Falsch interpretierter Vers Nummer 15

„O ihr, die ihr glaubt, nehmt euch nicht die Juden und die Christen zu Freunden. Sie sind untereinander Freunde. Wer von euch sie zu Freunden nimmt, gehört zu ihnen. Gott leitet ungerechte Leute gewiß nicht recht.“ [Koran 5:51]

Zuerst ist festzustellen, dass im obigen Vers das Wort Awliya oft fälschlicherweise als Freunde übersetzt wird (Awliya ist der Plural und Wali ist der Singular. Das Konzept ist Walah). Als Resultat daraus haben viele Menschen das falsche Verständnis, dass dieser Vers den Muslimen befiehlt, sich von den Nicht-Muslimen zu distanzieren und Freundschaft mit ihnen zu vermeiden. Das ist von der Wahrheit weit entfernt, wie wir feststellen werden, wenn wir das Wort Awliya genauer betrachten. Der Koran sagt (in ungefährer deutscher Übersetzung):

„Als zwei Teil(gruppen) von euch vorhatten, aufzugeben, wo doch Allah ihr Schutzherr (Wali) ist. Und auf Allah sollen sich die Gläubigen verlassen.“ [Koran 3:122]

Dieser Vers zeigt dass ein Wali jemand ist, auf den Vertrauen gesetzt wird, dass er beschützt, da der Koran immer Gott als Beschützer, als Wali, der Rechtschaffenen bezeichnet. Dr. Sa´id Ismail Sieny schließt seine Diskussion über Walah ab, indem er schreibt:

Wie wir oben festgestellt haben ist die Wurzel des Wortes „al-Walah“ nicht auf Liebe, Beistand, etc. zurückzuführen sondern die ursprüngliche Bedeutung geht auf Schutzherrschaft zurück. (Sieny, The Relationship Between Muslims and Non-Muslims; Toronto, Al-Attique Bublishers Inc., 2000, S.102, Hervorhebungen durch den Übersetzer)

Dr. Muzammil Siddiqi schreibt: In dem zitierten Vers wird das Wort “Awliya” benutzt. Es ist ein Plural, dessen Singular „Wali“ ist. Die korrekte Beschreibung des Wortes „Wali“ ist nicht „Freund“, sondern es ist jemand, der einem sehr nahe steht, mit dem eine intime Beziehung unterhalten wird. Es wird auch als „Wächter, Beschützer, Patron, Lord und Meister“ übersetzt. Im Koran wird das Wort für Gott benutzt wie in

„Allah ist der Schutzherr derjenigen, die glauben. Er bringt sie aus den Finsternissen heraus ins Licht.“ [Koran 2:257]

Es gibt zahlreiche weitere Referenzen im Koran, die diese Bedeutung zeigen. Das gleiche Wort wird im Koran auch für menschliche Wesen benutzt wie in

„Wer ungerechterweise getötet wird, dessen nächstem Verwandten (Wali) haben Wir Ermächtigung erteilt (, Recht einzufordern);“ [Koran 17;33]

Es wird klar, dass das Wort Awliya sich nicht nur auf Freundschaft bezieht, da es vielfältigere Bedeutungen enthält, Abhängigkeit und Schutzherrschaft eingeschlossen. Daher ist  dies eine bessere Übersetzung des Verses:

„O die ihr glaubt, nehmt nicht die Juden und die Christen zu Schutzherren! Sie sind einer des anderen Schutzherren. Und wer von euch sie zu Schutzherren nimmt, der gehört zu ihnen. Gewiß, Allah leitet das ungerechte Volk nicht recht.“ [Koran 5:51]

Demnach verbietet der vorliegende Vers die Freundschaft mit Nicht-Muslimen keineswegs. Dr. Muzammil Siddiqi schreibt:

Der Koran sagt nicht, dass Muslime und Nicht-Muslime keine Freunde sein können, noch verbietet er den Muslimen, die Nicht-Muslime freundlich zu behandeln. Es gibt zahlreiche Nicht-Muslime, die mit einzelnen Muslimen oder der muslimischen Gemeinschaft gut befreundet sind. Es gibt auch viele gute Muslime, die ihren Glauben wahrhaft und ehrlich leben und gleichzeitig vielen Nicht-Muslimen gegenüber freundlich sind. Der Islam lehrt uns, dass wir allen Menschen gegenüber freundlich sein sollen. Der Islam lehrt uns, dass wir sogar unsere Feinde mit Gerechtigkeit und Fairness behandeln sollen. Allah sagt im Koran (in ungefährer deutscher Übersetzung) am Anfang der gleichen Surah Al-Ma´idah:

„O die ihr glaubt, seid Wahrer (der Sache) Allahs als Zeugen für die Gerechtigkeit. Und der Haß, den ihr gegen (bestimmte) Leute hegt, soll euch ja nicht dazu bringen, daß ihr nicht gerecht handelt. Handelt gerecht. Das kommt der Gottesfurcht näher. Und fürchtet Allah. Gewiß, Allah ist Kundig dessen, was ihr tut.“ [Koran 5:8]

An einer anderen Stelle im Koran sagt Allah Der Allmächtige (in ungefährer deutscher Übersetzung):

„Allah verbietet euch nicht, gegenüber denjenigen, die nicht gegen euch der Religion wegen gekämpft und euch nicht aus euren Wohnstätten vertrieben haben, gütig zu sein und sie gerecht zu behandeln. Gewiß, Allah liebt die Gerechten. Er verbietet euch nur, diejenigen, die gegen euch der Religion wegen gekämpft und euch aus euren Wohnstätten vertrieben und zu eurer Vertreibung Beistand geleistet haben, zu Schutzherren zu nehmen. Diejenigen, die sie zu Schutzherren nehmen, das sind die Ungerechten.“ [Koran 60:8-9]

Noch dazu hat Allah Der Allmächtige den Propheten Muhammad (Friede und Segen auf ihm) als eine „Gnade“ für die Welten beschrieben. Er war ein Zeichen von Allahs Gnade für Alle, für Muslime, wie auch für nicht-Muslime. In seiner Freundlichkeit und der fairen Behandlung machte er keinen Unterschied zwischen Gläubigen und nicht-Gläubigen. Er war gerecht zu den Götzendienern in Mekka und bekämpfte sie nur, wenn sie ihn bekämpften. Er schloss Verträge mit den Juden von Medina und achtete die Verträge, bis sie sie brachen. Von ihm (Friede und Segen auf ihm) wird berichtet, dass er die Christen von Nijran freundlich in seiner Moschee in Medina aufgenommen hat. Sie stritten mit ihm über den Islam, doch er antwortete ihnen mit Ehre und Respekt. Es gibt zahlreiche Beispiele aus seinem Leben, die zeigen, dass er zu allen Menschen äußerst freundlich war.

Wie Muhammad Asad schreibt:

Was die Bedeutung des „Bündnisses“ betrifft, auf die hier Bezug genommen wird, siehe 3:28 und im Spezifischen 4:139 und die dazugehörigen Bemerkungen, die den Bezug zum Mangel eines Gläubigen an moralischer Identität erklären, wenn er die Lebensweise von Nicht-Muslimen imitiert oder in koranischer Terminologie sich mit selbigen „verbündet“. Wie in 60:7-9 ausführlich erklärt wurde (wie auch im Vers 57 der gleichen Surah), beinhaltet diese „moralische Allianz“ mit nicht-Muslimen nicht, dass keine normalen, freundschaftlichen Beziehungen mit ihnen geschlossen werden sollen, wozu Muslime gerne mehr als bereit sind. Es sollte im Gedächtnis behalten werden, dass der Ausdruck „Wali“ verschiedene Bedeutungen trägt: „Bündnispartner“, „Freund“, „Helfer“, „Beschützer“ und so weiter. Die Wahl des entsprechenden Terms und bei Zeiten auch eine Kombination zweier hängt stets vom Kontext ab. (Asad, The Message of the Koran, Hervorhebungen durch den Übersetzer)

Der zweite Punkt, der festzuhalten ist, ist, dass dieser Vers keine generelle Aussage trifft. Die Regelung ist spezifisch und muss in einem Kontext, ähnlich dem historischen, angewendet werden. Sheikh Yusuf Al-Qaradawi schrieb ausführlich über dieses Thema als Antwort auf eine ähnliche Fragestellung:

[Die Antwort hierauf ist, dass] diese Verse nicht bedingungslos auf jeden Juden, Christen oder Nicht-Muslim angewendet werden können. Sie so zu verstehen wiederspricht den Hinweisen im Koran, Warmherzigkeit und Freundlichkeit zu den guten, friedensliebenden Menschen jeder Religion zu sein, so wie den Versen, die Heirat mit den Frauen der Leute des Buches erlauben. Allah sagt (in ungefährer deutscher Übersetzung) in Bezug auf Heirat:

„und Er hat Zuneigung und Barmherzigkeit zwischen euch gesetzt.“ [Koran 30:21]

Der Vers, der die Christen betrifft lautet in ungefährer deutscher Übersetzung:

„Und du wirst ganz gewiß finden, daß diejenigen, die den Gläubigen in Freundschaft am nächsten stehen, die sind, die sagen: "Wir sind Christen."“ [Koran 5:82]

Der oben zitierte Vers [5:51] wurde in Verbindung mit den Menschen herabgesandt, die dem Islam feindlich gegenüberstanden und den Muslimen den Krieg erklärten. Dementsprechend ist es den Muslimen nicht erlaubt, sie zu unterstützen oder ihnen Hilfe zu leisten – also ihr Verbündeter zu sein – noch, ihnen Geheimnisse anzuvertrauen, die die eigene Religion oder die Gemeinschaft betreffen. Dieser Punkt wird in anderen Versen erklärt, in denen Allah Der Allmächtige (in ungefährer deutscher Übersetzung) sagt:

 „Sie scheuen keine Mühe, euch zu verwirren, und möchten gern, daß ihr in Bedrängnis geratet. Schon wurde aus ihren Mündern Haß offenkundig, aber was ihre Brüste verborgen halten, ist (noch) schwerwiegender. Wir haben euch die Zeichen bereits klargemacht, wenn ihr begreifen wollt. Da habt ihr sie doch geliebt, während sie euch nicht lieben,…“ [Koran 3:118-119]

Diese Ayah wirft Licht auf den Charakter solcher Leute, die große Feindschaft und Hass gegen die Muslime in ihren Herzen tragen und deren Zungen einige Effekte solcher Feindschaft ausdrücken. (Al-Qaradawi, Al-Halal Wal Haram Fil Islam; US American Trust Publications, 1994, S.340, Hervorhebungen durch den Übersetzer)

Wie Sheikh Qaradawi erwähnte kann der Vers 5:11 nicht als Verbot der Freundschaft aufgefasst werden, da der Koran muslimischen Männern eine Heirat mit Frauen von den Leuten des Buches erlaubt (in ungefährer deutscher Übersetzung):

„Und die Speise derjenigen, denen die Schrift gegeben wurde, ist euch erlaubt, und eure Speise ist ihnen erlaubt. Und die Ehrbaren von den gläubigen Frauen und die ehrbaren Frauen von denjenigen, denen vor euch die Schrift gegeben wurde,“ [Koran 5:5]

Hierzu beschreibt der Koran die Beziehung der Ehe als eine Beziehung in tiefster Liebe:

„Und es gehört zu Seinen Zeichen, daß Er euch aus euch selbst Gattinnen erschaffen hat, damit ihr bei ihnen Ruhe findet; und Er hat Zuneigung und Barmherzigkeit zwischen euch gesetzt. Darin sind wahrlich Zeichen für Leute, die nachdenken.“ [Koran 30:21]

Der Koran sagt auch (in ungefährer deutscher Übersetzung):

„Allah verbietet euch nicht, gegenüber denjenigen, die nicht gegen euch der Religion wegen gekämpft und euch nicht aus euren Wohnstätten vertrieben haben, gütig zu sein und sie gerecht zu behandeln. Gewiß, Allah liebt die Gerechten. Er verbietet euch nur, diejenigen, die gegen euch der Religion wegen gekämpft und euch aus euren Wohnstätten vertrieben und zu eurer Vertreibung Beistand geleistet haben, zu Schutzherren zu nehmen. Diejenigen, die sie zu Schutzherren nehmen, das sind die Ungerechten.“ [Koran 60:8-9]

Das Wort „gütig sein“ ist das arabische Wort „Birr“, welches hier verwendet wird und es wird auch verwendet um die Beziehung eines Muslimen mit seinen Eltern, die im Islam als meist geheiligte Blutsverwandtschaft gilt, zu beschreiben. Hier werden Muslime klar angewiesen, mit friedlichen Nicht-Muslimen in einer friedlichen und freundlichen Art umzugehen. Der dritte Punkt ist, dass die einzelnen Gruppen, auf die in diesem Vers Bezug genommen wird, die sind, die dem Islam feindlich gegenüberstehen und keineswegs alle Juden und Christen im Generellen. Was den historischen Kontext betrifft wurde dieser Vers während der Zeit offenbart, als die Muslime aus vielen Richtungen angegriffen wurden. Auch vom christlich-römischen Imperium und den Juden von Medina. Die Muslime hatten ursprünglich einen Pakt mit den Juden von Medina geschlossen, doch sie wurden zweimal betrogen. So wies der Koran in diesem Kontext die Gläubigen an, vorsichtig im Umgang mit solchen Feinden zu sein, die dem Islam gegenüberstehen und ihnen nicht als Schutzherren zu vertrauen. Jasser Auda schreibt:

Er [der Vers] wurde unter bestimmten historischen Umständen offenbart, in denen Krieg zwischen dem jungen islamischen Staat und den Gegnern an vier verschiedenen Fronten herrschte: die Römer, die Perser, die Götzendiener Arabiens und die Juden von Medina. So ist der historische Zusammenhang der Offenbarung dieses Verses in einer Situation des Krieges zwischen den Muslimen und den Leuten des Buches (Juden, vor allem in Medina und Christen, durch einen römischen Kreuzzug). Damals war es den Muslimen in der Tat nicht erlaubt, Freundschaften mit den Feinden zu schließen, die sie bekämpften und sie vom Angesicht der Erde auslöschen wollten. Einige Muslime sagen, dass dieser Vers, da er diesen historischen Kontext hat, Teil der Geschichte ist und nicht länger Anwendung findet. Dies ist nicht richtig! Es ist wahr, dass hinter dem Vers eine Geschichte steckt, doch dies bedeutet nicht, dass er nicht länger relevant ist. Er hat große Relevanz, doch nur in einer Situation, die dem historischen Zusammenhang gleich kommt. So sollen Muslime heutzutage keine Freundschaften mit Juden oder Christen (oder Anhängern zahlreicher anderer Religionen) schließen, wenn diese versuchen, Muslime zu töten, sie aus ihren Häusern zu vertreiben etc.

Der koranische Vers ist anzuwenden in einem Kontext, der dem historischen Kontext gleicht. Ein Muslim kann keinen Juden, Christen oder irgendwen zum Beschützer nehmen, wenn sie der Religion und ihren Lehren feindlich gegenüberstehen. Die Muslime werden hingewiesen, einander zu vertrauen, um Unterstützung zu erhalten. Dr. Muzammil Siddiqi schreibt:

Es ist offensichtlich, dass die Juden Juden als Schutzherren nehmen und Christen nehmen Christen als Schutzherren. Warum sollen also die Muslime nicht Muslime als Beschützer nehmen, um ihre eigenen Leute zu unterstützen. Dieser Vers leitet uns nicht an, gegen die Juden oder Christen zu sein, sondern er zeigt uns, dass wir auf unsere eigenen Leute Acht geben sollen und einander unterstützen. In seinem Tafsir (Koranexegese) hat Imam Ibn Kathir festgehalten, dass einige Gelehrte sagen, dass dieser Vers (z.B. der, auf den hier Bezug genommen wird) nach der Schlacht von Uhud offenbart wurde, als die Muslime einen Rückschlag erlitten hatten. Zu dieser Zeit sagte ein Muslim aus Medina, „Ich werde mit den Juden leben, dann werde ich sicher sein im Falle eines weiteren Angriffs auf Medina.“ Eine andere Person sagte, „Ich werde mit den Christen leben, dann werde ich sicher sein im Falle eines weiteren Angriffs auf Medina.“ So sandte Allah diesen Vers herab, indem er die Gläubigen erinnerte, dass sie nicht nach dem Schutz durch Andere streben sollten, sondern sich gegenseitig beschützen sollen. [Siehe Ibn Kathir, Al-Tafsir, Band 2, S.68]

Die Gruppen, die den Muslimen als Schutzherren untersagt sind werden im Koran beschrieben (in ungefährer deutscher Übersetzung):

„O die ihr glaubt, nehmt nicht Meine Feinde und eure Feinde zu Schutzherren, indem ihr ihnen Zuneigung entgegenbringt, wo sie doch das verleugnen, was von der Wahrheit zu euch gekommen ist, und den Gesandten und euch selbst vertreiben, weil ihr an Allah, euren Herrn, glaubt. (Nehmt sie nicht zu Schutzherren), wenn ihr wirklich ausgezogen seid zum Abmühen auf Meinem Weg und im Trachten nach Meiner Zufriedenheit. (Tut das nicht, indem) ihr ihnen heimlich Zuneigung zeigt, wo Ich doch besser weiß, was ihr verbergt und was ihr offenlegt. Und wer von euch das tut, der ist fürwahr vom rechten Weg abgeirrt. Wenn sie auf euch treffen, sind sie euch feind und strecken gegen euch ihre Hände und ihre Zungen zum Bösen aus. Sie möchten gern, ihr würdet ungläubig.“ [Koran 60:1-2]

So verbietet der Koran, diejenigen als Schutzherren zu nehmen, die Muslime aus ihren Häusern vertreiben und sie betrügen und angreifen, sobald sie die Möglichkeit dazu haben. Diejenigen, die vor dem muslimischen Glauben keinen Respekt haben und die wollen, dass die Muslime ihren Glauben verlassen, können nicht als Beschützer genommen werden. Dies ist die korrekte Interpretation, die auf dem Kontext des Verses beruht. Um zum Abschluss zu kommen zitieren wir noch einmal Dr. Muzammil Siddiqi:

Den Muslimen ist es gestattet, Nicht-Muslime als Freunde zu haben, solange sie ihren eigenen Glauben behalten und den Islam unverfälscht und fest leben. Diejenigen, die aufzeigen, dass es einem muslimischen Mann erlaubt ist, eine jüdische oder christliche Frau zu heiraten, haben recht. Es ist offensichtlich, dass man jemanden liebt, mit dem einen Liebe und Freundschaft verbinden. Wenn Freundschaft zwischen Muslimen und Juden oder Christen verboten wäre, warum würde der Islam dann einem Muslim erlauben, eine jüdische oder christliche Frau zu heiraten? Es ist die Pflicht eines Muslims, die Muslime zu beschützen. Sie sollten niemanden beschützen, der gegen ihren Glauben ist oder diesen sogar bekämpft, auch wenn sie Väter und Brüder sind. Allah sagt (in ungefährer deutscher Übersetzung):

„O die ihr glaubt, nehmt nicht eure Väter und eure Brüder zu Schutzherren', wenn sie den Unglauben mehr lieben als den Glauben! Wer von euch sie zu Vertrauten nimmt, das sind die Ungerechten.“ [Koran 9:23]

Auf ähnliche Weise weist der Koran die Muslime an, dass sie niemals Nicht-Muslime gegen andere Muslime unterstützen sollen. Wenn Muslime Nicht-Muslimen Unrecht tun, dann ist es sehr wohl die Pflicht der Muslime, den Nicht-Muslimen zu helfen und sie aus der Unterdrückung zu befreien. Der Prophet (Friede und Segen auf ihm) sagte, dass er selbst einen Dhimmi, der unter Muslimen lebt verteidigen würde, wenn ihm die Muslime Unrecht antun. Doch der Islam lehrt auch, dass Muslime nicht die Schutzherrschaft von Nicht-Muslimen gegen andere Muslime suchen sollen. Sie sollten versuchen, ihre Probleme unter sich zu lösen.

Der Islam ist eine Religion des Friedens und des Mitgefühls. Daher verlangt er von seinen Anhängern, andere Menschen auf die bestmögliche Weise zu behandeln. Der Vers 5:51 bezieht sich nicht auf Freundschaft, sondern auf Schutzherrschaft und der historische Kontext zeigt, dass dieser Vers den Muslimen untersagt, die Schutzherrschaft und Allianz mit denen zu suchen, die dem islamischen Glauben feindlich gegenüberstehen. Er bezieht sich nicht auf alle Nicht-Muslime, wie die Gelehrten des Islam klar gemacht haben.

Schlussfolgerung

Der Islam ist eine Religion der Gnade und Gerechtigkeit. Er ruft alle Menschen zur Verehrung des Einen Gottes, Der uns alle erschaffen hat.

Was einige Menschen fälschlicherweise als Islam darstellen wurde als völlig entgegengesetzt zu den Werten und Gesetzen des Islam entlarvt. Die Erzählungen und Verse, die in diesem Artikel erklärt wurden, werden oft von denjenigen missinterpretiert, die den Islam schlecht machen möchten und Hass unter seinen Anhängern sähen wollen. Indem sie das tun folgen sie den Fußstapfen der historischen Tyrannen, die ethnische Säuberung verfolgten, indem sie eine Gruppe als böse darstellten.

Dies war die Methode der Nazis, die millionen von Juden abschlachteten, indem sie sie als Christen-Mörder abstempelten. Die Geschichte wiederholt sich und es ist schade, dass die Menschen nicht aus vergangenen Gräueltaten lernen.

Heutzutage erfahren die Muslime den gleichen Hass, da die Leute den Angriffen  dem Islam gegenüber toleranter werden. Die einzige Möglichkeit, dies zu ändern ist Bildung. Jeder muss sich danach bemühen, die Wahrheit über eine missverstandene Religion zu verbreiten. Der Islam ist nicht der Feind. Hass, Intoleranz und Ignoranz sind die Feinde der Menschheit.

Möge Allah uns beschützen!