten] zeigt auf, dass Muslime keinen friedlichen nicht-muslimischen Staat angreifen können:

Frage: Ist es für einen islamischen Staat verpflichtend, ihren benachbarten nicht-muslimischen Staat anzugreifen und `Jizyah` von ihnen zu fordern? Sehen wir das in den Beispielen der rechtgeleiteten Kalifen, die gegen das römische und das persische Imperium kämpften, ohne dass von ihnen Aggression ausging?

Dies wird von Sheikh Hani al-Jubayr, Richter im Obersten Gericht in Jeddah, beantwortet:

Wenn das nicht-muslimische Land nicht das muslimische Land angreift, noch aufrüstet, um das Praktizieren und die Verbreitung des Islam zu unterbinden und auch keine Moscheen zerstört oder die muslimische Bevölkerung in ihrem Recht beschneidet, ihren Glauben zu leben und den Unglauben verächtlich zu machen, dann darf das muslimische Land dieses Land nicht angreifen. Jihad der militärischen Art war den Muslimen immer nur erlaubt, um ihre Religion zu verteidigen und um Unterdrückung von den Menschen abzuwenden.

Die Perser und Römer waren in der Tat dem Islam feindlich gesinnt und griffen die Muslime zuerst an.

Der Perserkönig Kroesus war so weit gegangen, seinem Kommandeur in Jemen zu befehlen, den Propheten (Friede und Segen auf ihm) zu töten. Die Römer mobilisierten ihre Streitkräfte, um gegen den Propheten ( Friede und Segen auf ihm) zu kämpfen und die Muslime trafen in den Schlachten von Mu´tah und Tabuk auf sie während der Lebzeiten des Propheten (Friede und Segen auf ihm).

Möge Allah (t) uns alle rechtleiten. Und Friede und Segen seien auf unserem Propheten Muhammad.

Die obengenannte Fatwa bezieht sich auf den historischen Kontext, in dem der Prophet Muhammad (Friede und Segen auf ihm) gegen andere Nationen kämpfte. Der Prophet Muhammad (Friede und Segen auf ihm) begann keine Auseinandersetzung mit irgendjemandem, bis er oder seine Gefolgsleute von allen attackiert wurden, die den neuen islamischen Staat vernichten wollten. Die ersten Feindlichkeiten zwischen den Muslimen und dem Römischen Weltreich begannen, als der Gesandte des Propheten Muhammad (Friede und Segen auf ihm) Al-Harith bin Umair Al-Azdi zum Stamm von Ghassan kam (einem Gouvernat des römischen Imperiums) und dort aufgehängt und enthauptet wurde (Al-Mubarakkpuri, Ar-Rahiq Al-Makhtum, S. 383). Die Tötung eines Diplomaten war ein offener Akt der Kriegserklärung und der Prophet Muhammad schickte eine bewaffnete Armee gegen diesen Stamm aus. Das Römische Reich schickte jedoch Truppen und im anschließenden Kampf, der als die Schlacht von Mu´tah bekannt wurde, wurden die Muslime geschlagen. Nach diesem Vorfall fanden weitere Kämpfe zwischen den Muslimen und dem Römischen Reich statt und die Muslime waren siegreich. Genauso wurden wie in der oben erwähnten Fatwa, die Streitigkeiten zwischen den Muslimen und den Persern nur dadurch begonnen, dass der Persische Herrscher Kroesus seinem Gouverneur in Jemen, Badham, anordnete, den Propheten Muhammad (Friede und Segen auf ihm) zu töten, obwohl diese Anschläge dadurch vereitelt wurden, dass letzterer den Islam annahm. Andere nicht-muslimische Gruppen, wie die in Medina begannen auch Streitigkeiten gegen den Islam und verletzten damit Friedensvereinbarungen, wie Scheikh Sayyid Sabiq schreibt:

Was den Kampf gegen die Juden (Leute der Schrift) betrifft, hatten sie einen Friedensvertrag mit dem Propheten (Friede und Segen auf ihm) geschlossen, nachdem er nach Medina ausgewandert war. Kurz danach brachen sie den Friedensvertrag und schlossen sich den Götzendienern und Heuchlern gegen die Muslime an. Sie kämpften auch in der Schlacht von Ahzab gegen die Muslime, dann offenbarte Allah… [hier zitiert er Vers 9:29] (Sayyid Sabiq, Fiqhu as-Sunnah, Band 3, S. 80)

Im Licht des historischen Kontext dieses Verses wird es klar, dass der Vers in Verbindung damit offenbart wurde, dass die Muslime angegriffen wurden. Wie Dr. Jamal Badawi aus dem Vers 9:29 und ähnlichen Versen schließt:

Alle dieser Verse beziehen sich ausnahmslos bei genauerer Betrachtung auf die Unterdrückung, unter der die Muslime zur Zeit des Propheten (Friede und Segen auf ihm), zu leiden hatten, entweder durch götzendienerische Araber, einige der jüdischen Stämme in Medina oder durch einige Christen.

Daher ist der Befehl zu kämpfen in Vers 9:29 auf die Nicht-Muslime bezogen, die von sich aus angreifen und nicht diejenigen, die in Frieden leben wollen. Der Vers zeigt einige Konditionen, die stattfanden, als er zur Zeit des Propheten Muhammad (Friede und Segen auf ihm) offenbart wurde. Sheikh Sayyid Sabiq schreibt dazu:

Aus dem hier Erwähnten geht hervor, dass der Islam nicht erlaubt, Streitigkeiten zu beginnen, außer 1. Angriffe abzuwehren, 2. Die Ausbreitung des Islam zu schützen und 3. Fitnah und Unterdrückung abzuwehren, um die Freiheit der Religion zu gewährleisten. In solchen Fällen wird das Kämpfen zur Notwendigkeit in der Religion und wird zu einem ihrer geheiligten Bestandteile. Dies wird als `Jihad` bezeichnet. (Sayyid Sabiq, Fiqhu as-Sunnah, Band 3, S.81)

Der Vers fährt damit fort, einige Angelegenheiten des islamischen Staates zu erwähnen, die sich auf die Regelungen für nicht-muslimische Bürger beziehen. Dr. Maher Hathout kommentiert diese Regelungen in Vers 9:29:

Religionsfreiheit ist ein essenzieller Aspekt im islamischen Staat. Eine der fünf Säulen des Islam ist die Zakah (Almosensteuer). Die Leute der Schrift (Christen und Juden) sind nicht verpflichtet, die islamische Zakah zu bezahlen, die vom Staat für soziale Angelegenheiten und Staatsangelegenheiten wie sie der Koran definiert (siehe 9:60) aufgewendet werden. Sie müssen aber andere Steuern bezahlen, um sich am Staatsbudget zu beteiligen. Wenn sie sich weigern, diese Steuern an den Staat zu bezahlen und gegen ihn rebellieren, so wird es eine Verpflichtung für den Staat, gegen sie vorzugehen, bis sie bereit sind, zu bezahlen. Das ist, was der Kalif Abu Bakr nach dem Tod des Propheten (Friede und Segen auf ihm) tat, als einige Leute nicht bereit waren, die Zakah zu bezahlen. (Hathout, Jihad vs. Terrorism; US Multimedia Vera International, 2002, S.53)

Der Vers erwähnt Jizyah, welche von einigen Menschen leider missverstanden wird. Wie jeder Staat verlangt die islamische Regierung Steuern von der Bevölkerung im Gegenzug für ihre Leistungen. Da Muslime Zakah bezahlen, wird von den Nicht-Muslimen gefordert die Jizyah zu bezahlen (für Mehr Information zum Thema Jizyah, siehe Jizyah im Islam und Jihyah und die Nicht-Muslimischen Minderheiten). Dr. Monqiz As-Saqqar schreibt zur Jizyah-Steuer:

Die Summe der Jizyah war niemals so groß, dass die Menschen sie nicht bezahlen konnten. Im Gegenteil, sie war immer durchdacht und gut zu leisten. Während der Lebzeiten des Propheten (Friede und Segen auf ihm) überschritt die Jizyah niemals einen Dinar jährlich und sie überschritt während der Regierungszeit der Umayyaden niemals vier Dinar.

Sheikh Abu´l-Hasan Al-Mawardi (gest. 1058 n.Chr) zeigt explizit, dass die Jizyah mit Rücksicht auf das durchschnittlichen Einkommen der Menschen festgelegt werden sollte und der Imam sollte die Höhe in Übereinstimmung mit den Führern der zu besteuernden Gruppen festlegen:

Die Fuqaha (Juristen) sind sich nicht einig in Bezug auf die Höhe der Jizyah. Abu Hanifah meint, dass diejenigen, die diese Steuer betrifft von drei verschiedenen Arten sind: Die Reichen, von denen 48 Dirham genommen werden, die Durchschnittsbürger, von denen 24 Dirham verlangt werden und die Armen, die 12 Dirham aufbringen müssen: Er schrieb diesbezüglich die minimalen und maximalen Abgaben fest und verbietet jede weitere Rechtsprechung für diejenigen, die für die Sammlung verantwortlich sind. Malik jedoch setzt den kleinst- und größtmöglichen Betrag nicht fest und meint, dass die Verantwortlichen diese kleinsten und größten Beträge selbst festlegen sollen. Was  Ash-Shafi´i betrifft, hält er einen Dinar für den kleinstmöglichen Betrag und es ist nicht erlaubt, ihn zu unterschreiten, während er das Maximum nicht festsetzt, da es vom Ijtihad (der Rechtsprechung) der Verantwortlichen abhängig ist: der Imam sollte auf jeden Fall versuchen, zwischen den vorgeschlagenen Beträgen abzuwägen oder zu einem Betrag zu kommen, der in Übereinstimmung mit der Meinung der Leute festgesetzt wird. Wenn seine Rechtsprechung eine Übereinstimmung für die Jazyah erzielt, die die Führer der zu Besteuernden zufrieden stellt, so wird dies für sie alle und ihre Nachfolger bindend, Generation nach Generation, und kein Führer kann im Nachhinein diese Höhe verändern, sei es eine Erhöhung oder eine Senkung. (Al-Mawardi, Al-Akham as-Sultaniyyah, Ta-Ha Publishers LTd. 1996, Seiten 209-210)

Die Gesetze des Islam verbieten den Muslimen, Nicht-Muslime zu unterdrücken, und gebietet ihnen, andere mit Gerechtigkeit und Mitgefühl zu behandeln. In der Tat verbot der Prophet Muhammad (Friede und Segen auf ihm) selbst den Muslimen, nicht-muslimische Bewohner eines islamischen Staates oder irgendeinen Nicht-Muslim zu verletzen, mit dem ein Friedensabkommen besteht. Er sagt,

„Wer einem Vertragspartner Unrecht tut, sein Recht verletzt, ihn überbelastet oder mit Gewalt etwas von ihm nimmt, dessen Ankläger werde ich am Tag des Gerichts sein.“ [Sunan Abi Dawud 170/3 Nr. 3052, Sunan an-Nasa´i 25/8 Nr. 2749 und überprüft von Al-Albani Nr. 2626]

In Schlussfolgerung dessen gebietet der Vers 9:29 den Muslimen, nur gegen diejenigen zu kämpfen, die sie von sich aus angreifen, wie durch den historischen Kontext gezeigt werden konnte. Die Muslime dürfen nur unter bestimmten Bedingungen kämpfen und ihnen wird befohlen, friedlich mit friedlichen nicht-muslimischen Nachbarn zusammenzuleben.

Eine ähnliche Überlieferung

Gottes Botschafter (Friede und Segen auf ihm) sagte: „Mir wurde befohlen die Menschen so lange zu bekämpfen bis sie sagen, Niemand hat das Recht angebetet zu werden außer Allah.“ [Bukhari, Band 4, Buch 52, Nummer 196]

Was diesen Hadith betrifft, wurde nur ein Teil davon zitiert und der gesamte Text liest sich wie folgt:

Und der Prophet (Friede und Segen auf ihm) sprach, „Mir wurde befohlen die Menschen so lange zu bekämpfen bis sie sagen, Niemand hat das Recht angebetet zu werden außer Allah und dass ich der Gesandte Allahs bin, bis sie das Gebet verrichten, die Zakah bezahlen, und wenn sie dies tun, so soll ihr Blut und Geld vor mir geschützt sein, außer ein islamisches Gesetz gebietet es, und ihr Gewinn wird bei Allah sein.“

Diese Erzählung erwähnt einige der Säulen des Islam, an denen die Muslime festhalten müssen. Das Kämpfen, das hier angeordnet wird, bezieht sich auf die Durchsetzung der Gesetze und Regelungen in einem islamischen Staat. Genau wie moderne Regierungen ihre Gesetzespolitik durchsetzen, macht es auch der islamische Staat. Diese Gesetzespolitik bezieht sich auf die Muslime, die ihre Zakah (Almosensteuer) bezahlen und die Gesetze in einem islamischen Staat aufrechterhalten. Diejenigen, die die Aussprüche des Propheten Muhammad (Friede und Segen auf ihm) am besten verstanden, waren seine Gefährten und wir können uns anschauen, wie sie die Aussprüche des Propheten Muhammad angewendet haben, um ein besseres Verständnis dafür zu bekommen. Man kann sehen, dass nach dem Tod des Propheten Muhammad (Friede und Segen auf ihm) viele Heuchler, die vorgegeben hatten, Muslime zu sein, begannen, sich abzuwenden und ihre religiösen Pflichten vernachlässigten. Ein Beispiel dafür war die Zakah (die Almosensteuer). Sie wollten die Befehle Gottes außer Acht lassen. Es geschah hierauf, dass Abu Bakr, der erste Kalif und Kalif dieser Zeit, diese Erzählung zitierte, um klar zu stellen, dass er nicht tolerant sein würde und dass er sie bekämpfen würde, bis sie einverstanden waren, den Islam im Ganzen zu praktizieren. Die Auseinandersetzungen, die daraus folgten, wurden als die Kämpfe von Riddah bekannt. Ähnlicherweise können wir beobachten, dass heutige Regierungen es nicht tolerieren würden, wenn ein Bürger nicht bereit wäre, die Steuern zu bezahlen, oder die Gesetze des Landes einzuhalten. Wenn jemand in einem Staat oder Land lebt, muss er die Regeln  beachten, um die Sicherheit und die Gesundheit der Gemeinschaft zu ermöglichen. Wir sollten beachten, dass die „Menschen“ oder „Leute“, von denen diese Erzählung spricht, sich nicht auf die gesamte Menschheit bezieht. Wie Sheikh Ahmed Ibn Taymiyah sagt:

„Es bezieht sich auf diejenigen, die einen Krieg beginnen, gegen die Allah uns erlaubt hat zu kämpfen. Es bezieht sich nicht auf diejenigen, die Abkommen mit uns haben, mit denen Allah uns gebietet, unseren Verträgen nachzukommen. „ [Majmu´ al-Fatawa 19/20]

Es ist klar, dass diese Erzählung nicht beinhaltet, den Islam den Nicht-Muslimen aufzuzwingen, da der Koran explizit sagt (in ungefährer deutscher Übersetzung):

„Es gibt keinen Zwang im Glauben…“ [Koran 2:256]

Wir haben uns mit dem Inhalt dieses Verses bereits in unserer Diskussion über Vers 9:5 auseinandergesetzt. Wenn man sie im Lichte des richtigen Kontextes betrachten, werden diese Verse und Erzählungen klar.

Falsch interpretierter Vers Nummer 12

„ […] so wird Allah Leute bringen, die Er liebt und die Ihn lieben, bescheiden gegenüber den Gläubigen, mächtig (auftretend) gegenüber den Ungläubigen, und die sich auf Allahs Weg abmühen und nicht den Tadel des Tadlers fürchten. Das ist Allahs Huld, die Er gewährt, wem Er will. Allah ist Allumfassend und Allwissend“ [Koran 5:54]

„Muhammad ist Allahs Gesandter. Und diejenigen, die mit ihm sind, sind den Ungläubigen gegenüber hart, zueinander aber barmherzig…“ [Koran 48:29]

Nicht-Muslime glauben, dass diese Verse den Muslimen befehlen, rau und grausam den Nicht-Muslimen gegenüber zu sein. Lassen sie uns zuerst den gesamten Vers betrachten:

„Muhammad ist Allahs Gesandter. Und diejenigen, die mit ihm sind, sind den Ungläubigen gegenüber hart, zueinander aber barmherzig. Du siehst sie sich verbeugen und niederwerfen, indem sie nach Huld von Allah und Wohlgefallen trachten. Ihr Merkmal steht auf ihren Gesichtern durch die Niederwerfung. Das ist ihr Gleichnis in der Tora. Und ihr Gleichnis im Evangelium ist das eines Getreidefeldes, das seine Triebe hervorbringt und dann stärker werden läßt, so daß sie verdicken und ebenmäßig auf ihren Halmen stehen, so daß es den Anbauern gefällt. (Dies,) damit Er die Ungläubigen durch sie ergrimmen lasse. Allah hat denjenigen von ihnen, die glauben und rechtschaffene Werke tun, Vergebung und großartigen Lohn versprochen.“ [Koran 48:29]

Das arabische Wort „Ashidda“ meint keine Rücksichtslosigkeit sondern Stärke und Beständigkeit. Mitleidlosigkeit ist eine nicht zu akzeptierende Übersetzung. Von den verschiedenen Übersetzern wird Ashidda wie folgt übersetzt [bei den Übersetzungen ins Englische]:

Pickthall: hart, Yusuf Ali: stark; Darybadi: ernst, streng; Khan Hilali: ernst; F. Malik: stark; Shakir: mit festem Herzen; Arberry: hart; Irving: strikt

Die Ungläubigen, auf die sich diese Verse beziehen, sind ebenfalls solche, die Muslime verfolgt und attackiert haben. Sheikh Fawzi Al-Athari sagte darüber folgendes:

Und ähnlicherweise behandeln wir die Ungläubigen, wenn sie uns gut behandeln und gut mit uns umgehen und auf eine gute Art und Weise, dann gehen wir gut mit ihnen und behandeln sie gut und auf eine gute Art und Weise.  Wenn aber ihr Betragen und ihr Verhalten schlecht sind [das heißt ungerecht und grausam], dann behandeln wir sie genau so, wie sie uns behandeln. Dies erlaubt die Gesetzgebung. Doch der Prophet (Friede und Segen auf ihm) hat in allen Erzählungen, die über sein Leben überliefert sind klar gemacht, dass eine gewisse Balance und Gerechtigkeit herrschen muss. Dies bezieht sich sowohl auf die Leute des Unglaubens, als auch auf die die Glauben haben.

Die Muslime wurden angewiesen, für ihre Religion gerade zu stehen, und sich selbst gegen die Verfolgung durch die Ungläubigen zu verteidigen. Wieder stellen wir bei der Betrachtung des historischen Kontextes fest, dass sich dies auf diejenigen bezieht, die die Muslime kontinuierlich angreifen. So finden diese Verse in Situationen Anwendung, die diesem historischen Kontext ähnlich sind. Da dieser Vers die Gefährten des Propheten Muhammad (Friede und Segen auf ihm) erwähnt und ihren Weg lobt, ist es angebracht, einige Überlieferungen über die Gefährten zu betrachten. Mus´ab bin Umair war ein bemerkenswerter Gefährte des Propheten Muhammad (Friede und Segen auf ihm). Er wurde nach Medina gesandt, um die Botschaft des Islam mit den dort lebenden Menschen zu teilen. Dabei gab es folgenden Vorfall:

Einmal saßen Mus´ab und Sad in der Nähe eines Brunnens in einer Obstplantage des Zafar-Klans. Bei ihnen waren einige neue Muslime und Menschen, die am Islam interessiert waren. Ein mächtiger Mann der Stadt, Usaid ibn Khudayr, kam und schwenkte seinen Speer. Er war sehr wütend. Sad ibn Zararah sah ihn und sagte zu Mus´ab: „Dies ist ein Stammesfürst. Möge Gott Glauben in sein Herz bringen.“ „Wenn er sich setzt, werde ich mit ihm sprechen,“ antwortete Mus´ab, und zeigte so die ganze Ruhe und das Taktgefühl eines guten Tages. Der ärgerliche Usaid beschimpfte Mus´ab und seinen Gast drohte ihnen. „Warum seid ihr beide zu uns gekommen, um die Schwachen unter uns korrupt zu machen? Haltet euch von uns fern, wenn ihr am Leben bleiben wollt. „Mus´ab lächelte warm und freundlich und sagte zu Usaid: „Möchtest du dich nicht setzen und zuhören? Wenn du zufrieden und glücklich mit unserer Mission bist, dann akzeptiere sie und wenn du sie nicht magst, werden wir aufhören, dir zu erzählen, was du nicht magst und diesen Ort verlassen.“ „Das ist eine gute Idee,“ sagte Usaid und setzte sich, wobei er seinen Speer in den Boden steckte. Mus´ab zwang ihn zu nichts. Er prangerte ihn nicht an. Er lud ihn nur ein, zuzuhören. Wenn er zufrieden sein würde, wäre dies gut. Wenn nicht, dann würde Mus´ab das Gebiet ohne Aufhebens verlassen und in ein anderes Gebiet gehen. Mus´ab begann, ihm über den Islam zu erzählen und trug ihm aus dem Koran vor. Noch bevor Usaid begann zu sprechen, konnte man an seinem Gesicht sehen, welches jetzt strahlend und erwartungsvoll war, dass Glaube in sein Herz eingetreten war. Er sagte: „Wie schön sind diese Worte und wie wahr! Was muss ein Mensch tun, um in diesen Glauben einzutreten?“ „Bade, reinige dich selbst und deine Kleidung. Dann sprich das Glaubensbekenntnis (Shahadah) und verrichte das Gebet.“ Usaid verließ die Versammlung und war eine kurze Zeit weg. Er kam zurück und bezeugte, dass es keinen Gott außer Allah gibt und dass Muhammad der Gesandte Allahs ist.

Ein anderes Beispiel ist das von Thumamah Ibn Uthal, der ein notorischer Krimineller war und viele muslimische Reisende getötet hat. Daher rief ihn der Prophet Muhammad (Friede und Segen auf ihm) als einen gesuchten Verbrecher aus, der gefangengenommen oder getötet werden sollte. Kurze Zeit darauf, als er auf Pilgerreise war, fassten ihn einige Muslime und brachten ihn zum Propheten Muhammad (Friede und Segen auf ihm). Der Prophet erkannte ihn, sperrte ihn in der Masjid (Moschee) ein, gab ihm Essen und ordnete sogar an, dass sein eigenes Kamel für ihn gemelkt werden sollte. Sie behandelten ihn eher wie einen Gast als wie einen Kriegsgefangenen! Der Prophet Muhammad (Friede und Segen auf ihm) fragte Thumamah, was er zu sagen hatte, worauf er antwortete „Wenn du jemanden zur Vergeltung töten willst, kannst du jemanden von edlem Blut haben, um ihn zu töten. Wenn du aufgrund deiner Großzügigkeit vergeben willst, werde ich dankbar sein. Wenn du Geld zur Wiedergutmachung möchtest werde ich dir geben, was immer du verlangst.“ Der Prophet Muhammad befreite ihn und erlaubt ihm, zu gehen. Am gleichen Tag kam Thumamah zurück und verkündete dem Propheten, dass er den Islam annahm. Daran erkennen wir, dass der Prophet Muhammad (Friede und Segen auf ihm) und seine Gefährten, den edelsten Charakter und die beste Einstellung gegenüber allen Leuten zeigten und das ist es, was so viele Menschen zum Islam brachte. Wie Gott im Koran sagt (in ungefährer deutscher Übersetzung):

„Durch Erbarmen von Allah bist du mild zu ihnen gewesen; wärst du aber schroff und hartherzig, so würden sie wahrlich rings um dich auseinandergelaufen. So verzeihe ihnen, bitte für sie um Vergebung und ziehe sie in den Angelegenheiten zu Rate. Und wenn du dich entschlossen hast, dann verlasse dich auf Allah! Gewiß, Allah liebt die sich (auf Ihn) Verlassenden.“ [Koran 3:159]

Der Prophet Muhammad (Friede und Segen auf ihm) wurde von Gott angewiesen, die Menschen zu den Lehren des Islam zu bringen durch den schönen Charakter, den die Muslime zeigen müssen. Der Prophet Muhammad (Friede und Segen auf ihm) gab diese Nachricht an andere weiter, indem er sagte:

Derjenige, der nicht gnädig zu anderen ist, wird nicht gnädig behandelt werden. [Muslim, Band 8, Buch 73, Nummer 42]

Und es gibt zahlreiche Beispiele, die man hier aufführen könnte, die die freundliche und liebende Natur des Propheten (Friede und Segen auf ihm) zeigen,

Abu Hurairah überlieferte: Ein ungläubiger Beduine urinierte in die Moschee und die Menschen wollten ihn schlagen. Allahs Gesandter (Friede und Segen auf ihm) ordnete an, ihn in Ruhe zu lassen, ihn zum Ende kommen zu lassen und einen Kübel oder Eimer (voll) mit Wasser über den Ort zu schütten, an dem er seinen Urin gelassen hatte. Der Prophet erklärte dem Beduinen ruhig, „Dies ist ein Ort der Anbetung. In ihm ist die Anbetung Gottes und das Lesen des Koran.“ Nachdem der Beduine gegangen war, sagte der Prophet (Friede und Segen auf ihm) zu seinen Gefährten, „Ihr wurdet geschickt, um die Dinge (für die Menschen) einfach zu machen und nicht, um sie ihnen schwer zu machen.“ [Muslim, Buch 2, Nummer 559 und Bukhari, Band 8, Buch 73, Nummer 149]

Diese Überlieferung allein ist genügend, um zu zeigen, dass der Islam nicht intolerant ist. Der Prophet Muhammad (Friede und Segen auf ihm) zeigte keinen Ärger oder Missgunst dem nicht-Muslim gegenüber, der auf den Platz der Anbetung der Muslime uriniert hatte! So lehrt der Islam Milde in allen Dingen. Wie der Prophet Muhammad (Friede und Segen auf ihm) sprach:

Wer auch immer keine Milde zeigt, ist allen Guten beraubt. [Muslim, Buch 32, Nummer 6270 & Abu Dawud, Buch 41 Nummer 4791]

Der Prophet Muhammad (Friede und Segen auf ihm) zeigte immer Toleranz und Mitgefühl in dem, wie er Menschen behandelte, auch Nicht-Muslimen gegenüber. Dr. M. Hamidullah erklärt die folgenden Punkte:

Als der Prophet Muhammad (Friede und Segen auf ihm) in Medina ansässig wurde, fand er dort komplette Anarchie und eine Region, die zuvor niemals einen Staat oder einen König gekannt hatten, der die Stämme in den internen Streitigkeiten vereint hätte. In nur wenigen Wochen schaffte er es, die Bewohner der Region unter eine Ordnung zu bringen. Er konstituierte einen Stadtstaat, in dem die Muslime, Juden, götzendienerischen Araber und ebenfalls vielleicht eine kleine Anzahl von Christen, alle in einen staatlichen Organismus eingegliedert wurden und soziale Verträge abschlossen. Das konstitutionelle Gesetz dieses ersten „muslimischen“ Staates, der aufgrund der Vielfältigkeit der Bevölkerungsgruppen eine Konföderation war, ist uns im Ganzen bekannt und wir lesen darüber nicht nur in Paragraph 25: „Den Muslimen ihre Religion und den Juden ihre Religion,“ oder „damit dort Wohlwollen und Gerechtigkeit herrscht,“ sondern auch die unerwartete Passage im selben Paragraphen 25: „Die Juden… sind eine Gemeinschaft (in Allianz) mit – laut Ibn Hisham und in der Version von Abu-´Ubayd, ein Teil der Gemeinschaft der Gläubigen (d.h. der Muslime).“ Die Tatsache, dass zur Zeit der Konstitution des Stadt-Staates die autonomen jüdischen Dörfer freiwillig der Konföderation beitraten und Muhammad (Friede und Segen auf ihm) als ihren Führer anerkannten zeigt unserer Meinung nach, dass die Nicht-Muslime ein Wahlrecht in der Wahl des Oberhauptes des muslimischen Staates hatten, zumindest soweit es das politische Leben des Landes betrifft. [Hamidullah, Introduction to Islam, Paragraphen 414-416]

Während der Lebzeiten des Propheten Muhammad (Friede und Segen auf ihm) gab es eine jüdische Synagoge in Medina und eine Schule, die als Bait Al-Midras bekannt war. Der Prophet Muhammad (Friede und Segen auf ihm) erhielt und beschützte beide von ihnen. Der Prophet Muhammad (Friede und Segen auf ihm) ehrte auch eine Gruppe von Christen von Najran aus Jemen, als sie seine Moschee in Madina besuchten. Der Prophet Muhammad (Friede und Segen auf ihm) diskutierte mit ihnen über den Glauben und sie beteten in der Moschee auf die christliche Art, während die Muslime in der islamischen Tradition beteten. Die Toleranz des Propheten Muhammad (Friede und Segen auf ihm) wird in folgender Überlieferung deutlich:

Einmal saß der Prophet  an einem Ort in Medina gemeinsam mit seinen Gefährten, als eine Beerdigungs-Prozession vorbeikam. Als er das sah, stand der Prophet (Friede und Segen auf ihm) auf. Einer seiner Gefährten bemerkte, dass es die Beerdigung eines Juden war. Der Prophet antwortete, „War er kein Mensch?“ [Bukhari, Muslim]

Wenn jeder Mensch auf dieser Welt die verschiedenen Ethnien und Kulturen mit diesen Augen sehen würde, würde die Welt in Frieden und Harmonie aufblühen. Der Prophet Muhammad (Friede und Segen auf ihm) setzte ein Beispiel für seine Gefährten, wie sie Nicht-Muslime mit Freundlichkeit und Respekt behandeln sollten. Dr. Farida Khanam zeigt auch die folgenden Punkte auf:

In der heutigen Welt können sich das Denken, die Geschmäcker, Neigungen, Vorlieben und Ablehnungen der Menschen nicht decken. Aus vielen Gründen entstehen Unterschiede in dieser Welt. Doch was ist die letztendliche Lösung dieses Problems? Die Lösung liegt in Toleranz, die im Arabischen als I´raz bezeichnet wird. Das Leben des Propheten (Friede und Segen auf ihm) diente als perfektes Beispiel für dieses Prinzip. Laut seiner Frau ´A´isha war „sein Charakter […] der Koran“. Das bedeutet, der Prophet (Friede und Segen auf ihm) formte sein eigenes Leben nach dem Ideal, das Anderen in Form des Koran gezeigt wird. Er schlug niemals einen Diener, eine Frau oder irgendjemand anderen. Er kämpfte selbstverständlich für das, was richtig war. Wenn er sich zwischen zwei Alternativen entscheiden musste, nahm er die einfacher, vorausgesetzt, sie beinhaltete keine Sünde. Niemand war vorsichtiger, Sünden zu vermeiden, als er. Er rächte sich niemals für etwas, was ihm selbst angetan worden war. Nur wenn die Befehle Gottes übergangen wurden, vergalt er die Sache auf dem Weg Gottes. Das war es, was dem Propheten (Friede und Segen auf ihm) allgemeinen Respekt einbrachte. In der frühen mekkanischen Zeit, als die Widersacher in ihrer Anzahl mehr waren als die Gefährten des Propheten, trug es sich oft zu, dass der Prophet, als er zum Beten aufstand, von seinen Gegnern gestört wurde, sie zu ihm kamen, ihm einflüsterten, und ihn schubsten, um ihn zu stören. Doch der Prophet zeigte niemals seinen Ärger über solche Taten. Er war immer für eine Politik der Toleranz und vermied Konfrontation… Als die Gegner sehr stark wurden, verließ der Prophet (Friede und Segen auf ihm) Mekka und ging nach Medina. Doch seine Gegner ließen ihn nicht in Frieden. Sie begannen Medina anzugreifen. Auf diese Art entstand ein Krieg zwischen den Muslimen und den Nicht-Muslimen. Da der Prophet Krieg um jeden Preis vermeiden wollte, versuchte er, Friedensvereinbarungen zwischen ihm und den Mekkanern zu etablieren. Nach seinen großen Anstrengungen, waren die Nicht-Muslime mit dem Abschluss eines 10-jährigen Friedensvertrages einverstanden, der in al-Hudaybiyah entworfen und unterzeichnet wurde. Während dieser al-Hudaybiyah-Vertrag bestand, unternahmen die Mekkaner eine Anzahl sehr provokativer Akte. Zum Beispiel beinhaltete der Vertrag den Namen des Propheten als „Muhammad, der Gesandte Gottes“. Sie bestanden darauf, dass der Ausdruck „Der Gesandte Gottes“ herausgenommen würde und einfach durch „Muhammad, Sohn des Abdullah“ ersetzt würde. Der Prophet (Friede und Segen auf ihm) akzeptierte ihre unbegründete Bedingung und löschte die Angabe mit eigenen Händen. Ähnlicherweise setzten sie die Bedingungen, dass sie Hand an jeden Muslim legen könnten und ihn zur Geisel nehmen könnten, doch wenn die Muslime irgendeinen Nicht-Muslim gefangen nahmen, müssten sie ihn freilassen. Der Prophet gab in diesem Punkt nach. Um Frieden in der Religion zu gewährleisten, akzeptierte der Prophet (Friede und Segen auf ihm) eine Anzahl solche ungerechtfertigter Klauseln, die die Feinde einbrachten. Auf diese Weise setzte er das Beispiel von Friede und Toleranz, die miteinander verbunden waren. Wenn wir Frieden wollen, müssen wir von Anderen eine Menge unangenehmer Dinge erdulden. Es gibt keine andere Möglichkeit, Frieden in einer Gesellschaft zu etablieren.

Der Prophet Muhammad (Friede und Segen auf ihm) baute auch Freundschaften zu Christen auf. Er hielt guten Kontakt zu dem christlichen König Negus von Abessinien während seines ganzen Lebens. Der Prophet Muhammad (Friede und Segen auf ihm) wählte auch Nicht-Muslime als Botschafter auf. Ein solches Beispiel war Amr ibn Umayyah Ad-Damri. Der Prophet Muhammad (Friede und Segen auf ihm) schickte eine Botschaft zu den Mönchen von Sankt Katherine auf dem Berg Sinai, indem er folgendes überbringen ließ:

„Dies ist eine Botschaft, geschrieben von Muhammad ibn Abdullah, als ein Vertrag an diejenigen, die das Christentum angenommen haben, weit und fern, wir stehen hinter ihnen. Wahrlich, ich verteidige sie durch mich selbst, die Diener, die Helfer und meine Gefolgsleute, denn die Christen sind meine Mitbürger; und bei Allah! Ich erhebe mich gegen alles, was sie unzufrieden macht. Ihnen gebührt keine Vertreibung. Noch dürfen ihre Richter ihrer Ämter enthoben werden, noch dürfen ihre Mönche aus ihren Klöstern vertrieben werden. Niemand darf ein Haus ihrer Religion zerstören, es beschädigen, oder jemanden aus ihnen in ein muslimisches Haus verschleppen. Sollte jemand dies begehen, so missachtet er Gottes Befehl und verweigert den Gehorsam Seinem Propheten gegenüber. Wahrlich, sie (die Christen) sind meine Verbündeten und sie haben meinen garantierten Freibrief gegen alles, was sie hassen. Niemand darf sie zur Reise zwingen oder sie zum Kampf verpflichten. Die Muslime kämpfen nicht gegen sie. Wenn eine Christin mit einem Muslim verheiratet wird, darf das nicht gegen ihren eigenen Wunsch geschehen. Sie darf nicht abgehalten werden, in ihre Kirche zu gehen, um zu beten. Ihre Kirchen müssen respektiert werden. Sie dürfen weder abgehalten werden, sie zu reparieren, noch darf die Heiligkeit für ihre Anhänger geleugnet werden. Niemand aus dieser Nation darf diesen Vertrag übergehen – bis zum Tage des Gerichts und dem Ende der Welt.“

Der Prophet Muhammad (Friede und Segen auf ihm) wies seinen Gefährten Mu´adh ibn Jabal an, indem er sagte:

Kein Jude darf gestört werden aufgrund seines jüdischen Glaubens.

Wir müssen auch die Lehren des Propheten Muhammad (Friede und Segen auf ihm) annehmen, was seine Lehren gegenüber der Nachbarn betrifft:

Abu Hurairah berichtete: Der Prophet (Friede und Segen auf ihm) sagte, „Bei Allah, er ist kein Gläubiger! Bei Allah, er ist kein Gläubiger! Bei Allah, er ist kein Gläubiger!“ Er wurde gefragt,“ Wer ist er, Oh Gesandter Allahs?“ Er sagte, „Einer, dessen Nachbar sich nicht sicher vor seiner Bosheit fühlt. [Bukhari und Muslim]

„Der, der an Gott und den Jüngsten Tag glaubt, soll seinen Gast ehren, soll seinem Nachbarn nicht schaden, soll Gutes sprechen oder schweigen.“ [Bukhari, Muslim]

Der Prophet Muhammad (Friede und Segen auf ihm) stellte auch insbesondere klar, dass ein nicht-Muslimischer Nachbar diese hervorragende Behandlung genießen sollte:

„Wer auch immer einen nicht-muslimischen Bürger eines islamischen Staates verletzt, verletzt damit mich und wer mich verletzt, handelt damit gegen den Willen Gottes.“ [Bukhari]

„Der, der einen nicht-muslimischen Bürger eines muslimischen Staates verletzt, ich bin sein Ankläger, und ich werde sein Ankläger am Tag des Jüngsten Gerichts sein.“ [Bukhari]

Es ist faszinierend, festzustellen, dass der Prophet Muhammad (Friede und Segen auf ihm) so lautstark Gottes Behandlung der Menschheit unterstützte, dass er sogar bereit war, auf der Seite der Nicht-Muslime gegen die Muslime, die seinen Lehren nicht folgten, zu stehen. Dies ist wahre Gerechtigkeit und dies ist, was zu dem Frieden und dem Erfolg führte, den der Islam in die Welt gebracht hat. Der herausragende Charakter des Propheten Muhammad (Friede und Segen auf ihm) wurde auch von vielen Nicht-Muslimischen Historikern verzeichnet so wie jeder, der sich mit seinem Leben detailliert auseinandergesetzt hat, den güldenen Charakter dieses Menschen bemerken wird. Washington Irving schreibt in seinem Buch „Mahomet and His Successors“:

In privaten Angelegenheiten war er gerecht. Er behandelte Freunde und Fremde, die Reichen und die Armen, die Mächtigen und die Schwachen mit Gleichheit und war von der Allgemeinheit für seine Umgänglichkeit geliebt, mit der er ihnen entgegen kam. Er hörte ihre Beschwerden an. (Irving, Mahomet and His Successors)

Um mehr darüber zu lesen, was Nicht-Muslime über ihm zu sagen haben, besuchen Sie:

http://prophet.dwih.info