Was ist Jihad?

Ist es der islamische heilige Krieg? Sind das Muslime, die Juden und Christen töten?

Das wird uns von den westlichen Medien erzählt. Aber was ist die wahre Bedeutung des Wortes JIHAD?

 

Jihad - genauer erklärt

Von Dr. Amir Ali, Ph.D. (Möge Allah ihm gnädig sein)

Die linguistische Bedeutung vom arabischen Wort „Jihad“ ist Anstrengung, Kampf oder Streben und es beinhaltet jede Bemühung, die ein Mensch ausübt. In diesem Sinne kämpft ein Student und strebt danach, eine gute Bildung zu erhalten und Kurse zu bestehen; ein Angestellter strengt sich an, seinen Job gut zu machen und ein gutes Verhältnis mit seinem Arbeitgeber aufzubauen; ein Politiker strebt danach, seine Popularität bei den Wählern zu erhalten oder zu vergrößern und so weiter. Dieser Ausdruck für Kampf oder Streben kann sowohl für Muslime als auch für nicht-Muslime verwendet werden. Zum Beispiel sagt Allah, der Eine und Einzige Gott im Quran in ungefährer deutscher Übersetzung:

„Und Wir haben dem Menschen anbefohlen, seine Eltern mit Güte zu behandeln. Wenn sie sich aber darum bemühen (Jahadaka), dass du Mir das beigesellst, wovon du kein Wissen hast, dann gehorche ihnen nicht…. „
[Koran 29:8; siehe auch 31:15]

In den oben genannten zwei Versen des Qurans sind es die nicht-muslimischen Eltern, die darum kämpfen (Jahadaka), ihr muslimisches Kind dazu zu bringen, wieder ihre Religion anzunehmen.

Im Westen wird „Jihad“ grundsätzlich als „heiliger Krieg“ übersetzt, eine Angewohnheit, die die Medien populär gemacht haben. Nach den islamischen Lehren ist es jedoch UNHEILIG, Krieg anzuzetteln oder zu beginnen. Jedoch sind manche Kriege unvermeidbar und gerechtfertigt. Wenn man das Wort „heiliger Krieg“ ins Arabische übersetzt, bekommt man das Wort „Harbun Muqaddasatu“, oder für „Der Heilige Krieg“, „Al-Harbu Al-Muqaddasatu.“ Wir stellen in Frage, ob irgendein Forscher oder Gelehrter die Bedeutung des Wortes „Jihad“ als „heiliger Krieg“ im Koran, den authentischen Ahadith-Sammlungen oder in früher islamischer Literatur feststellen kann. Unglücklicherweise übersetzen einige Muslimische Schriftsteller und Übersetzer des Koran, der Ahadith oder anderer islamischer Literatur den Ausdruck „Jihad“ als „heiligen Krieg“, aufgrund der Beeinflussung der jahrhunderte-alten westlichen Propaganda. Dies könnte eine Reaktion sein auf den christlichen Gebrauch des Ausdrucks „heiliger Krieg“, der sich auf die Kreuzritter, vor 1000 Jahren bezog. Jedenfalls sind die Arabischen Wörter für „Krieg“ „Harb“ oder „Qital“, welche auch im Koran und den Ahadith zu finden sind.

Für Muslime bezieht sich der Ausdruck JIHAD auf alle Formen des Strebens und hat über die Zeit hinweg einige spezielle Bedeutungen entwickelt. Die Quellen für diese Entwicklung sind der Koran (Das Wort Gottes, dem Propheten Muhammad (Friede und Segen auf ihm) offenbart) [und die Hadith]. Der Koran und die Hadith gebrauchen das Wort „Jihad“ in verschiedenen Kontexten, die hier aufgelistet sind:

 

  1. DEN SCHÖPFER ERKENNEN UND IHN AM MEISTEN LIEBEN:

Es ist die menschliche Natur, was man mit den Augen sieht und was man mit den Sinnen wahrnimmt, mehr zu lieben, als die UNSICHTBARE REALITÄT. Der Schöpfer des Universums und einzige Gott ist Allah (t). Er ist die unsichtbare Realität, welche wir leicht ignorieren oder nicht erkennen. Der Koran wendet sich an die, die vortäuschen, Gläubige zu sein: (in ungefährer deutscher Übersetzung)

O ihr, die ihr glaubt, nehmt nicht eure Väter und eure Brüder zu Beschützern, wenn sie den Unglauben dem Glauben vorziehen. Und diejenigen von euch, die sie zu Beschützern nehmen- das sind die Ungerechten. „Sprich: “Wenn eure Väter und eure Söhne und eure Brüder und eure Frauen und eure Verwandten und das Vermögen, das ihr euch erworben habt, und der Handel, dessen Niedergang ihr fürchtet, und die Wohnstätten, die ihr liebt, euch lieber sind als Allah und Sein Gesandter und das Kämpfen für Seine Sache, dann wartet, bis Allah mit Seiner Entscheidung kommt; und Allah weist den Ungehorsamen nicht den Weg.““[Koran 9:23,24]

Es ist in der Tat ein Kampf, Allah (t) über die zu setzen, die wir lieben, unseren Reichtum, unsere weltlichen Ziele und unser eigenes Leben- vor Allem für einen nicht-Muslim, der zum Islam kommt, kann dies ein Kampf gegen seine Familie, seine Kollegen und die Gesellschaft sein.

 

  1. DAS WIDERSTEHEN GEGEN DEN DRUCK DURCH DIE ELTERN, KOLLEGEN UND DIE GESELLSCHAFT:

Wenn eine Person sich dazu entschlossen hat, den Schöpfer des Universums über alles andere zu stellen, wird er oft enormem Druck ausgesetzt. Es ist nicht einfach, diesem Druck zu widerstehen und darum zu KÄMPFEN, diese Entscheidung aufrecht zu erhalten und Allah (t) über alles andere zu lieben. Eine Person, die von einer anderen Religion zum Islam gekommen ist, kann unter Druck gesetzt werden, zur Religion der Familie zurückzukehren. Wir lesen in ungefährer deutscher Übersetzung im Koran:

„So gehorche nicht den Ungläubigen, sondern eifere mit ihm (dem Quran) in großem Eifer gegen sie.“[Koran 25:52]

 

  1. OHNE ZWEIFEL AUF DEM RECHTEN WEG BLEIBEN:

Allah (t) sagt im Koran in ungefährer deutscher Übersetzung:

Und eifert (jahidu) in Allahs Sache, wie dafür geeifert (jihadihi) werden soll. Er hat euch erwählt und hat euch nichts auferlegt, was euch in der Religion bedrücken könnte…“ [Koran 22:78]

Und wer da eifert (jahada), eifert (yujahidu) nur für seine eigene Seele; denn Allah ist auf niemanden von allen Welten angewiesen.“ [Koran 29:6]

Was diejenigen betrifft, die kämpfen und eifern, als wahre Muslime zu leben und deren Leben schwierig gemacht werden durch Verfolgung von ihren Gegnern, diese werden angewiesen, in ein friedlicheres und toleranteres Land auszuwandern und dort mit ihrem Kampf für die Sache Allahs fortzufahren. Allah (t) sagt im Koran in ungefährer deutscher Übersetzung:

Zu jenen, die Unrecht gegen sich selbst verübt haben, sagen die Engel, wenn sie sie abberufen: “In welchen Umständen habt ihr euch befunden?““ Sie antworten: “Wir wurden als Schwache im Lande behandelt.““ Da sprechen jene:““ War Allahs Erde nicht weit genug für euch, dass ihr darin hättet auswandern können?““ Sie sind es, deren Herberge Dschahannam sein wird, und schlimm ist das Ende!“ [Koran 4:97]

Wahrlich, jene, die glauben und ausgewandert sind und sich auf dem Weg Allahs mit aller Kraft einsetzen, die sind es, die auf die Barmherzigkeit Allahs hoffen….“ [Koran 2:218]

Allah testet die Gläubigen in ihrem Glauben und ihrer Standhaftigkeit:

Oder meint ihr, in das Paradies einzugehen, ohne dass Allah diejenigen erkennt, die unter euch gekämpft (jahadu) haben, und (ohne) dass Er die Geduldigen erkennt? [Koran 3:142]

Und gewiss werden Wir euch prüfen durch etwas Angst, Hunger und Minderung an Besitz, Menschenleben und Früchten. Doch verkünde den Geduldigen eine frohe Botschaft.“[Koran 2:155]

Wir wissen, dass der Prophet Muhammad (Friede und Segen auf ihm) und seine Gefährten drei Jahre lang sozial und ökonomisch boykottiert wurden, damit er aufhöre, seine Nachricht zu verkünden und mit den Ungläubigen zusammenarbeite, aber er widerstand und erlangte einen moralischen Sieg1.

 

  1. DAS STREBEN NACH RECHTSCHAFFENEN TATEN:

Allah offenbarte im Koran (in ungefährer deutscher Übersetzung):

Und diejenigen, die in Unserer Sache wetteifern (jahadu)- Wir werden sie gewiss auf unseren Wegen leiten. Wahrlich, Allah ist mit denen, die Gutes tun.“ [Koran 29:69]

Wenn wir zwei gegensätzlichen Interessen gegenüberstehen, wird es ein Jihad, die richtige auszuwählen, wie die folgenden Ahadith zeigen:

Aisha, Frau des Propheten (Friede und Segen auf ihm) fragte, oh Gesandter Allahs, wir sehen Jihad als die Beste aller Taten, sollten wir ihm nicht also beiwohnen? ` Er antwortete, `Aber der beste Jihad ist eine angenommene Pilgerfahrt. ´“ [Sahih Al-Buchari #2784]

In einer anderen Situation fragt ein Mann den Propheten Muhammad (Friede und Segen auf ihm):

„`Sollte ich am Jihad teilnehmen? ` Er (Friede und Segen auf ihm) fragte: `Hast du Eltern? `Der Mann sagte, `Ja! ` Der Prophet (Friede und Segen auf ihm) sagte, `Dann kämpfe, indem du ihnen dienst! `“

Ein anderer Mann fragte den Gesandten Allahs (Friede und Segen auf ihm):

„´Was für eine Art von Jihad ist die beste?` Er antwortete, `Ein Wort der Wahrheit gegenüber einem unterdrückenden Herrscher!`“ [Sunan Al-Nasa´i #4209

Der Gesandte Allahs (Friede und Segen auf ihm) sagte: „… der Mujahid (einer, der den Jihad unternimmt) ist einer, der für die Sache Allahs(t) gegen sich selbst kämpft und der Muhajir (einer, der auswandert) ist einer, der böse Taten und Sünden aufgibt.“[Sahih Ibn Hibban #4862]

 

  1. DEN MUT UND DIE STANDHAFTIGKEIT HABEN, DIE BOTSCHAFT DES ISLAM ZU VERBREITEN

Der Koran erzählt von den Erfahrungen vieler Propheten und guten Menschen, die viel gelitten haben, um die Botschaft Allahs (t) der Menschheit zu verkünden. Für Beispiele siehe Koran 26:1-190, 36:13-32. Im Koran lobt Allah (t) spezielle diejenigen Menschen, die sich bemühen, seine Botschaft zu verbreiten (in ungefährer deutscher Übersetzung):

„“Und wer ist besser in der Rede als einer, der zu Allah ruft und Gutes tut und sagt:““ Ich bin einer der Gottergebenen.““? [Koran 41:33]

Unter feindlichen Mächten kostet es viel Courage, Muslim zu bleiben, zu verkünden, dass man Muslim ist und andere zum Islam zu rufen. Wir lesen im Koran in ungefährer deutscher Übersetzung:

„Die Gläubigen sind nur jene, die an Allah und seinen Gesandten glauben und dann nicht (am Glauben) zweifeln und sich mit ihrem Besitz und ihrem eigenen Leben für Allahs Sache einsetzen. Das sind die Wahrhaftigen.“ [Koran 49:15]

 

  1. DEN ISLAM UND DIE GEMEINSCHAFT VERTEIDIGEN

Allah verkündigt im Koran in ungefährer deutscher Übersetzung:

Die Erlaubnis, (sich zu verteidigen,) ist denen gegeben, die bekämpft werden, weil ihnen Unrecht geschah – und Allah hat wahrlich die Macht, ihnen zu helfen-, „Jenen, die schuldlos aus ihren Häusern vertrieben wurden, nur weil sie sagten: “Unser Herr ist Allah.“ [Koran 22:39-40]

Der Koran erlaubt es, zu kämpfen, um die Religion des Islam und die Muslime zu verteidigen. Diese Erlaubnis schließt mit ein, zu  kämpfen, um sich selbst zu verteidigen und um die Familie und das Eigentum zu beschützen. Die frühen Muslime kämpften viele Schlachten gegen ihre Feinde unter der Führung des Propheten Muhammad (Friede und Segen auf ihm) oder seiner Repräsentanten. Als zum Beispiel die Ungläubigen der Quraysh eine Armee gegen den Propheten Muhammad (Friede und Segen auf ihm) aufstellten, kämpften die Muslime, um ihren Glauben und die Gemeinschaft zu verteidigen3. Der Koran fügt hinzu (in ungefährer deutscher Übersetzung):

Und kämpft auf dem Weg Allahs gegen diejenigen, die gegen euch kämpfen, doch übertretet nicht. Wahrlich, Allah liebt nicht diejenigen, die übertreten. … Und kämpft gegen sie, bis es keine Verwirrung (mehr) gibt und die Religion Allah gehört. Wenn sie aber aufhören, so soll es keine Gewalttätigkeit geben außer gegen diejenigen, die Unrecht tun.“ [Koran 2:190,193]

 

  1. VERBÜNDETEN ZU HELFEN, AUCH WENN SIE KEINE MUSLIME SIND

In der letzten Periode des Lebens des Propheten Muhammad (Friede und Segen auf ihm), wurde der Stamm der Banu Khuza´ah zu ihrem Verbündeten. Sie lebten in der Nähe von Mekka, welches unter der Regierung der ungläubigen Quraysh war, dem Stamm des Propheten Muhammad (Friede und Segen auf ihm). Der Stamm von Banu Bakr, ein Verbündeter der Quraysh, griff mit Hilfe einiger Quraysh die Banu Khuza´ah an. Diese beriefen sich auf dem Vertrag und baten den Propheten Muhammad (Friede und Segen auf ihm), ihnen zur Hilfe zu kommen, und die Quraysh zu bestrafen. Der Prophet Muhammad (Friede und Segen auf ihm) organisierte einen Feldzug gegen die Quraysh von Mekka, die in der Eroberung Mekka endete. Dies passierte, ohne dass irgend eine Schlacht stattfand4.

 

  1. DAS VERTREIBEN VON VERBRECHERISCHEN MENSCHEN

Allah befiehlt den Muslimen im Koran (in ungefährer deutscher Übersetzung):

Und wenn du von einem Volk Verrat fürchtest, so verwirf (den) gegenseitigen (Vertrag). Wahrlich, Allah liebt nicht den Verräter.“ [Koran 8:58]

Der Prophet Muhammad (Friede und Segen auf ihm) unternahm eine Reihe von Kriegszügen, um verbrecherischen Menschen die Macht und ihre Residenzen wegzunehmen. Der Prophet Muhammad (Friede und Segen auf ihm) unternahm bewaffnete  Feldzüge gegen sie und vertrieb sie aus Medina und den angrenzenden Gebieten5.

 

  1. DIE VERTEIDIGUNG DURCH PRÄVENTIVE ZÜGE

Es ist in der Tat schwierig, Menschen zum Kämpfen zu bringen, wenn sie keine Eindringlinge in ihrem Territorium sehen. Jedoch sehen diejenigen, die große Verantwortung tragen, Gefahren mit der Zeit voraus und müssen ihre Herrschaft ausnutzen. Der Gesandte Allahs (t), Muhammad (Friede und Segen auf ihm), hatte die Verantwortung, seine Leute und die Religion, die er in Arabien etablierte, zu verteidigen. Immer, wenn er Nachricht über Feinde erhielt, die sich nahe seinen Grenzen aufhielten, führte er präventive Feldzüge durch, brach ihre Macht und vertrieb sie6. Allah befahl den Muslimen im Koran (in ungefährer deutscher Übersetzung):

Zu kämpfen ist euch vorgeschrieben, auch wenn es euch widerwärtig ist. Doch es mag sein, dass euch etwas widerwärtig ist, was gut für euch ist, und es mag sein, dass euch etwas lieb ist, was übel für euch ist. Und Allah weiß es, doch ihr wisset es nicht.“ [Koran 2:216]

 

  1. DAS ERLANGEN VON FREIHEIT, UM ÜBER DIE BOTSCHAFT DES ISLAM IN EINER OFFENEN UND FREIEN UMGEBUNG ZU INFORMIEREN, ZU RUFEN UND SCHÜLER DAMIT ZU ERZIEHEN

Allah verkündet im Koran (in ungefährer deutscher Übersetzung):

„Sie befragen dich [Muhammad] über das Kämpfen im heiligen Monat. Sprich:““Das Kämpfen in ihm ist schwerwiegend. Doch das Abbringen vom Weg Allahs und nicht an Ihn zu glauben und (den Zutritt) zur heiligen Moschee (zu verwehren) und deren Bewohner daraus zu vertreiben, ist schwerwiegender vor Allah. Und die Verführung ist schwerwiegender als das Töten.““ Und sie werden nicht ablassen, gegen euch zu kämpfen, bis sie euch von eurem Glauben abbringen, wenn sie dazu imstande sind. …“ [Koran 2:217]

„und (für jene,) die sich wehren, wenn ihnen Gewalt angetan wird.“ [Koran 42:39]

Um diese Freiheit zu erlangen sagte der Prophet Muhammad (Friede und Segen auf ihm):

Kämpfe (jihadu) gegen die Ungläubigen mit deinen Händen und deiner Zunge.“ [Sahih Ibn Hibban #4708]

Das Leben des Propheten Muhammad (Friede und Segen auf ihm) war erfüllt vom Kampf, um Freiheit zu erlangen und um den Menschen von der Botschaft des Islam zu erzählen und sie zu überzeugen. Während seines Aufenthaltes in Mekka griff er dabei zu nicht-gewalttätigen Methoden und nach der Konstituierung seiner Regentschaft in Medina, benutzte er mit der Erlaubnis Allahs (t) Waffen gegen seine Feinde, wann immer er es für unvermeidlich hielt.

 

  1. MENSCHEN AUS EINER TYRANNEI BEFREIEN

Allah ermahnt die Muslime im Koran (in ungefährer deutscher Übersetzung):

Und was ist mit euch, dass ihr nicht für Allahs Sache kämpft und für die der Schwachen – Männer, Frauen und Kinder-, die sagen: “Unser Herr, führe uns heraus aus dieser Stadt, deren Bewohner ungerecht sind, und gib uns von Dir einen Beschützer, und gib uns von Dir einen Helfer.““?[ Koran 4:75]

Der Auftrag an den Prophet Muhammad (Friede und Segen auf ihm) war es, Menschen aus Tyrannei und Ausbeutung durch unterdrückende Systeme zu befreien. Wenn sie dann frei waren, stand es den Individuen der Gesellschaft offen, ob sie sich für den Islam entschieden oder nicht. Die Nachfolger des Propheten Muhammad (Friede und Segen auf ihm) folgten ihm in seinen Fußstapfen und halfen den unterdrückten Menschen. Zum Beispiel wurde nach dem wiederholten Hilferuf der unterdrückten Menschen in Spanien an die Muslime, Spanien von muslimischen Streitkräften befreit und die tyrannischen Herrscher abgesetzt. Nach der Eroberung Syriens und des Iraks durch die Muslime wird berichtet, dass die christliche Bevölkerung von Homs zu den Muslimen sagte: „Wir haben eure Herrschaft und Rechtsprechung viel lieber, als die staatliche Unterdrückung und Tyrannei, unter der wir bis jetzt gelebt haben.“7

Die vertriebenen Herrscher Syriens waren Römische Christen und der Irk war von Zoroastrischen Persern regiert worden.

 

WAS SOLLTEN MUSLIME TUN, WENN SIE SIEGREICH SIND?

Die Muslime sollten Tyrannei, Verbrechen, religiöse Intoleranz und Ignoranz durch Gerechtigkeit und Gleichheit ersetzen. Wir sollten wahres Wissen verbreiten und die Menschen von den Fesseln der `Beigesellung`(Schirk, oder Mehrgottglaube), Vorurteilen, Aberglaube und Mythologie befreien. Muslime entfernen Unmoral, Angst, Verbrechen und Ausbeutung und ersetzen sie mit göttlicher Moral, Friede und Bildung.

Der Koran verkündet (in ungefährer deutscher Übersetzung):

Allah befiehlt euch, die anvertrauten Güter ihren Eigentümern zurückzugeben; und wenn ihr zwischen Menschen richtet, nach Gerechtigkeit zu richten. Wahrlich, billig ist, wozu Allah euch ermahnt. Allah ist Allhörend, Allsehend.“ [Koran 4:58]

O ihr, die ihr glaubt! Setzt euch für Allah ein und seid Zeugen der Gerechtigkeit. Und der Hass gegen eine Gruppe soll euch nicht (dazu) verleiten, anders als gerecht zu handeln. Seid gerecht, das ist der Gottesfurcht näher. Und fürchtet Allah; wahrlich, Allah ist eures Tuns kundig.“ [Koran 5:8]

Und unter denen, die Wir erschufen, gibt es eine Gemeinschaft, die mit der Wahrheit leitet und demgemäß Gerechtigkeit übt.“ [Koran 7:181]

Allah gebietet Gerechtigkeit, gütig zu sein und den Verwandten zu geben; Er verbietet das Schändliche, das Verwerfliche und die Gewalttätigkeit. …“ [Koran 16:90]

Jenen, die, wenn Wir ihnen auf Erden die Oberhand gegeben haben, das Gebet [Salah] verrichten und die Zakah entrichten und Gutes gebieten und Böses verbieten, (steht Allah bei). Und Allah bestimmt den Ausgang aller Dinge.“ [Koran 22:41]

 

WURDE DER ISLAM VERBREITET DURCH GEWALT, SCHWERTERN UND GEWEHREN?

Die unmissverständliche und deutliche Antwort ist Nein! Der Koran sagt (in ungefährer deutscher Übersetzung):

„Es gibt keinen Zwang zum Glauben. Der richtige Weg ist nun klar erkennbar geworden gegenüber dem unrichtigen….“ [Koran 2:256]

Folgendes ist eine gute Beobachtung eines christlichen Missionars, T.W. Arnold, über die Verbreitung des Islam:“… Wir hören nichts von einem organisierten Versuch, die Akzeptanz des Islam unter der nicht-muslimischen Bevölkerung zu erzwingen oder von einem systematischen Versuch, die christliche Religion auszulöschen. Wenn die Kalifen entschlossen hätten, eine solche Aktion durchzuführen, dann hätten sie das Christentum so einfach weggefegt, wie Ferdinand und Isabella den Islam aus Spanien hinausgeschafft haben oder Louis XIV den Protestantismus in Frankreich bestrafte oder die Juden 350 Jahre lang aus England fern gehalten wurden. Die östlichen Kirchen in Asien wurden von dem Austausch mit dem Rest der Christenheit abgeschnitten, während niemand einen Finger rührte, ihnen als Ketzer zu helfen. Folglich ist das Überleben dieser christlichen Kirchen bis zum heutigen Tage ein starker Beweis für die generell tolerante Einstellung der Mohammedanischen [sic] Regierung ihnen gegenüber.“8

Islam lehrt nicht, noch streben Muslime danach, Menschen mit Angst, Habgier, Heirat oder einer anderen Form von Zwang zu konvertieren.

In Schlussfolgerung daraus ist Jihad im Islam DER KAMPF AUF DEM WEG ALLAHS mit dem Stift, der Zunge, der Hand, den Medien und, wenn es nicht vermeidbar ist, mit Waffen. Jedoch impliziert Jihad im Islam nicht den Kampf für individuelle oder nationale Macht, Dominanz, Ruhm, Reichtum, Prestige oder Stolz.

 

 

Fußnoten

1Um eine einfachere Leserlichkeit zu gewährleisten wurden viele Pronomen und Nomen in der maskulinen Form verwendet. Ein Ausschluss von Frauen ist hierbei nicht gewollt.

2 Haykal, M.H., The life of Muhammad, Tr. Isma´il R. Faruqi, American Trust Publicationa, 1976, S.132

3 Haykal, SS. 216, 242, 299 und 414 insbesondere für die Schlachten von Badr, Uhud, Al-Khandaq und Hunayn

4Haykal, S.395 für die Eroberung von Mekka

5 Haykal, SS. 245, 277, 311 und 326 für die Feldzüge gegen die Stämme von Banu Qaynuqa´, Banu Al-Nadir, Banu Quraydhah und Banu Lihyan, siehe auch S. 283 für die Schlacht von Dhat Al-Riqa´.

6 Haykal, SS. 284, 327, 366, 387, 393, 443 und 515 vor allem für die Schlachten von Dawmat Al-Jandal, Banu Al-Mustaliq, Khaybar, Mu´tah, Dhat Al-Salasil, Tabuk und den Feldzug von Usamah Ibn Zaid

7 Hitti, Philip K., History Of The Arabs, St. Martin´s Press, New York, 1970, S.153

8 Arnold, Sir Thomas W. The Preaching Of Islam, A History Of The Propagation Of The Muslim Faith, Westminster A. Constable & Co., London, 1896, S.80